Politik

"Qualitätsniveau halten" ZDF-Intendant fordert höhere Beiträge

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ZDF-Intendant Thomas Bellut zeigt sich auch offen für ein Index-Modell.

(Foto: dpa)

Schon jetzt muss jeder Haushalt monatlich 17,50 Euro Rundfunkbeitrag zahlen. Geht es nach dem ZDF-Intendanten Thomas Bellut, wäre jedoch eine weitere Anhebung nötig. Indes sucht der Beitragsservice auf dem Postweg nach möglichen säumigen Zahlern.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hält eine moderate Erhöhung des Rundfunkbeitrags für notwendig. "Ohne eine Beitragsanpassung ist das Qualitätsniveau auf keinen Fall zu halten", sagte Bellut in Mainz. Der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro pro Haushalt und Monat ist bis 2020 festgelegt. Tatsächlich sind es nach Ansicht des Intendanten mehr: "Weil wir aber aktuell die Rücklage einsetzen dürfen, die nach der Umstellung auf den Rundfunkbeitrag entstanden war, beträgt der Beitrag nach unserer Berechnung real bereits 18,35 Euro", sagte Bellut. Mehrere Länder wollen den Beitrag künftig an die Inflationsrate koppeln. Bellut sagte, ob es ein solches Index-Modell geben werde, sei eine Entscheidung der Länder.

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Seit einigen Monaten verschickt der Beitragsservice wieder verstärkt Klärungsschreiben.

(Foto: imago/Eibner)

In den vergangenen Monaten hat der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio zudem rund 2,93 Millionen Menschen angeschrieben, um deren Beitragspflichtigkeit zu klären. Zu diesem Zweck hat der Beitragsservice seinen Datenbestand mit dem der Einwohnermeldeämter abgeglichen, um Hinweise darauf zu finden, wer keinen Beitrag zahlt, obwohl er das eigentlich müsste.

Die Meldebehörden haben ihre Daten mit Stand vom 6. Mai dieses Jahres vollständig an den Beitragsservice geliefert, auch der anschließende Datenabgleich ist inzwischen abgeschlossen, wie die Einrichtung in Köln mitteilte. Das Verschicken der übrigen Klärungsschreiben werde voraussichtlich noch bis Ende März 2019 dauern, so der Sprecher des Beitragsservice, Christian Greuel. Bis dahin sollen insgesamt rund 3,6 Millionen Adressaten Post bekommen haben.

Prognose des Beitragsservice im Frühjahr

Eine erste Prognose zum Erfolg des Meldedatenabgleichs peilt der Beitragsservice für Frühjahr 2019 an. Bislang sind noch keine Informationen dazu bekannt, mit wie viel mehr Geld der Beitragsservice durch den Datenabgleich rechnen kann. Bei den Angeschriebenen kann es sich um Personen handeln, die vergessen haben, ihre Wohnung zum Rundfunkbeitrag anzumelden oder bei einer Meldebehörde mit einer nicht mehr existierenden Wohnung gemeldet sind.

Auch Menschen, die es versäumt haben, dem Beitragsservice ihre aktuelle Anschrift mitzuteilen oder ihn darüber zu informieren, dass sie in einer Wohnung leben, für die bereits ein Mitbewohner zahlt, können darunter sein. Der Beitragsservice empfiehlt den Angeschriebenen, das beigefügte Antwortformular ausgefüllt an den Beitragsservice zurücksenden oder das Onlineformular auf rundfunkbeitrag.de für ihre Rückmeldung zu nutzen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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