Wellness für Augen und Gesicht?Augenmassagegeräte im Test - dieses Modell sorgt am besten für Entspannung
Von Isabella Campanelli
Bei müden, trockenen oder gereizten Augen nach einem langen Tag am Bildschirm sollen Augenmassagegeräte für Entspannung sorgen - durch Wärme, Druck und Vibration. Für den ntv Produkt-Check testen wir vier Modelle unter 100 Euro.
Ein Augenmassagegerät sieht aus wie eine große, gepolsterte Schlafmaske, die man über die geschlossenen Augen legt. Im Inneren arbeitet ein Luftkissen, das in Wellen sanften Druck auf- und wieder abbaut, ergänzt durch eine Wärme- und Vibrationsfunktion. Laut Herstellern soll dieser Effekt die Muskulatur rund um die Augen entspannen und die Durchblutung fördern. In unserem Test zeigt sich, wie stark der Komfort von der Passform und den individuellen Einstellmöglichkeiten abhängt.
Augenmassagegeräte von Bob and Brad, Renpho und Co. im Test - das Fazit
Als Testsieger setzt sich das Augenmassagegerät Eyeoasis 3 von Bob and Brad* durch. Das Modell überzeugt uns mit der angenehmsten Massage, individuell verstellbarer Wärme und Lautstärke sowie einer praktischen Bluetooth-Funktion. Physische Knöpfe und Sprachansagen erleichtern die Bedienung auch mit aufgesetzter Maske.
So läuft der Augenmassagegeräte-Test ab
Wir wenden die Augenmassagegeräte im Alltag an, jeden Tag jeweils für 15 Minuten. Dabei bewerten wir folgende Testkriterien:
Funktion und Leistung: Massageleistung, Programmauswahl und -vielfalt, individuelle Verstellbarkeit von Wärme, Lautstärke und Druck sowie das allgemeine Entspannungsgefühl
Verarbeitung und Qualität: Materialqualität der Augenbinde, Stabilität, Klangqualität, Passgenauigkeit, Verstellbarkeit des Kopfbands, Gewicht
Preis-Leistung: Verhältnis von Anschaffungspreis zu gebotener Ausstattung, Funktionsumfang und Massagequalität
Benutzerfreundlichkeit und Pflege: Bedienlogik der Knöpfe, Verständlichkeit der Anleitung und Reinigungsaufwand
Ausstattung und Features: Mitgeliefertes Zubehör (zum Beispiel Tasche oder Ladekabel)
Design und Haptik: Optik des Geräts sowie Tragegefühl auf der Haut
Diese Augenmassagegeräte testen wir
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Testsieger: Bob and Brad Eyeoasis 3 Augenmassagegerät
Kurz und knapp: Wer eine besonders angenehme und individuell anpassbare Massage sucht, findet mit dem Bob and Brad Eyeoasis 3 das beste Gesamtpaket, muss aber bei der Soundqualität ein paar Abstriche machen.
Beim Auspacken fällt uns direkt die hochwertige Verpackung auf. Neben dem um 180 Grad faltbaren Gerät liegen ein Ladekabel und eine praktische Aufbewahrungstasche bei. Das Polster im Inneren der Brille besteht aus Kunstleder. Dieses riecht anfangs etwas unangenehm, der Geruch verfliegt aber recht schnell. Insgesamt fühlt sich die Augenbinde weich auf der Haut an. Weiterer Pluspunkt: Sie kann einfach mit einem trockenen oder feuchten Tuch abgewischt werden und ist damit leicht zu reinigen.
Die Massage bei diesem Modell überzeugt uns im Test am meisten. Die Luftkammern bauen langsam und gleichmäßig Druck auf und lassen ihn wieder ab, was wir als sehr entspannend empfinden. Die Massage ist sanft, aber dennoch fest genug. Ein großer Pluspunkt ist die individuelle Einstellbarkeit: Es gibt fünf Modi und vier Massageintensitäten. Hier sollte also für jeden etwas dabei sein. Auch die Wärmefunktion ist wohltuend, nicht zu heiß und sorgt für zusätzliche Entspannung. Laut Hersteller beträgt sie zwischen 40 und 45 Grad. Mit einem Kopfband lässt sich die Maske individuell verstellen. Ein doppellagiges Massagekissen sorgt laut Hersteller dafür, dass der Druck direkt auf die Augäpfel reduziert wird. In unserem Test sitzt das Gerät angenehm, ohne zu verrutschen.
