Politik

Beide Seiten melden Verstöße Waffenruhe in Libyen hält offenbar nicht

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Allen diplomatischen Bemühungen zum Trotz schweigen die Waffen in Libyen noch nicht.

(Foto: REUTERS)

Auf Vermittlung von Russland und der Türkei lassen sich Regierung und die sogenannte Libysche Nationalarmee auf eine Waffenruhe ein. Die Konfliktparteien werfen sich jedoch schon kurz nach Inkrafttreten gegenseitig Verstöße vor. Tripolis ruft nun die UN um Hilfe an.

Die Konfliktparteien in Libyen haben sich gegenseitig einen Bruch der seit wenigen Stunden geltenden Waffenruhe vorgeworfen. Bereits Minuten nach deren Inkrafttreten in der Nacht habe es in zwei Randbezirken in der Hauptstadt Tripolis Verstöße gegeben, teilte die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch mit. Ein Kommandeur der selbst ernannten Libyschen Nationalarmee (LNA) des Generals Chalifa Haftar erklärte, die Regierung habe "mit allen möglichen Waffen, darunter Artillerie, an mehr als einer Front" gegen die Waffenruhe verstoßen.

Die Präsidenten der Türkei und Russlands, Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin, hatten die Waffenruhe am Mittwoch nach einem Treffen in Istanbul angemahnt. Die Türkei unterstützt die Regierung von Al-Sarradsch und hat Truppen nach Libyen entsandt. Russland unterstützt dagegen Haftar gemeinsam mit Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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Beide Seiten erklärten, an der Waffenruhe festzuhalten. Die Sarradsch-Regierung rief die Vereinten Nationen dazu auf, diese mit ihrer Mission im Land (Unsmil) umzusetzen und Verstöße zu verhindern. LNA-Kommandeur Al-Mabruk Al-Gasawi sagte der Zeitung "Al-Marsad", dass seine Truppen sich der Waffenruhe ebenfalls weiter verpflichtet fühlten.

Haftar kontrolliert weite Teile Libyens und wird vom Parlament mit Sitz im Osten des Landes unterstützt. Die Truppen der LNA versuchen seit April, Tripolis einzunehmen, wo die Sarradsch-Regierung ihren Sitz hat. Am Montag hatte die LNA erklärt, bei den Kämpfen die Küstenstadt Sirte eingenommen zu haben. In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg.

Quelle: ntv.de, jog/dpa