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Die Taliban hatten die Stadt im Südosten Afghanistans am späten Donnerstagabend angegriffen.
Die Taliban hatten die Stadt im Südosten Afghanistans am späten Donnerstagabend angegriffen.(Foto: AP)
Freitag, 10. August 2018

Kämpfe in Südosten Afghanistans: Viele Tote bei Taliban-Angriff auf Stadt

Die afghanische Stadt Ghasni wird von den Taliban angegriffen. Regierungssoldaten können sie mit Hilfe des US-Militärs zwar zurückdrängen. Doch noch immer sind Schüsse zu hören. Die Bevölkerung fürchtet um ihr Leben.

Die radikalislamischen Taliban haben einen großangelegten Angriff auf die Stadt Ghasni in der gleichnamigen Provinz im Südosten Afghanistans geführt. Behördenvertreter und Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen mit Sicherheitskräften. Die Regierung behielt jedoch die Kontrolle über die Stadt, wie die US-Streitkräfte in dem Land erklärten. Sie unterstützten das afghanische Militär nach eigenen Angaben mit Luftangriffen. Der Chef eines Krankenhauses sprach von mindestens 16 Toten, unter ihnen 14 Soldaten.

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Auch mindestens acht Zivilisten und 25 Sicherheitskräfte wurden demnach verletzt. Arif Nuri, ein Sprecher des Provinzgouverneurs, hatte zuvor gesagt, mindestens ein afghanischer Soldat sei getötet und mehrere weitere verletzt worden. Häuser und Armee-Kontrollpunkte seien mit Mörsern attackiert worden, sagte Nuri. In den Straßen seien Leichen dutzender Taliban-Kämpfer zu sehen. Das Verteidigungsministerium sprach von rund 150 getöteten oder verletzten Kämpfern.

Nach Polizeiangaben begann der Angriff am späten Donnerstagabend von mehreren Positionen rund um die Stadt aus, die nur etwa zwei Stunden von der Hauptstadt Kabul entfernt ist. Nach Angaben eines afghanischen Sicherheitsvertreters bezogen Spezialeinheiten der Polizei Stellung, um ein Vorrücken der Taliban zu verhindern.

"Angst um unser Leben"

Die US-Streitkräfte in dem Land teilten per Twitter mit, sie hätten zur Unterstützung der afghanischen Regierung Luftangriffe gestartet. "Ein weiterer gescheiterter Versuch der Taliban, Gebiet einzunehmen", hieß es. Einer ihrer Sprecher gab an, die Kämpfe hätten am Morgen aufgehört. Nur wenige afghanische Sicherheitskräfte seien getötet worden.

Ein Reporter der AFP hörte allerdings am Nachmittag weiterhin Schüsse automatischer Waffen. Behörden riefen die Bewohner auf, in ihren Wohnungen zu bleiben. "Wir haben Angst um unser Leben", sagte der Ladenbesitzer Mohammed Haleem. Demnach seien überall in der Stadt und rundherum Taliban-Kämpfer. Ein Bewohner namens Jasan schrieb bei Facebook: "Es sind schwere Explosionen und Gewehrfeuer zu hören, wir sind in Panik."

Taliban erstarken wieder

Ghasni liegt an der wichtigsten Straße zwischen Kabul und dem Süden des Landes. Der Angriff ist ein Hinweis darauf, wie stark die Taliban noch immer sind und wie unsicher die Lage vor der Parlamentswahl im Oktober ist.

In Ghasni nahm die Präsenz der Taliban in den vergangenen Monaten stark zu. Derartige Angriffe habe es aber noch nicht gegeben, berichteten Bewohner. Die Taliban selbst erklärten in einer Mitteilung, sie hätten "die meisten der Regierungsgebäude in der Stadt" eingenommen. "140 Kräfte der Feinde" seien "getötet oder verletzt" worden.

Präsident Aschraf Ghani hatte den Taliban Ende Februar Friedensgespräche angeboten. Die Taliban gingen nicht offiziell auf das Angebot ein. Im vergangenen Monat fanden dann Gespräche zwischen den Taliban und US-Vertretern statt.

Quelle: n-tv.de