Politik

30 Prozent mehr als 2016 Zahl der Mittelmeer-Migranten steigt rasant

29ef8cb65d444a7907269be1f138e279.jpg

Viele Migranten sehen in ihren Heimatländern keine Zukunft für sich - auch wenn bei ihnen kein Krieg tobt.

(Foto: REUTERS)

Eine wachsende Zahl von Migranten versucht, Europa über das Mittelmeer zu erreichen. Die meisten von ihnen stammen aus Ländern südlich der Sahara, beobachtet Frontex. Die Menschenschmuggler gehen demnach immer skrupelloser vor.

Immer mehr Migranten kommen über das Mittelmeer nach Europa. "Von Januar bis Mitte April sind fast 28.000 Menschen von Libyen aus nach Italien gelangt. Das ist ein Anstieg um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum", sagte der Chef der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex, Fabrice Leggeri, der "Passauer Neuen Presse".  Es handele sich aber nicht um syrische Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern vor allem um Menschen von der Elfenbeinküste, aus Guinea, Nigeria sowie Bangladesch.

Die Schleuser nutzten die chaotische Lage in Libyen gnadenlos aus, sagte Leggeri. "Sie setzen inzwischen im Durchschnitt 170 Menschen in ein Boot - oft ohne Proviant und ausreichend Treibstoff. Vor zwei Jahren waren es im Schnitt 100 Migranten."

Türkei hält sich an Abkommen

Die Route von der Türkei durch das östliche Mittelmeer nach Griechenland ist laut Leggeri weitgehend geschlossen. "Seit Anfang des Jahres sind etwa 6000 Menschen über diesen Weg nach Griechenland gelangt. Das sind 94 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, bevor das Abkommen mit der Türkei in Kraft getreten war." Seit März 2016 seien auch mehr als 1000 Migranten in die Türkei zurückgebracht worden.

Anzeichen, dass die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der EU nicht mehr umsetze, gebe es nicht. Über die Balkanroute habe es in diesem Jahr bis Ende März 2800 illegale Grenzübertritte gegeben, sagte Leggeri weiter. Im Gesamtjahr 2016 waren es 123.000 gewesen. Auch dieser Weg sei inzwischen "praktisch geschlossen".

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema