Politik

Explosion am Himmel Video soll Abschuss von Boeing zeigen

Offiziell ist noch nicht geklärt, warum die Boeing 737 am Mittwoch kurz nach dem Start in Teheran abstürzte. Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass es sich um einen Abschuss handeln könnte. Ein nun aufgetauchtes Video soll genau diesen Moment zeigen.

Der Iran wehrt sich bislang vehement gegen den Verdacht, dass eine iranische Flugabwehrrakete den Absturz der ukrainischen Passagiermaschine mit 176 Toten auf dem Weg von Teheran nach Kiew verursacht haben könnte. Ein Video, das die "New York Times" veröffentlicht und als echt eingestuft hat, könnte dem widersprechen: Es soll den Abschuss der Boeing 737 zeigen.

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Die Videobilder zeigen ein schnell und schräg in den Himmel aufsteigendes, leuchtendes Objekt - laut "New York Times" eine Flugabwehrrakete. Dann ist ein Blitz zu sehen, vermutlich in dem Moment, in dem die Rakete das Flugzeug trifft. Etwa zehn Sekunden später ist eine Explosion zu hören. Laut "New York Times" spricht diese Zeitverzögerung dafür, dass das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt etwa drei Kilometern entfernt flog - was zum Tracking des Fluges auf FlightRadar24 passen würde.

Laut "New York Times" soll die Rakete in dem Flugzeug nur eine kleine Explosion ausgelöst haben, als es gerade über den Vorort Parand flog. Einige Minuten später kehrte das Flugzeug dann um und flog - mittlerweile brennend - zurück in Richtung des Teheraner Flughafens, bevor es schließlich abstürzte. Auch davon gibt es ein von der "New York Times" verifiziertes Video.

Warum das Flugzeug am Mittwochmorgen auf dem Weg von Teheran nach Kiew abstürzte, wird offiziell weiter untersucht. Der Iran will auch Fachleute aus den USA in die Untersuchung einbeziehen. Sowohl in Kanada als auch in Großbritannien haben die Regierungen aber nach eigenen Angaben bereits Informationen, die auf einen versehentlichen Abschuss der Boeing durch eine iranische Rakete hinweisen. US-Medien zufolge wird diese Theorie auch in den USA verfolgt. Die US-Behörde NTSB will allerdings nicht über mögliche Absturzursachen spekulieren.

Der Iran selbst hatte bereits kurz nach dem Absturz einen technischen Defekt als Ursache für den Absturz genannt. Regierungssprecher Ali Rabii wehrte sich gegen den Verdacht eines Abschusses - damit würden Methoden der "psychologischen Manipulation" angewendet.

Die Lufthansa reagiert auf die aktuelle Lage und fliegt vorerst nicht in den Iran. "Auch für heute wird der Flug von und nach Teheran vorsorglich gestrichen", sagte eine Sprecherin in Frankfurt. Sobald Detailinformationen vorlägen, werde man entscheiden, wann die Iran-Flüge wieder erfolgen könnten. Am Vortag hatte die Lufthansa ein Flugzeug umkehren lassen. Der Flug LH 600 auf dem Weg von Frankfurt nach Teheran sei nach rund einer Stunde Flugzeit rein vorsorglich nach Frankfurt zurückkehrt, erklärte die Sprecherin. Hintergrund sei eine veränderte Einschätzung der Sicherheitslage für den Luftraum rund um den Flughafen in Teheran gewesen. Eigentlich wollte die Lufthansa am Donnerstag nach eintägiger Unterbrechung wegen der Zuspitzung des Iran-Konflikts ihre Flüge in die iranische Hauptstadt wieder aufnehmen.

Quelle: ntv.de, ftü