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"Keinerlei Anzeichen gefunden" Wolff wollte positives Trump-Buch schreiben

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"Fire and Fury" ist bereits ein Bestseller.

(Foto: AP)

Er habe nur auf der Couch gesessen und beobachtet und zugehört, sagt Michael Wolff. So entstand sein Bestseller "Fire and Fury" über US-Präsident Trump. Dabei war die eigentliche Intention des Autors eine ganz andere.

Der Autor Michael Wolff, der Donald Trump in seinem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" die geistigen Fähigkeiten zur Führung des Landes abspricht, wollte nach eigenen Angaben ursprünglich eine Erfolgsgeschichte über den US-Präsidenten schreiben. "Ich war absolut bereit, ein anderes Buch zu schreiben, eines, in dem Trump ein erfolgreicher Präsident ist", sagte Wolff der "Zeit".

Wolff sagte, "in gewisser Hinsicht" hätte ihm das Schreiben eines positiven Buchs "sogar mehr Spaß gemacht". "Denn es wäre das Überraschendere gewesen. Aber dafür habe ich keinerlei Anzeichen gefunden", fügte der Autor hinzu. Wolff bekräftigte seine Einschätzung, wonach Trump mentale Probleme hat: "Wenn Sie mit einem Menschen sprechen, der sich immer und immer wieder wiederholt, dann ist das meiner Meinung nach alarmierend", sagte er.

Mit Blick auf Trumps Verhältnis zu seinen Mitarbeitern sagte Wolff, diese wollten "einfach das Schlimmste verhindern". "Sie sind da, um diesen Typen irgendwie auf einem engen, klaren Pfad zu halten. Die Mitarbeiter versuchen, Trump zu kontrollieren, obwohl sie wissen, dass sie ihn nicht kontrollieren können." Trumps Mitarbeiter seien "keine Menschen, die den Mann, für den sie arbeiten, bewundern. Seine Mitarbeiter sehen ihren Job mehr oder weniger darin, das Land vor ihm zu beschützen."

"Ich zog einfach alles in mich hinein"

Über seine Recherche-Methode sagte der Autor, er habe "nicht einmal Fragen" gestellt. "Ich saß da auf der Couch im Eingangsbereich des West Wing, wartete auf meinen Termin, beobachtete und hörte zu. Ich war wie ein schwarzes Loch, ich zog es einfach alles in mich hinein."

Das am Freitag in den USA erschienene Buch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" (Feuer und Wut: In Trumps Weißem Haus), das am 19. Februar auch in Deutschland erscheinen soll, sorgt für erheblichen Wirbel. Trumps Anwälte hatten vergeblich versucht, das Erscheinen des Buches zu verhindern, das schon jetzt ein Bestseller ist.

Das Buch enthält zahlreiche Zitate von wichtigen Mitarbeitern im Weißen Haus, die Zweifel an Trumps Eignung für das Präsidentenamt äußern. Außerdem geht es um die Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam. Der US-Präsident sprach von einem "Fake Buch" voller Verleumdungen. Eine der wichtigsten Quellen in dem Buch ist Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon, der dafür von Trump scharf angegriffen wurde.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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