Politik

"Liegenbleiben statt Aufstehen" Wagenknechts Rückzug löst Häme aus

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Wagenknecht gründete "Aufstehem" zusammen mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine, um linke Wähler zu erreichen, die sich von den klassischen Parteien abgewandt haben.

(Foto: REUTERS)

"Gute Nachricht" oder nur "peinlich"?: Sahra Wagenknecht zieht sich aus der Führung der Bewegung "Aufstehen" zurück. Uns das nach nur sechs Monaten an der Spitze. Für ihren überraschenden Abgang erntet die Linken-Politikerin nun viel Schadenfreude seitens ihrer politischen Gegner.

Die Ankündigung von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht, sich von der Spitze der Sammlungsbewegung "Aufstehen" zurückzuziehen, hat Häme bei politischen Gegnern ausgelöst. "Wagenknecht bleibt liegen. Will nicht mehr aufstehen. Die Arbeit sollen jetzt andere machen. Peinlich", twitterte der SPD-Politiker Johannes Kahrs.

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Sein Parteikollege Simon Vaut, SPD-Europakandidat aus Brandenburg, sprach von einer "guten Nachricht". Wagenknecht sei mit ihrer Bewegung zu recht sang- und klanglos gescheitert: "Ihr nationaler Sozialismus schadet." Rot-Rot-Grün sei nun "wieder ein bisschen wahrscheinlicher geworden".

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke schrieb auf Twitter: "Aufstehen ist schon wieder am Ende, der linke Traum bleibt wie zu erwarten eine bloße Utopie." Aber auch in den eigenen Reihen wurde Wagenknecht angegriffen. Dass die Bewegung scheitern werde, sei von Anfang an klar gewesen, schrieb Anke Domscheit-Berg, die für die Linke im Bundestag sitzt, aber kein Parteimitglied ist. "Man kann Bewegungen nicht von oben anordnen und nicht undemokratisch führen."

Es habe Partei und Fraktion sehr belastet, dass Wagenknecht mit "Aufstehen" lange Zeit andere Prioritäten gehabt habe "und inhaltliche Widersprüche zu Fraktions- und Parteipositionen vertrat", kritisierte Domscheit-Berg. "Ob ihr Rücktritt von Aufstehen das ändert, wird sich zeigen."

Wagenknecht selbst versicherte auf ihrer Facebook-Seite: "Selbstverständlich werde ich mich weiter für 'Aufstehen' engagieren und die Bewegung mit aller Kraft unterstützen." Es handele sich um ein großartiges Projekt, das gebraucht werde. "Allerdings brauchen wir genau dafür funktionsfähige Strukturen, in den Ländern, vor allem aber an der Spitze. Und meines Erachtens ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Berufspolitiker uns stärker zurücknehmen und denjenigen mehr Verantwortung übergeben sollten, die die Bewegung an der Basis ohnehin tragen."

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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