Politik

Göring-Eckardt im "Frühstart" Waffenlieferungen "reichen aktuell nicht aus"

Die Ukraine braucht mehr Waffen, sagt Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt im "Frühstart" von ntv. Zudem äußerte sich die Grünen-Politikerin kritisch zum Verbot ukrainischer und russischer Flaggen am 77. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hat die bisherigen Waffenlieferungen an die Ukraine als ungenügend bezeichnet. "Ich glaube, für die Ukraine reicht das aktuell nicht aus", sagt die Grünen-Politikerin im "Frühstart" von ntv. "Wir müssen alles daran setzen, dass wir gemeinsam mit den europäischen Partnerinnen und Partnern, alles das liefern, was wir irgendwie liefern können. Entweder direkt oder per Ringtausch." Es müsse jetzt dafür gesorgt werden, dass die Ukraine gerüstet sei "in diesem Kampf gegen Putin, in diesem Angriffskrieg, der gegen die Ukraine gerichtet ist."

Die Ukraine sei momentan dabei, neue Bataillone aufzustellen. "Das heißt, es werden, nach meinen Gesprächen zu urteilen, auch wieder Helme und Schutzwesten gebraucht, die sehr schnell geliefert werden können", so Göring-Eckardt weiter, die in den vergangenen Tagen nach Rumänen und Moldau gereist war und auch mit Vertretern der Ukraine gesprochen hatte.

Neben der Aufrüstung der Ukraine ginge es parallel auch um die Stabilität des Landes und um Zusagen für die Zukunft. "Also auch heute schon daran denken, dass wir da nicht wieder wegschauen bei dem, was in der Ukraine passiert." Wenn sie Bilder im Internet sehe, wie Kinder in Russland mit selbstgebastelten Flugzeugen durch die Gegend liefen, wecke das bei ihr unangenehme Assoziationen. "Das erinnert mich persönlich, ehrlich gesagt, an schreckliche Zeiten in der DDR, wie Kinder schon im Kindergarten mit Panzern spielen sollten", so Göring-Eckardt, die in Thüringen aufgewachsen war.

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Die Auflagen des Berliner Senats, am 77. Jahrestag des Zweiten Weltkriegs an den zentralen Gedenkorten ukrainische und russische Flaggen zu verbieten, hält Göring-Eckardt für falsch. "Ich hätte das anders entschieden, weil ich glaube, das hilft Putins Propaganda am Ende. Hinterher ist man auch schlauer."

Die Reaktionen des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba und des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk, die die Entscheidung des Berliner Senats kritisiert hatten, kann Göring-Eckardt nachvollziehen. "Dafür habe ich großes Verständnis. Diese Entscheidung für gestern war eine Entscheidung für gestern. Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass wir uns solidarisch zeigen."

Quelle: ntv.de, cwi

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