Politik

Bauernverband im n-tv Frühstart "Wir haben Rezepte für Umweltschutz"

Im Streit um die deutsche Landwirtschaftspolitik lädt Kanzlerin Merkel zum Agrargipfel nach Berlin. Vor dem Termin betont der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Krüsken, im n-tv Frühstart die Dialogbereitschaft der Bauern, erneuert zugleich aber die Kritik an der Bundesregierung.

Vor dem Agrargipfel im Bundeskanzleramt hat der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, Bernhard Krüsken, die Bundesregierung aufgefordert, Landwirte stärker in den Umweltschutz einzubinden. "Wir wollen den Dialog. Wir wollen konstruktive Lösungen, wir bieten konstruktive Lösungen an", sagte Krüsken im n-tv Frühstart. "Wir haben Rezepte und es gibt relativ viele Dinge, gerade im Bereich Umweltschutz, die man nur mit den Landwirten effektiv bewegen kann und nicht gegen die Landwirte."

Nach bundesweiten Bauern-Protesten hat Kanzlerin Angela Merkel für heute zu einem Agrargipfel in Berlin geladen, an dem Vertreter von rund 40 landwirtschaftlichen Verbänden und Organisationen teilnehmen werden. Mit dem Termin im Kanzleramt reagiert die Bundesregierung auch auf Proteste gegen geplante neue Vorgaben zum Schutz von Insekten und strengere Düngeregeln.

Die Landwirte hätten viele Ideen, was man machen könne in Sachen Umwelt-, Arten- und Klimaschutz, erklärte Krüsken im n-tv Frühstart. "Da können wir wirklich einen signifikanten Beitrag leisten, und wir wünschen uns eigentlich, dass die Umweltpolitik der Bundesregierung das unterstützt und nicht konterkariert. Das ist nämlich der Fall."

Artenschutz sei laut Krüsken ein Thema, das im ureigenen Interesse der Landwirtschaft liege. "Wir brauchen auch um Landwirtschaft herum intakte Biotope, das gilt auch zum Beispiel für Insektenschutz. Aber wenn man es handwerklich so unzureichend macht, wie die Bundesregierung das vorhat, dann kann es nicht gelingen", kritisierte er. Es gehe speziell beim Insektenschutz um die Erhaltung von Biotopen in der Agrarlandschaft. "Und das können Sie nicht mit dem Ordnungsrecht und mit der Anordnung von Behördenseite, sondern das können Sie nur, indem Sie das in der Agrarlandschaft mit Landwirten organisieren."

Signalwirkung vom Agrargipfel erwartet

Krüsken kritisierte, nationale Spielregeln passten nicht zusammen mit einem gemeinsamen europäischen Markt. "Wir sehen, dass die Betriebe sehr viele nationale Regelungen aufgepackt bekommen, die vielleicht der eine oder andere europäische Kollege nicht hat. Das ist natürlich in einer wettbewerbsstarken Branche, in der wir nun mal sind, ein gravierender Nachteil."

Vom Agrargipfel erwarten die Landwirte laut Krüsken, "dass heute ein Signal kommt, dass man diesen Dialog weiterführt". Mit 40 Organisationen, die sehr unterschiedlich groß seien, sei das relativ schwierig. "Deshalb sagen wir, das kann ein Auftakt sein."

Quelle: ntv.de, fni