Nach Druck des PräsidentenUS-Geschichtsmuseum entfernt kritisches Hinweisschild zu Trump

Die National Portrait Gallery in Washington zeigt alle US-Präsidenten und informiert kritisch über deren Geschichte. Trump ist das zuwider. Er droht dem Museum mit Kürzungen. Nun wird der Text entfernt, der über die Ermittlungen gegen den US-Präsidenten informiert hatte.
Die berühmte National Portrait Gallery der Smithsonian Institution in Washington D.C. hat einen Infotext neben einem Porträt von Präsident Trump entfernt und geändert, der sich auf die beiden Amtsenthebungsverfahren gegen ihn bezogen hatte. Der Schritt erfolgte im Rahmen des Austauschs seines Porträts in der Ausstellung "America's Presidents", wie die Zeitung "New York Times" berichtete.
Der ursprüngliche Text hatte die Trump-Regierung seit Langem verärgert und zu einem öffentlichen Streit mit der Museumsleitung geführt. Besonders ein Satz sei ständiger Streitpunkt gewesen. Er habe die Leser über "zwei Amtsenthebungsverfahren wegen Machtmissbrauchs und Anstiftung zum Aufruhr infolge des Angriffs auf das Kapitol am 6. Januar 2021" informiert, heißt es in dem Bericht weiter.
US-Medien zufolge beschränkt sich der neue Begleittext zu Trumps Porträt nun auf Basisinformationen: Er wird als 45. und 47. Präsident genannt und sein Geburtsjahr 1946 angegeben. Politische Kontroversen, Ermittlungen und Anklagen werden nicht mehr erwähnt.
Das neue Bild hatte Trump bereits im Oktober auf seiner Plattform "Truth Social" gelobt. Das Foto zeigt ihn in Schwarz/Weiß mit ernster Miene und gestützten Fäusten auf seinem Schreibtisch im Oval Office. Ein Sprecher des Weißen Hauses bezeichnete es nun als "ikonisches Foto" des Präsidenten und dass dessen "unvergleichliche Ausstrahlung in den Hallen der National Portrait Gallery zu sehen und zu spüren sein" werde.
Regierung droht mit Budgetkürzungen
Mit seinen umfangreichen historischen Sammlungen und Ausstellungen ist das Smithonian Institution das wichtigste Geschichtsmuseum der Vereinigten Staaten. Die National Portrait Gallery ist Teil davon und zeigt neben US-Präsidenten die wichtigsten Persönlichkeiten der US-Geschichte. Seit Trumps Wiederwahl übte dieser jedoch zunehmend Druck auf die Institution aus und drohte zwischenzeitig der damaligen Direktorin Kim Sajet mit der Entlassung. Diese trat jedoch schließlich freiwillig zurück.
Seine öffentliche Kritik an der Ausstellung endete jedoch nicht mit dem Personalwechsel der Museumsleitung: Bereits kurz nach seiner erneuten Amtseinführung hatte Trump zusätzlich ein Dekret zur "Wiederherstellung von Wahrheit der Amerikanischen Geschichte" unterzeichnet. Dieses veranlasste die Behörden, die Museumseinrichtung nach "unangemessener Ideologie" zu untersuchen.
Das hat das Museum in eine schwierige Lage gebracht, da es umfangreiche Unterlagen zu aktuellen und geplanten Ausstellungen vorlegen musste. Ansonsten droht die Regierung laut Zeitungsbericht mit Kürzungen ihrer rund eine Milliarde Dollar umfassenden, überwiegend staatlich finanzierten Fördergeldern. Das Smithonian erklärte schließlich, es habe "ein unerschütterliches Bekenntnis zu Wissenschaft, rigoroser Forschung und der genauen, sachlichen Darstellung der Geschichte".
Bei anderen Präsidenten wie Andrew Johnson oder dem Demokraten Bill Clinton sind Informationen über Amtsenthebungsverfahren in den Ausstellungen weiterhin enthalten.