Politik

Von Spitze der KP ins Gefängnis Xi-Jinping-Kritiker bekommt 18 Jahre Haft

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Ren Zhiqiang leitete früher den staatlichen Immobilienkonzern Huayuan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Offiziell wird dem chinesischen Unternehmer Ren Zhiqiang Korruption vorgeworfen. Der Verurteilte ist allerdings nicht irgendwer. Der ehemalige Parteikader wird auch "Große Kanone" genannt - wegen seiner freimütigen Kritik am Regime. Genau das dürfte Präsident Xi missfallen haben.

Der chinesische Immobilienmagnat Ren Zhiqiang, ein Kritiker von Staatschef Xi Jinping, ist wegen Korruption und Veruntreuung zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Der 69-Jährige wurde von einem Gericht in Peking unter anderem für schuldig befunden, öffentliche Gelder in Höhe von knapp 50 Millionen Yuan veruntreut zu haben, wie das Gericht mitteilte. Das sind umgerechnet etwa 6,3 Millionen Euro.

Ren soll demnach außerdem 1,25 Millionen Yuan an Bestechungsgeldern angenommen haben. Das Gericht erklärte, der Unternehmer habe in allen Anklagepunkten "freiwillig und wahrheitsgemäß" seine Schuld eingestanden und wolle keine Berufung einlegen. Gegen Ren wurde auch eine Geldstrafe von 4,2 Millionen Yuan verhängt.

Ren zählte früher zur Elite der Kommunistischen Partei. Er leitete vormals den staatlichen Immobilienkonzern Huayuan. Durch seine oftmals unverblümte Kritik an Xi erwarb sich Ren den Beinamen "Große Kanone". Kurz bevor er im März aus der Öffentlichkeit verschwand, nannte der Unternehmer den Präsidenten in einem Artikel einen "Clown" und kritisierte dessen Politik in der Corona-Pandemie scharf. Darauf folgte die offizielle Anklage und der Ausschluss aus der Partei.

Während der Anti-Korruptions-Kampagne von Staatschef Xi Jinping sollen nach offiziellen Angaben schon mehr als eine Million Beamte und Politiker auf allen Ebenen bestraft worden sein. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, die Kampagne zur Festigung seiner Macht und zur Beseitigung politischer Gegner zu missbrauchen. Seit Xi im Jahr 2012 in das höchste Staatsamt gelangte, haben Behörden und Partei ihr Vorgehen gegen Kritiker verschärft.

Quelle: ntv.de, lwe/AFP/dpa