Politik

Nach Abzug aus Afghanistan Veteranen fordern Ehrung vor dem Reichstag

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Fast 20 Jahre dauerte der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Pool)

Mit einem öffentlichen Appell in Berlin soll der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gewürdigt werden. Doch der Bendlerblock ist aus Sicht des Bundes Deutscher Einsatzveteranen der falsche Ort für die Zeremonie. Der Verband will die Veranstaltung lieber vor dem Reichstag sehen.

Mit Blick auf die geplante Würdigung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan mehren sich Rufe nach einer Veranstaltung vor dem Berliner Reichstagsgebäude. "Die Veranstaltung sollte in einem öffentlichen Raum stattfinden", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Da kommt nur die Wiese vorm Reichstagsgebäude in Betracht." Es gehe darum, dass "die Politik ein Zeichen der Wertschätzung an die Soldaten und in die Gesellschaft hinein sendet".

Auch die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Siemtje Möller, äußerte Sympathie für entsprechende Forderungen. "Ich finde die Idee gut, das vor dem Reichstagsgebäude zu machen, weil wir eine Parlamentsarmee haben", sagte sie dem RND. "Außerdem hat der Einsatz sowohl die Bundeswehr als auch den Bundestag im Umgang mit den Einsätzen verändert." Zuvor hatte sich bereits der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul für einen Appell vor dem Reichstagsgebäude starkgemacht. Die FDP sprach sich hingegen für einen Großen Zapfenstreich vor dem Bundestag aus.

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hatte fast 20 Jahre gedauert. Ende Juni kehrten die letzten deutschen Soldaten zurück. Bisher plant die Bundeswehr, den Einsatz am 31. August mit einem öffentlichen Appell am Bendlerblock zu würdigen, dem Berliner Sitz des Verteidigungsministeriums. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bereits seine Teilnahme ankündigen lassen.

Nach der Rückkehr der letzten Einheiten gab es Kritik, weil kein Politiker die Heimkehrer in Empfang genommen hatte. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dies zurückgewiesen. "Die Soldatinnen und Soldaten wollten so schnell wie möglich zu ihren Familien nach Hause. Der Wunsch des Kontingents ist absolut nachvollziehbar, da viele von ihnen länger als gewöhnlich von ihren Familien getrennt waren", sagte Kramp-Karrenbauer vor einigen Tagen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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