Was uns im Vergleich zu den anderen Modellen besonders gut gefällt, ist die Bedienung. Das Eyeoasis 3* hat richtige physische Knöpfe, die ein klares Feedback geben. So können wir Temperatur, Kompression und Lautstärke auch im "blinden" Zustand verändern, ohne die Maske abnehmen zu müssen. Sprachansagen - leider nur auf Englisch - bestätigen die Auswahl. Das sorgt für Orientierung. Die Klangqualität der vorinstallierten Entspannungsmusik ist in Ordnung, bei der Wiedergabe eigener Musik über Bluetooth könnte sie aber besser sein.
Lieferumfang: Aufbewahrungstasche, Ladekabel
Gewicht: 337 Gramm
Maße: 17,8 x 12,1 x 11,5 cm
Material Augenbinde: weiches, hautschonendes PU-Leder
Ladezeit: 2 Stunden
Ausstattung: Faltbar, 5 Modi, 4 Massageintensitäten, 15-Minuten-Abschaltautomatik, Bluetooth-Funktion, Sprachansagen
Renpho EYERIS 1 Augenmassagegerät - vielseitig mit kleinen Schwächen
Kurz und knapp: Das Modell von Renpho ist eine solide Alternative mit vielen Funktionen, angenehmer Massage und ordentlicher Klangqualität. Allerdings empfinden wir die Wärmefunktion als etwas zu heiß und die Tasten reagieren beim Bedienen nicht auf Anhieb.
Das Augenmassagegerät EYERIS 1 von Renpho ähnelt dem Testsieger in Aufbau und Funktion, auch die Materialqualität überzeugt uns. Das Gerät bietet ebenfalls fünf Modi (Luftdruck und Wärme, Luftdruck und Wärme und Vibration, nur Luftdruck, nur Wärme, nur Vibration) und lässt sich via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden, um eigene Musik oder Podcasts zu hören. Die Klangqualität ist dabei solide und fällt besser aus als beim Testsieger von Bob and Brad. Die bereits eingestellte Musik ist eine Klavier-Entspannungs-Melodie, die wir als entspannend empfinden. Positiv fallen uns auch hier die Sprachansagen auf, die durch die Einstellungen führen und bei Bedarf auch stummgeschaltet werden können. Leider sind diese - wie auch beim Testsieger - nur auf Englisch zu hören.
Ein kleiner Nachteil an dem Gerät sind die Tasten an der Seite: Diese sind als berührungsempfindliche Touch-Flächen ausgeführt. Im Test haben wir dadurch oft das Gefühl, nicht richtig gedrückt zu haben, und verstellen dann versehentlich die Einstellungen. Außerdem verwechseln wir die Tasten häufig. Auch die Wärme empfinden wir selbst auf der niedrigeren Stufe als etwas zu heiß. Die Vibrationsfunktion ist für unser Empfinden eher unangenehm. Positiv: Die Lautstärke und auch die Lieder lassen sich per Taste einfach verstellen. Eine Akkustandanzeige gibt es leider nicht.
Die Passform ist dank des doppellagigen Massagekissens solide, das Kopfband lässt sich gut einstellen. Die Augenbinde besteht aus hautschonendem Kunstleder, das sich leicht reinigen lässt. Die Massage ist erholsam, der Luftdruck ist wohltuend und Kugeln massieren sanft unsere Schläfen. Nach der 15-minütigen Anwendung fühlen wir uns entspannter, stellen aber auch Rötungen und leichte Abdrücke um die Augenpartie fest. Das ist bei Augenmassagegeräten nicht ungewöhnlich, daher empfiehlt es sich, diese eher abends vor dem Schlafengehen anzuwenden. Eine Transporttasche liegt dem Renpho EYERIS 1* nicht bei, dafür ist es aber um 180 Grad faltbar und somit ebenfalls für unterwegs geeignet.
