Posten bleibt in der FamilieLindsey Grahams Schwester übernimmt dessen Mandat

US-Präsident Trump nennt es eine "fabelhafte Würdigung" des verstorbenen US-Senators Graham: Dessen jüngere Schwester Darline Graham Nordone springt in die Bresche. Dabei hat sie offenbar keine Erfahrungen in der Politik.
Nach dem Tod des einflussreichen US-Senators Lindsey Graham setzt sich US-Präsident Donald Trump mit seiner Wunschkandidatin durch: Grahams jüngere Schwester Darline Graham Nordone übernimmt dessen Amtsgeschäfte. Der Gouverneur des Bundesstaats South Corolina, Henry McMaster, teilte mit, er habe Nordone darum gebeten. Trump hatte diese Lösung zuvor vorgeschlagen und von einer "fabelhaften Würdigung" Grahams gesprochen.
Nordone sagte bei der Bekanntgabe, dass es ein großes Privileg sei, einen Teil der wichtigen Arbeit ihres Bruders zu Ende führen zu dürfen. "Lindsey war immer für mich da, und jetzt werde ich für ihn da sein". Die "Washington Post" schrieb, dass Nordone keine politische Vergangenheit vorweise und dass über ihre eigenen politischen Ansichten öffentlich nur wenig bekannt sei.
Die Amtszeit des gestorbenen Senators aus South Carolina endet im Januar 2027, bis dahin übernimmt also Darline Graham Nordone. Über die Nachfolge Grahams für die kommenden sechs Jahre wird bei den Kongresswahlen Anfang November abgestimmt. Die Republikaner von South Carolina haben für den 11. August eine parteiinterne Vorwahl angesetzt.
Überraschender Tod am Samstag
Graham war am Samstagabend mit 71 Jahren überraschend gestorben. Als Todesursache stellte der Gerichtsmediziner einen Riss in der Hauptschlagader des Republikaners infolge einer Herzerkrankung fest.
Graham galt als Verbündeter von US-Präsident Trump, mit dem ihn allerdings eine wechselvolle Beziehung verband. Außenpolitisch war er ein Hardliner, der den Kreml scharf für den Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisierte und zur Ermordung von Kremlchef Wladimir Putin aufgerufen hatte. Wiederholt besuchte er die Ukraine und sicherte ihr seine Unterstützung zu.
Der Tod des Senators rief auch international Bestürzung hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz, der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj würdigten die politischen Verdienste des US-Senators.