Politik

Anträge in weiteren Staaten geplant Wisconsin bereitet Neuauszählung vor

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Ist Trump der Wahlsieg noch zu nehmen? Experten zweifeln - aber in Wisconsin wird neu ausgezählt.

(Foto: REUTERS)

Experten sind skeptisch, ob sich das Wahlergebnis in den USA tatsächlich noch entscheidend ändert. Doch die Grünen-Kandidatin Stein reicht eine Petition auf eine Neuauszählung in Wisconsin ein. Zwei weitere Staaten sollen folgen.

Im US-Staat Wisconsin werden nach der knappen Niederlage der Demokratin Hillary Clinton bei der Präsidentschaftswahl die Stimmen neu ausgezählt. Eine entsprechende Petition reichte die Grünen-Kandidatin Jill Stein am Freitag (Ortszeit) bei der zuständigen Wahlkommission ein. Sie will außerdem Neuauszählungen in Pennsylvania und Michigan beantragen.

Hätte Clinton bei der Wahl am 8. November in allen drei Staaten gewonnen, hätte sie den Gesamtsieg gegen den republikanischen Kandidaten Donald Trump geholt. Dass Stein die Neuauszählungen fordert und nicht Clinton selber, gilt aber als ein Hinweis darauf, dass sich die Ex-Außenministerin allenfalls eine minimale Chance ausrechnet, das Gesamtergebnis noch umzukehren. Auch Experten halten es für unwahrscheinlich, dass Clinton durch die Neuauszählungen alle drei Staaten zugesprochen werden.

Fristen für Anträge laufen ab

Trump ist bereits dabei, seine Regierung zusammenzustellen. Seine Vereidigung findet am 20. Januar statt. Der Republikaner hatte in Wisconsin mit einem Vorsprung von etwa 27.000 Stimmen gewonnen und auch Pennsylvania knapp für sich entschieden. Er scheint außerdem auf einen Sieg in Michigan zuzusteuern, wo das Ergebnis erst am Montag offiziell feststehen soll.

Die Neuauszählung in Wisconsin muss bis zum 13. Dezember abgeschlossen sein. Entsprechende Anträge zu einer Neuauszählung in den beiden anderen Staaten müssen in Pennsylvania spätestens am Montag, in Michigan bis Mittwoch eingereicht werden. Dann laufen die Fristen ab.

Anfällig für Hackerangriffe

Computer-Experten hatten darauf hingewiesen, dass die in Wisconsin benutzten Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien und deswegen in anderen Bundesstaaten, etwa Kalifornien, nicht benutzt werden dürfen. Die favorisierte Clinton hatte demzufolge in Stimmbezirken, in denen Wahlmaschinen benutzt wurden, deutlich schlechter abgeschnitten als in Wahllokalen, wo auf handgeschriebene Stimmzettel gesetzt worden war.

Landesweit waren bei der Wahl am 8. November auf Clinton rund zwei Millionen mehr Stimmen entfallen als auf Trump. Die Vergabe der Wahlmänner erfolgt jedoch auf Basis der Bundesstaaten nach dem Winner-Takes-All-Prinzip: Hohe Siege zählen nicht mehr als knappe. So hat Trump eine Mehrheit an Wahlmännern im sogenannten Electoral College.

Quelle: ntv.de, mli/dpa