Politik

Attentäter hieß Adrian Russell Weitere Festnahmen nach Anschlag gemeldet

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Rowley infomierte die Öffentlichkeit.

(Foto: picture alliance / Lauren Hurley)

Am zweiten Tag nach dem Terroranschlag in London gehen die Behörden weiter gegen verdächtige Islamisten vor. Die Polizei meldet zwei "bedeutsame" Festnahmen. Die Identität des Attentäters wird öffentlich: ein krimineller Brite namens Adrian Russell.

Nach dem Anschlag in London hat es in der Nacht zwei weitere Festnahmen gegeben. Der Anti-Terror-Beauftragte der Polizei, Mark Rowley, sprach von zwei "bedeutsamen" Festsetzungen. Die Ermittler untersuchten nun, ob der Attentäter von London auf Anweisung von anderen Personen gehandelt habe, sagte Rowley. Seinen Angaben zufolge sind seit dem Anschlag insgesamt neun Verdächtige in Gewahrsam genommen worden. Zunächst hatte es nach dem tödlichen Attentat vom Mittwoch acht Festnahmen gegeben, eine Frau wurde aber wieder freigelassen.

Rowley gab außerdem den Geburtsnamen des Angreifers mit Adrian Russell an und bat die Öffentlichkeit um Informationen zu dem gebürtigen Briten. Die Polizei hatte die Identität des Angreifers zunächst mit Khalid Masood angegeben. Sie verwies aber darauf, dass er unter einer Reihe von Decknamen bekannt gewesen sei.

Russell sei der Polizei bereits wegen Gewaltdelikten und unerlaubtem Waffenbesitz aufgefallen, teilte Scotland Yard mit. Dem "Guardian" zufolge soll er auch schon eine Haftstrafe abgesessen haben. Nach Angaben von Premierministerin Theresa May stand er schon vor einigen Jahren im Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. Sie nannte ihn aber eine "Randfigur".

Ringen um fünf Schwerverletzte

Der 52-Jährige wurde in der südostenglischen Grafschaft Kent geboren und lebte zuletzt in der Region West Midlands. Er tötete am Mittwoch im Regierungsviertel zwei Fußgänger und einen Polizisten, bevor er selbst erschossen wurde.

Ein bei dem Anschlag schwer verletzter 75-Jähriger starb am Donnerstagabend im Krankenhaus. Fünf weitere Opfer wurden wegen schwerer Verletzungen noch intensiv betreut. Insgesamt wurden rund 40 Menschen aus elf Ländern verletzt, unter ihnen auch eine Deutsche.

Die Terrormiliz Islamischer Staat beanspruchte den Anschlag für sich. Einer ihrer "Soldaten" habe die Operation ausgeführt, erklärte das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der "internationalen Koalition" anzugreifen. Damit ist die Anti-IS-Koalition unter Führung der USA gemeint, der unter anderem Großbritannien, Frankreich und Deutschland angehören.

Quelle: ntv.de, shu/dpa