Politik

Deutschland unter Kritikern Westen wirft China "Folter" in Xinjiang vor

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Haftlager in der chinesischen Provinz Xinjiang - China werden schwere Menschenrechtsverstöße in derartigen Einrichtungen vorgeworfen.

(Foto: AP)

Deutschland, die USA und Großbritannien greifen China bei einer UN-Konferenz scharf an. Die UN-Botschafterin der USA berichtet von der Unterdrückung der Uiguren in China. Die muslimische Minderheit würde "gefoltert", Frauen würden "zwangssterilisiert". China weist die Vorwürfe zurück.

Deutschland, die USA und Großbritannien haben China bei einer UN-Konferenz aufgefordert, die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren zu beenden. Der deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen rief Peking bei der von Deutschland mitorganisierten Video-Konferenz auf, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu achten und die Haftlager in der Provinz Xinjiang zu schließen. Wenn China nichts zu verbergen habe, solle es der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte endlich "ungehinderten Zugang" nach Xinjiang gewähren.

An der Planung der Konferenz waren neben Deutschland auch Großbritannien und die USA sowie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beteiligt. Die UN-Botschafterin der USA, Linda Thomas-Greenfield, sagte, in Xinjiang würden Menschen "gefoltert" und Frauen "zwangssterilisiert". Viele Uiguren, aber auch Angehörige anderer religiöser Minderheiten müssten dort "bis zum Umfallen arbeiten", um im staatlichen Auftrag Kleidung und andere Waren zu produzieren.

Die US-Regierung werde dazu erst schweigen, wenn "die chinesische Regierung ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Völkermord an den Uiguren und anderen Minderheiten in Xinjiang beendet", fügte Thomas-Greenfield hinzu.

China hatte die Konferenz schon im Vorfeld scharf kritisiert und eine Absage verlangt. "Diese Veranstaltung basiert auf reinen Lügen und politischen Vorurteilen", hatte die chinesische Vertretung bei den Vereinten Nationen am Montag erklärt. Nun erklärte sie, die Lage in Xinjiang sei so gut wie nie zuvor.

Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in Xinjiang mindestens eine Million Angehörige der Uiguren und anderer muslimischer Minderheiten in Haftlagern eingesperrt. Dort werden sie den Angaben zufolge zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Peking weist die Vorwürfe zurück und spricht von Ausbildungs- und Arbeitsprogrammen gegen Extremismus.

Quelle: ntv.de, dbe/AFP

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