Politik

Äußerungen zu Zwangsarbeitern Verena Bahlsen entschuldigt sich

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Verena Bahlsen hat Fehler zugegeben.

(Foto: imago images / tagesspiegel)

Mit ihren lapidaren Äußerungen zu Zwangsarbeitern während des Nationalsozialismus löst Verena Bahlsen Empörung aus. Die Unternehmenserbin gibt sich reumütig und kündigt an, sich intensiver mit der Geschichte des Keksherstellers befassen zu wollen.

Unternehmenserbin Verena Bahlsen hat sich für ihre Äußerungen zu Zwangsarbeitern bei dem Kekshersteller Bahlsen entschuldigt. In einer persönlichen Erklärung spricht sie von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler: "Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen."

Sie habe auch erkannt, dass sie sich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen sie trägt, beschäftigen müsse. "Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte; ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe."

Verena Bahlsen hatte der "Bild"-Zeitung gesagt: "Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt." Zuvor war vor allem in den sozialen Medien eine Rede von der Mittzwanzigerin kritisiert worden, in der sie sich als "Kapitalist" bezeichnete und unter anderem darüber sinnierte, wie sie sich als Erbin des Bahlsen-Unternehmens von ihrer Dividende eine Segelyacht kaufen könnte. Daraufhin war ihr vorgeworfen worden, ihr Reichtum basiere auch auf der Zwangsarbeit Dutzender Menschen, die zu Zeiten der Nazi-Diktatur bei Bahlsen tätig waren.

"Dass aus meiner Rede über Nachhaltigkeit in der Wirtschaft auf dem Marketing-Kongress in Hamburg eine Debatte über deutsche Geschichte und Zwangsarbeiter im Dritten Reich sowie die Rolle des Unternehmens Bahlsen dabei geworden ist, bedauere ich sehr", so Bahlsen. Das sei keinesfalls ihre Absicht gewesen. "Dass ich die Debatte später durch unbedachte Äußerungen verstärkt habe, war ein Fehler. Das tut mir leid."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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