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Gericht kippt Millionenforderung Wien gewinnt Rechtsstreit um Hitler-Haus

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Bis zu seinem dritten Lebensjahr lebte Adolf Hitler in seinem Geburtshaus in Braunau am Inn. Die Stätte zieht Antifaschisten und Neonazis gleichermaßen an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Geburtshaus von Adolf Hitler wird den österreichischen Staat keine Millionensumme kosten. Nach ihrer Enteignung wollte die frühere Besitzerin weitere 1,5 Millionen Euro für das Gebäude in Braunau am Inn. Das Geld wird sie nicht bekommen, entscheidet der Oberste Gerichtshof in Wien in letzter Instanz.

Der jahrelange Rechtsstreit um das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn ist höchstinstanzlich entschieden. Wie das Innenministerium in Wien mitteilte, entschied der Oberste Gerichtshof, dass es bei der bereits gezahlten Entschädigung von 810.000 Euro an die frühere Besitzerin Gerlinde Pommer bleibt.

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Eine Tafel vor dem Hitlerhaus erinnert an den nationalsozialistischen Massenmord.

(Foto: picture alliance / Matthias Röde)

Das Oberlandesgericht Linz hatte im April 2019 einen Beschluss des Landgerichts Ried zur Zahlung von 1,5 Millionen Euro aufgehoben. Dieses Urteil bestätigte nun der Oberste Gerichtshof. Das Haus, in dem Hitler 1889 geboren wurde, war im Dezember 2016 nach jahrelangem Leerstand enteignet worden.

Innenminister Wolfgang Peschorn bekräftigte, nach der rechtkräftigen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wolle er "jede Form der Wiederbetätigung und nationalsozialistischer Umtriebe unterbinden". Mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs soll eine Umnutzung eingeleitet werden, zu der er allerdings keine Einzelheiten mitteilte.

Hitler lebte in dem Haus nur bis zum dritten Lebensjahr. An seinem Geburtstag versammeln sich alljährlich Antifaschisten zu einer Protestkundgebung vor dem Gebäude, das allerdings auch immer wieder Neonazis anzieht. Von 1972 bis 2011 war in dem Haus ein Zentrum für Behinderte untergebracht, danach verweigerte Pommer jede weitere Nutzung.

Pommers Familie war fast hundert Jahre lang im Besitz des Hauses. Anfang der 70er Jahre pachtete die österreichische Regierung das Gebäude. Seit 2011 stand das 800 Quadratmeter große Eckhaus in der Altstadt von Braunau jedoch leer und die Besitzerin erteilte auch keine Erlaubnis für dringend notwendige Renovierungsarbeiten. Genauso lehnte Pommer mehrere Kaufangebote des Innenministeriums ab. Mit der Enteignung sicherte sich der Staat langfristig die Kontrolle über das Haus, damit es nicht zu einem Pilgerort für Neonazis werden kann.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP

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