"Gottlose Kanacken-Stadt"Vorständin der AfD-Jugendorganisation äußert sich rassistisch

Die AfD gründet im vergangenen Jahr eine neue Jugendorganisation. Damit will sie nach eigenen Angaben Extremismus besser kontrollieren. Ein Führungsmitglied der Organisation fällt in der Vergangenheit aber durch rassistische und antisemitische Äußerungen auf.
Das Vorstandsmitglied der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland, Julia Gehrckens, hat sich antisemitisch und rassistisch geäußert. Das zeigen Undercover-Recherchen von "Stern" und RTL.
So bezeichnete Gehrckens etwa Pforzheim als "gottlose Kanacken-Stadt" und nannte Linke "geisteskrank". Weiterhin behauptete sie, die Banken in Amerika würden den Juden gehören, "das stimmt halt einfach". Über einen angeblichen Zusammenhang zwischen "Ethnie und IQ" sagte sie: "Ultra kontrovers kommt dann noch dazu, wenn du sagst, Ethnie und IQ, dass das auch zusammenhängt."
Die Äußerungen fielen im Juni 2025 im Umfeld des "Internationalen Frauenkongresses" der ESN-Fraktion im Europaparlament, der auch die AfD angehört, sowie rund um ein Treffen des AfD-nahen Frauen-Netzwerks "Lukreta" eine Woche zuvor. Der Verfassungsschutz NRW stuft "Lukreta" als rechtsextremen Verdachtsfall ein.
Gehrckens fordert "millionenfache Remigration"
Bei der Gründung der "Generation Deutschland" im November 2025 hatte Gehrckens öffentlich eine "millionenfache Remigration" gefordert. Im Anschluss war sie trotz eines Gegenkandidaten in den Vorstand gewählt worden.
Die AfD hatte ihre Jugendorganisation im vergangenen Jahr neu strukturiert, um extremistische Tendenzen besser kontrollieren zu können. Weil die Generation Deutschland - anders als die Vorgängerorganisation - ein Teil der AfD ist, können radikale Aussagen nun direkt auf die Partei zurückfallen und Auswirkungen auf ein mögliches Verbotsverfahren haben. "Alter Wein in neuen Schläuchen" nennt Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul die neue AfD-Jugend: "Die Vorgängerorganisation war eine extrem radikalisierte Gruppe. Wenn sich das Personal kaum verändert, ist davon auszugehen, dass es unter anderem Namen weitergeht wie bisher."
Julia Gehrckens reagierte nicht auf eine Anfrage von "Stern" und RTL. Auch AfD-Chefin Alice Weidel und der Vorsitzende der Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, ließen eine Bitte um Stellungnahme unbeantwortet.