Politik

"Fassungslos und entsetzt" Weltweite Solidarität mit Sri Lanka

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Bei den Angriffe sind nach derzeitigem Stand mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

(Foto: REUTERS)

Innerhalb weniger Stunden werden in Sri Lanka mehrere christliche Kirchen und Hotels angegriffen. Weltweit drücken Politiker ihre Trauer aus.

Mit Trauer und Entsetzen haben Politiker weltweit auf die Anschlagsserie in Sri Lanka reagiert. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker reagierte bestürzt auf die Angriffe mit derzeit mindestens 207 Toten. "Ich spreche den Familien der Opfer, die sich zu einem friedlichen Gottesdienst versammelt hatten oder kamen, um dieses wunderschöne Land zu besuchen, mein Beileid aus", schrieb Juncker auf Twitter. "Wir sind bereit zu helfen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte dem Präsidenten des Landes, Maithripala Sirisena, ihre Anteilnahme. Mit Trauer und Entsetzen habe sie von den schweren Anschlägen erfahren, heißt es in dem Kondolenzschreiben. "Es ist schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen, ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren", schrieb die Kanzlerin. "In dieser schweren Stunde trauern wir mit den Hinterbliebenen und beten für die schnelle Genesung der Verletzten. Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich tief betroffen. "Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden", erklärte er in Berlin. "Besonders niederträchtig ist, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden." Deutschland stehe an der Seite des Landes "in der Entschlossenheit, dem menschenverachtenden Terror entgegenzutreten". Den Verletzten wünschte Steinmeier Kraft und schnelle Genesung. "Meine Gedanken sind auch bei den Hinterbliebenen und Freunden der Opfer und den Helfern vor Ort."

Tod und Hass haben keine endgültige Macht

Papst Franziskus nahm in seiner Osteransprache Bezug auf die Vorgänge in Sri Lanka. Er sei mit "allen Opfern dieser brutalen Gewalt", die "ausgerechnet am Ostersonntag Trauer und Schmerz" erlitten hätten, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche kurz nach Erteilung des traditionellen Ostersegens "Urbi et Orbi". "Tod und Hass haben keine endgültige Macht über den Menschen. Daran glauben wir, gerade an Ostern", sagte der Papst.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schrieb an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka, Bischof Julian Winston Fernando: "Ich denke an die Menschen in Sri Lanka, die weinen wie Maria am Grab Jesu. Auch die schlimmste Gewalt wird uns nicht dazu bringen, vor dem Hass zu kapitulieren. Gerade jetzt gilt: Christus ist auferstanden und nimmt alle Opfer von Hass und Gewalt mit ins neue Leben."

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nahm Bezug auf das Osterfest als Zeitpunkt der Anschläge: "Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden. Besonders niederträchtig ist, dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden."

Erdogan: Terror hat keine Religion

Die britische Premierministerin Theresa May bezeichnete die Serie von Anschlägen auf Kirchen und Hotels als "entsetzlich". "Wir müssen zusammenhalten und sicherstellen, dass niemand seinen Glauben in Furcht praktizieren muss", teilte May in London mit. Bei den Anschlägen in dem südasiatischen Inselstaat waren auch Ausländer ums Leben gekommen.

Russlands Präsident Wladimir Putin sprach in einem Schreiben an den Präsidenten von Sri Lanka von einem "grausamen und zynischen Verbrechen inmitten der Osterfeiertage". Putin schrieb weiter: "Ich gehe davon aus, dass Täter und Auftraggeber eine verdiente Strafe bekommen." Russland stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite von Sri Lanka. Das Land trauere mit der Bevölkerung von Sri Lanka, gleichzeitig hoffe Putin auf eine schnelle Genesung der Verletzten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach in einem Tweet von einem "Angriff auf die gesamte Menschheit". Im Namen der Türkei spreche er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und wünsche den Verletzten schnelle Genesung. Außenminister Mevlüt Cavusoglu schrieb auf Twitter, was auch immer die Motivation sei, der "niederträchtige Anschlag" in Sri Lanka sei "feige, barbarisch und kaltblütig", genau so wie der Mitte März im neuseeländischen Christchurch verübte Angriff auf Moscheen. "Terror hat keine Religion, keine Nation, keine Geografie."

Quelle: n-tv.de, mau/sba/dpa

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