Politik

Angriff auf die Große Koalition Zweites Duo kandidiert für SPD-Vorsitz

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In einem Duo mit Nina Scheer möchte Karl Lauterbach der neue SPD-Vorsitzende werden.

(Foto: imago images / Christian Spicker)

Nach der ehemaligen NRW-Familienministerin Kampmann und dem Europa-Staatsminister Roth wirft nun ein weiteres Team seinen Hut in den Ring: Die Bundestagsabgeordneten Lauterbach und Scheer möchten die neuen SPD-Vorsitzenden werden und nennen konkrete Vorhaben.

Für den SPD-Parteivorsitz hat ein zweites Bewerber-Duo sein Interesse angemeldet: Die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer kündigten an, als Team für die Parteispitze kandidieren zu wollen. Es gehe ihnen um eine Politik, die Ungleichheiten vermindere, die natürlichen Lebensgrundlagen schütze und unverwässert sozialdemokratisch sei.

Sie wollten "als Team Parteivorsitzende der SPD werden", teilten der Gesundheitsexperte und die Umweltpolitikerin in einem neunseitigen Bewerbungsschreiben unter dem Titel "sozial - ökologisch - klar" mit. Darin plädieren sie für einen Ausstieg aus der Koalition mit der Union. "Ein fortgesetztes Bündnis mit den Unionsparteien erschwert für die Bürgerinnen und Bürger zunehmend die politische Orientierung und schadet somit auch der Parteiendemokratie", heißt es darin.

Die 47-jährige Scheer sitzt seit 2013 für die SPD im Bundestag. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung. Der Gesundheitspolitiker Lauterbach ist bereits seit 2005 Bundestagsabgeordneter. Er ist seit 2013 stellvertretender Fraktionsvorsitzender, zuständig für die Bereiche Gesundheit, Petition, Wissenschaft, Bildung und Forschung. Für ihre Bewerbung richteten die beiden eine eigene Homepage ein, die zunächst ausgelastet war.

Mehrstufiger Prozess

Vor anderthalb Wochen hatten bereits Außen-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige NRW-Landesministerin Christina Kampmann offiziell ihre Bewerbung angemeldet. Die SPD sucht nach dem Rücktritt von Andrea Nahles eine neue Spitze, im Gespräch ist dafür ein Duo. Interessenten können ihre Kandidatur noch bis zum 1. September anmelden. Sie müssen die   Unterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband haben.

Anschließend stimmen im Oktober die etwa 440.000 SPD-Mitglieder ab. Erlangt niemand im ersten Anlauf eine absolute Mehrheit, ist eine Stichwahl im November geplant. Das letzte Wort über den künftigen Vorsitz und auch über die Installierung einer Doppelspitze fällt ein Parteitag im Dezember.

Quelle: n-tv.de, psa/dpa/AFP/rts

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