Politik
Syrische Regierungssoldaten in der Provinz Daraa.
Syrische Regierungssoldaten in der Provinz Daraa.(Foto: imago/Xinhua)
Freitag, 06. Juli 2018

Assad-Armee an Jordanien-Grenze: Waffenruhe für Südsyrien vereinbart

Weiterer Erfolg für Syriens Machthaber Assad: Die Rebellen im Süden des Bürgerkriegslandes stimmen einer Waffenruhe zu. Sie verpflichten sich zur Waffenabgabe. Die Aufständischen sollen mit ihren Familien in die Provinz Idlib gebracht werden.

Nach wochenlangen heftigen Kämpfen im Süden Syriens hat die syrische Regierung eine sofortige Waffenruhe mit den Rebellen verkündet. Beide Seiten hätten sich auf ein entsprechendes Abkommen geeinigt, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Freitagabend. Das Abkommen sehe vor, dass die Aufständischen "in allen Städten und Ortschaften ihre schweren und mittleren Waffen übergeben", heißt es in dem Bericht.

Jene Kämpfer, die damit nicht einverstanden sind, sollten den Angaben zufolge mit ihren Familien den Süden Syriens verlassen und in die Rebellenhochburg Idlib im Norden gebracht werden. In den vergangenen drei Wochen hatte eine große Armeeoffensive die Rebellen in Südsyrien zunehmend in Bedrängnis gebracht.

Das Abkommen war in Verhandlungen zwischen der syrischen Regierung, ihrem Verbündeten Russland und den Rebellen erzielt worden. Zuvor hatten die Rebellen bereits den syrisch-jordanischen Grenzübergang Nassib kampflos an Regierungsvertreter übergeben, wie Rebellen und Staatsmedien am Nachmittag gemeldet hatten.

Hunderttausende auf der Flucht

Die syrische Armee geht seit dem 19. Juni mit Unterstützung russischer Kampfflugzeuge in einer großen Offensive gegen Rebellen im Süden des Landes vor. Nach UN-Angaben wurden seither bis zu 330.000 Menschen in die Flucht getrieben.

Die Rückeroberung der südlichen Provinz Daraa wäre für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad ein wichtiger, auch symbolisch bedeutsamer Sieg. In der Provinz im ländlichen Süden des Landes begannen im März 2011 die Proteste gegen Assad. Sie weiteten sich zu einem landesweiten Konflikt aus, in dessen Verlauf seither mehr als 350.000 Menschen getötet wurden.

Quelle: n-tv.de