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Terroranschlag in Nigeria Welt verurteilt Angriff auf Moschee

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Der Tatort auf einem Video von NTA/Channels TV.

(Foto: AP)

UN, EU und die USA verurteilen das neuerliche Attentat auf die zentrale Moschee der Stadt Kano in Nigeria. Es wird vermutet, dass die Terrorgruppe Boko Haram Urheber des Anschlags ist. Die Zahl der Toten und Verletzten soll bei fast 400 liegen.

Der verheerende Anschlag mutmaßlicher Extremisten auf eine Moschee in Nigeria ist international scharf verurteilt worden. Es könne für Angriffe auf Zivilisten "keine Rechtfertigung geben", erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, die "fürchterliche" Attacke trage alle Handzeichen der islamistischen Sekte Boko Haram. Nach vorläufigen Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 120 Menschen getötet und 270 weitere verletzt.

Die Angreifer zündeten laut Polizeiangaben während des Freitagsgebets in der Großen Moschee der Millionenstadt Kano zwei Sprengsätze, anschließend eröffneten sie mit Gewehren das Feuer auf die Gläubigen. Der oberste Geistliche der Moschee hatte in der vergangenen Woche zum Kampf gegen Boko Haram aufgerufen, weshalb der Verdacht auf die Extremistengruppe fiel. Allerdings bekannte sich zunächst niemand zu der Tat.

Zahl der Opfer nicht offiziell

Auch eine offizielle Zahl von Opfern gab es bis zum Samstagmorgen nicht. Vorläufigen Angaben der Rettungskräfte zufolge wurden mindestens 120 Menschen getötet und 270 verletzt. Ein AFP-Reporter zählte allein in der Leichenhalle einer Klinik 92 Tote. Hunderte Menschen suchten unter den Opfern nach Angehörigen. Ein Mitarbeiter der Rettungskräfte sagte, die Opfer seien in mindestens drei weitere Kliniken gebracht worden.

Ein Polizeisprecher sagte, vier der Angreifer seien von der aufgebrachten Menschenmenge gelyncht worden, die anderen hätten im Chaos fliehen können. Augenzeugen berichteten, dass Sicherheitskräfte Schüsse abgegeben hätten, um weitere Angreifer abzuschrecken. Der Polizeisprecher schätzte die Zahl der Attentäter auf etwa 15.

Aufenthaltsort des Emirs unbekannt

Die Große Moschee ist direkt an den Palast des Emirs von Kano angeschlossen, des zweithöchsten islamischen Geistlichen in Nigeria. Emir Muhammad Sanusi II. hatte vergangene Woche in der Moschee zum bewaffneten Widerstand gegen die Islamistengruppe Boko Haram aufgerufen. Zugleich hatte er der Armee vorgeworfen, die Bevölkerung nicht vor den Angriffen zu beschützen. Wo sich der Emir zum Zeitpunkt des Anschlags befand, war unklar.

US-Außenamtssprecherin Psaki warf Boko Haram vor, Nigeria weiter destabilisieren zu wollen. Auch EU-Chefdiplomatin Federica Mogherini verurteilte den Angriff scharf. Indem sie auf ein muslimisches Gebetshaus zielten, "haben die Terroristen die vollständige Missachtung der Heiligkeit von Menschenleben gezeigt". Ihr einziges Ziel sei es, "Schrecken und Leid zu verbreiten". Im Namen der EU drückte Mogherini den Familien der Opfer, der muslimischen Gemeinschaft und allen Nigerianern ihr Beileid aus. "Die EU unterstützt Nigerias Regierung und die Bevölkerung im Kampf gegen Terrorismus und für den Respekt der Menschenrechte", erklärte sie.

Die sektenartige Bewegung Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2009 töteten die Extremisten bei Angriffen auf Armee, Behörden, Schulen und Kirchen mehr als zehntausend Menschen. Allein in den vergangenen Tagen wurden bei Anschlägen auf einen Markt in Maiduguri und auf Fischhändler am Tschadsee dutzende Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP

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