Politik

50 Prozent mehr Corona-Opfer Wuhan korrigiert Totenzahl nach oben

Zweifel an den offiziellen Zahlen aus China gab es schon länger - nun werden sie durch eine deutliche Korrektur der Berichte aus Wuhan bestätigt: In der Metropole sind 1290 Menschen mehr an Covid-19 gestorben als bisher bekannt. Dafür gibt es laut Behörden mehrere Gründe.

Die chinesische Stadt Wuhan hat die Zahl der Corona-Toten überraschend um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden berichten, sind in der zentralchinesischen Metropole, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, doch noch weitere 1290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896 Tote. Bislang waren nur 2579 Tote berichtet worden.

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Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren. Es wurden mehrere Gründe für die erhebliche Korrektur genannt. So seien Patienten anfangs zuhause gestorben.

Auch seien Krankenhäuser überfordert und Ärzte und medizinisches Personal mit dem Ansturm der Infizierten zu beschäftigt gewesen, "was zu verspäteten, fehlenden und falschen Berichten führte", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Einige medizinische Einrichtungen seien nicht an das Informationsnetzwerk angeschlossen gewesen oder hätten nicht zeitnah berichtet. Berichte über einige Verstorbene seien auch nicht vollständig gewesen, berichtete Xinhua weiter.

Es geht um die Glaubwürdigkeit

So hätten die Behörden die vorliegenden Daten überarbeitet, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Es gehe bei den Daten auch um die "Glaubwürdigkeit der Regierung", zitierte die Agentur einen nicht genannten Offiziellen. China hat das Virus den Angaben zufolge weitgehend unter Kontrolle. Die nationale Gesundheitskommission berichtete zuletzt von 26 neuen Infektionen - darunter 15 "importierte" Fälle mit Sars-CoV-2 bei Reisenden und 11 neue lokale Ansteckungen.

In China haben sich nach diesen Angaben bislang mehr als 82.000 Menschen infiziert, von denen rund 78.000 inzwischen genesen seien. Allein im schwer betroffenen Wuhan, wo das Virus möglicherweise schon im November ausgebrochen ist, wurden in der jetzt überarbeiteten Statistik 50.333 Fälle (plus 325) aufgeführt.

Quelle: ntv.de, jug/dpa