Politik

900 zusätzliche Stellen geplant Zoll verstärkt sich für mögliches Brexit-Chaos

57077230.jpg

900 zusätzliche Personen sollen ab dem kommenden Jahr für den Zoll arbeiten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bis Oktober will sich Großbritannien mit der EU über den Austritt aus der Staatengemeinschaft einigen. Aber noch stehen viele Hindernisse für ein gemeinsames Abkommen im Raum. Der deutsche Zoll bereitet sich einem Medienbericht zufolge bereits auf den Ernstfall vor.

Der deutsche Zoll trifft Maßnahmen für ein Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will die Behörde im kommenden Jahr 900 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um auf die Folgen eines EU-Austritts Großbritanniens ohne Abkommen vorbereitet zu sein.

Die neuen Mitarbeiter sollen dem Bericht zufolge nach aktueller Planung schwerpunktmäßig in der Zollabfertigung der Häfen von Hamburg und Bremen sowie an den großen Flughäfen wie etwa Frankfurt am Main und Köln/Bonn eingesetzt werden. Ein weiterer Hotspot sei demzufolge das DHL-Luftfrachtzentrum am Leipziger Flughafen, sagte ein Sprecher der Generalzolldirektion in Bonn dem Blatt. Mit den zusätzlichen Kräften werde man voraussichtlich in der Lage sein, die Mehrbelastung durch einen harten Brexit ohne Abkommen auszugleichen.

Die Neueinstellungen seien im Haushalt für 2019 vorgesehen, doch die Verstärkung der Zollabfertigung laufe schon jetzt, so der Sprecher. Nachwuchskräfte, die ihre Ausbildung derzeit beendeten, würden bereits in die vom Brexit voraussichtlich betroffenen Bereiche geführt. Beim Zoll arbeiten nach Angaben der Generalzolldirektion insgesamt rund 39.000 Beamte, allerdings nur ein Teil von ihnen in der vom Brexit betroffenen Zollabfertigung.

Grenzkontrollen sind Knackpunkt

Dem "Spiegel" zufolge ist der deutsche Zoll nicht die einzige Behörde in Europa, die derartige Maßnahmen trifft. Auch die Niederlande und Belgien hätten kürzlich publik gemacht, bis Ende März 2019 Hunderte zusätzliche Zollbeamte in die Häfen von Rotterdam und Antwerpen schicken zu wollen.

Die Gespräche zwischen Großbritannien und der EU über den Brexit sollen nach bisherigem Zeitplan im Oktober dieses Jahres abgeschlossen werden. Ende März 2019 will Großbritannien aus der Staatengemeinschaft ausscheiden. Knackpunkt der zähen Verhandlungen ist die Frage, wie Grenzkontrollen zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können. Umstritten ist auch, wie künftige Handelsbeziehungen gestaltet werden. London will eine Freihandelszone für Waren einschließlich landwirtschaftlicher Produkte, aber nicht für Dienstleistungen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema