Politik

Beitrag kurz darauf gelöscht Zeitung meldet 13.414 tote russische Soldaten

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Zerstörte russische Militärfahrzeuge finden sich in der Ukraine in großer Zahl.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Kreml-nahe Zeitung "Readovka" veröffentlicht hohe Todeszahlen der russischen Armee und beruft sich auf das Verteidigungsministerium. Kurze Zeit später ist die Meldung wieder verschwunden. Ob es sich um einen Fehler oder Hackerangriff handelt, ist unklar.

Das russische Verteidigungsministerium soll die Zahl der eigenen Verluste deutlich nach oben korrigiert haben. Die Kreml-nahe Zeitung "Readovka" bezifferte die im Ukraine-Krieg gefallenen russischen Soldaten auf dem russischen Portal "VKontakte" auf insgesamt 13.414. Weitere 7000 Soldaten sollen demnach als vermisst gelten. Doch nur kurze Zeit nach der Veröffentlichung wurde der Beitrag wieder gelöscht. Die Zeitung soll später behauptet haben, dass es sich um einen Hackerangriff handelte, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Sollte die Zahl stimmen, würde dies eine Verzehnfachung der letzten offiziellen Angabe über eigene Verluste aufseiten des russischen Militärs bedeuten. Bis dato wurden von Russland weniger als 1500 Tote bestätigt. Über die Zahl verletzter Soldaten wird keine Angabe gemacht.

Der Meldung zufolge sagte der russische Verteidigungsminister auch, dass eine Angabe von Toten "schwierig" sei, da man nicht wisse, wo sich die Leichen der Soldaten befinden. Das belarussische Exilmedium "Nexta" veröffentlichte auf Twitter einen Screenshot der Meldung.

116 Russen sollen auf gesunkener "Moskwa" gestorben sein

Auch zum gesunkenen Flaggschiff "Moskwa" gibt es in dem Beitrag erstmals russische Angaben zu Opfern. Demnach sind 116 tote Matrosen bestätigt, mehr als 100 weitere gelten als vermisst. Die Zahlen decken sich mit Videos, die die russische Führung nach dem Unglück veröffentlicht hat. Bei mehreren Anlässen, an denen die Crew der "Moskwa" gezeigt wird, sind nie mehr als 200 Matrosen zu sehen. Das Schiff soll jedoch eine Besatzung von rund 500 Mann gehabt haben.

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Ob es sich um einen Fehler auf Seiten der Kreml-nahen Zeitung oder tatsächlich um einen Hackerangriff gehandelt hat, ist unklar. Auch ist nicht gewiss, ob die Zahlen der Realität entsprechen. Der gelöschte Tweet sollte aber offensichtlich nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Abrufbar ist er allerdings noch immer als archivierter Post.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits zuvor. Das russische Boulevardblatt "Komsomolskaja Prawda" hatte Ende März die Zahl der in der Ukraine getöteten Russen auf 9861 beziffert. Kurz darauf wurde der Artikel gelöscht, was heftige Spekulationen hervorrief. Andere Opferzahlen als die offiziellen zu melden, ist in Russland strafbar.

Quelle: ntv.de, vmi

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