Politik

Westliche Medien doch vor Ort ntv-Reporter Rainer Munz erhält Zutritt zu AKW Saporischschja

Wenige Stunden nach der Ankunft des IAEA-Teams am AKW Saporischschja behauptet der ukrainische Präsident Selenskyj, dass die russischen Besatzer Journalisten den Zutritt verwehren würden. Das ist jedoch falsch. Gleichwohl waren die westlichen Journalisten in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Entgegen der Behauptungen von Präsident Wolodymyr Selenskyj haben internationale Medienvertreter die Experten der Atomenergiebehörde IAEA bei ihrer Untersuchung in das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja begleitet. Darunter auch ntv-Korrespondent Rainer Munz. Zusammen mit russischen Soldaten konnte Munz am Donnerstag mit einem Kamerateam das Gelände des AKWs betreten und Einschussstellen an den beschädigten Reaktoren filmen.

Selenskyj hatte zuvor behauptet, dass die russischen Besatzer keine internationalen Medien hereingelassen hätte. Mit IAEA-Chef Rafael Grossi sei zwar vereinbart worden, dass ukrainische und internationale Journalisten bei der Mission zu dem von Russland besetzten Kraftwerk in der Südukraine dabei sein dürften, sagte der ukrainische Staatschef am Donnerstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Bei einem Statement Grossis vor dem AKW seien aber im russischen Staatsfernsehen lediglich Mikrofone russischer Medien zu sehen gewesen, so Selenskyj.

Russisches Militär wählte Drehorte aus

Die Reise von ntv-Reporter Rainer Munz zum AKW Saporischschja fand auf Einladung des russischen Außenministeriums statt. Das Team konnte filmen, was das russische Militär zugelassen hat. Nicht erlaubt gewesen war, vor bestimmten Militärprojekten zu drehen. Sonst habe es keine Begrenzungen gegeben, in den persönlichen Einschätzungen seien alle Reporter frei gewesen, berichtet Munz. Er und sein Team hätten sich deshalb entschieden, an der Reise teilzunehmen, damit sie sich trotz Einschränkungen ein eigenes Bild von der Lage in Saporischschja machen konnten. Neben ntv waren auch Medienvertreter aus Frankreich, Italien, Griechenland, Venezuela und Dänemark vertreten. Rainer Munz ist inzwischen wieder nach Moskau zurückgekehrt, von wo aus er seit Kriegsbeginn für ntv berichtet.

Schwierige IAEA-Mission

Der ukrainische Betreiber des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks äußerte inzwischen Zweifel an einer neutralen Begutachtung des Kraftwerks durch die Internationale Atomenergiebehörde. Aufgrund des russischen Einflusses sei eine unabhängige Bewertung durch die IAEA schwierig, teilte der Betreiber Energoatom mit. Zudem werde der IAEA-Delegation der Zutritt zum Krisenzentrum der Anlage verwehrt.

Die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde erreichten das seit Wochen unter Beschuss stehende Kraftwerk am Donnerstagmittag, um es etwa auf Schäden zu untersuchen. Kiew und Moskau machen sich gegenseitig für den Beschuss und die Einschläge auf dem Gelände des AKWs in der jüngsten Vergangenheit verantwortlich. International wächst die Sorge, dass es zu einer Atomkatastrophe kommen könnte.

Quelle: ntv.de, vmi/rts

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