Politik

Anschläge auf Hotels und Kirchen Weitere Explosionen erschüttern Sri Lanka

Eine ganze Serie von Anschlägen kostet in Sri Lanka mehr als 200 Menschen das Leben. Mehr als 450 Menschen werden nach mindestens acht Explosionen verletzt. Ziel der Angriffe sind Kirchen und Hotels. Das Land ist erschüttert.

In Sri Lanka hat es nach den sechs Explosionen am Morgen zwei weitere Anschläge gegeben. Eine Explosion ereignete sich laut Polizei in einem kleinen Hotel in Dehiwala-Mount Lavinia, einem Vorort von Colombo. Dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Eine weitere gab es in Orugodawatta, einem weiteren Vorort im Norden der Hauptstadt. Zum genauen Ort der Explosion und den möglichen Opfern dort lagen zunächst keine Angaben vor.

Zuvor hatte es bereits eine Explosionsserie in drei Kirchen und drei Hotels in dem Inselstaat gegeben, dabei waren mindestens 200 Menschen getötet und mehr als 450 verletzt worden. Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe rief auf Twitter alle Einwohner seines Landes auf, angesichts der Tragödie einig und stark zu bleiben. Die Verbreitung von Spekulationen und unbestätigten Berichten müsse vermieden werden, appellierte der Regierungschef an die Bevölkerung. Die Regierung unternehme alle nötigen Schritte, fügte er hinzu und berief das Nationale Sicherheitskabinett zu einer Sitzung ein.

Bisher unbestätigten Angaben zufolge soll es sich dabei um die Kochchikade Church, die Katuwapitiya Church, die Church in Batticaloa sowie das Shangrila Hotel, Cinnamond Grand Hotel, Kingsbury Hotel handeln. Zunächst war von zwei Explosionen in zwei Kirchen die Rede gewesen. Unter den Todesopfern waren nach Krankenhausangaben US-Bürger, Briten, Japaner und Niederländer. Ob auch Deutsche darunter waren, versuche die Botschaft in Sri Lanka "mit Hochdruck" aufzuklären, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD).

Diskriminierung und Gewalt

Die Kirchenverwaltung NCEASL, die mehr als 200 Kirchen und andere christliche Organisationen in Sri Lanka vertritt, hatte sich jüngst besorgt über vermehrte Übergriffe geäußert. Im vergangenen Jahr habe es 86 bekannte Vorfälle von Diskriminierung, Drohungen und Gewalt gegen Christen und ihre Einrichtungen gegeben. In diesem Jahr seien es bislang 26 gewesen. So hätten buddhistische Mönche wiederholt versucht, christliche Gottesdienste zu stören.

Nach statistischen Daten von 2012 sind unter den rund 22 Millionen Einwohnern Sri Lankas 70 Prozent Buddhisten, gut zwölf Prozent Hindus, knapp zehn Prozent Muslime und gut sieben Prozent Christen. Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer.

Zu den mutmaßlichen Attentaten bekannte sich bisher niemand. Sollten sich die Explosionen als Angriffe herausstellen, dann wären diese die schwersten seit Ende des Bürgerkrieges, der nach 26 Jahren 2009 zu Ende gegangen war. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatten für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich mit aller Härte. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

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Quelle: n-tv.de, jaz/AFP/dpa/rts

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