Lieferumfang: Ladekabel
Gewicht: 323 Gramm
Maße: 42 x 35 x 30 cm
Material Augenbinde: Weiches, hautschonendes PU-Leder
Ladezeit: 1,5 Stunden
Ausstattung: Faltbar, 5 Modi, 15-Minuten-Abschaltautomatik, Bluetooth-Funktion, Sprachansagen
Medisana EM 100 Augenmassagegerät - minimalistisch in der Bedienung
Kurz und knapp: Das Medisana Augenmassagegerät punktet mit geringem Gewicht, solidem Massageeffekt und guter Verarbeitung. Die "Einknopf"-Bedienung ist zwar simpel, lässt aber keine individuellen Anpassungen zu, etwa die Veränderung der Wärmeintensität.
Das Medisana EM 100 Augenmassagegerät ist das leichteste Modell im Test. Die Bedienung ist einfach: Es gibt nur eine einzige Touch-Taste, mit der man das Gerät ein- und ausschaltet und durch die fünf voreingestellten Modi wechselt. Leuchtende Symbole zeigen an, welches Programm gerade aktiv ist.
Diese Einfachheit ist aber auch ein Nachteil. Während eines Programms können wir weder die Wärme noch die Lautstärke der Musik anpassen. Man ist auf die fixen Kombinationen der Modi angewiesen. Der voreingestellte "Soft Mode" mit Luftdruck, Wärme und Musik gefällt uns im Test am besten. Weitere wählbare Modi sind "Wake Up" mit Luftdruck, Wärme, Musik und Vibration, "Strong" mit Luftdruck und Wärme, "Rest" mit Wärme und Musik sowie "Relax" mit Luftdruck und Musik. Die Vibration empfinden wir insgesamt eher als störend.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Passform. Das Medisana-Gerät* hat kein doppellagiges Kissen, sondern nur eine einfache Schicht. Dadurch sitzt die Maske nicht optimal, verrutscht leichter und das Material knistert bei der Anwendung etwas auf den Augen. Das flexible Kopfband lässt sich zudem nicht ganz so einfach justieren. Positiv gefällt uns dagegen, dass die Wärmefunktion angenehm und nicht zu heiß ist. Auch mit Bluetooth lässt sich das Gerät schnell verbinden. Die voreingestellte Entspannungs-Musik empfinden wir als wohltuend. Des Weiteren sind bei Medisana ebenfalls Sprachansagen (auf Englisch) vorhanden. Das Material macht auf uns insgesamt einen soliden Eindruck, auch die Klangqualität überzeugt. Eine Tasche ist im Lieferumfang nicht enthalten, dafür ist auch diese Maske um 180 Grad faltbar.
Lieferumfang: Ladekabel
Gewicht: 219 Gramm
Maße: 21 x 48 x 10 cm
Material Augenbinde: Weiches, hautschonendes PU-Leder
Ladezeit: 3 Stunden
Ausstattung: Faltbar, 5 Modi, 15-Minuten-Abschaltautomatik, Bluetooth-Funktion, Sprachansagen
Lifepro Oculax Augenmassagegerät - vergleichsweise teuer mit weniger Modi zur Auswahl
Kurz und knapp: Als teuerstes Gerät im Test überzeugt Lifepro Oculax mit umfangreichem Zubehör und angenehmer Massage der Schläfen sowie Vibrationsfunktion. Allerdings sitzt die Passform nicht optimal und die Wärmefunktion wird unserer Meinung nach recht heiß, individuelle Anpassungen sind nicht möglich.
Das Lifepro Oculax kommt mit einer großen Tasche, einem praktischen Handbuch und zwei Einweg-Augenschützern. Diese sind auch nötig, da sich das weiche, fast schon samtige, flauschige Material der Augenbinde nur schwer reinigen lässt. Weitere Einweg-Augenschützer können auf der Website von Lifepro nachbestellt werden. Im Test ist Lifepro Oculax das teuerste Modell und wiegt 285 Gramm. Positiv bewerten wir die Akkustandanzeige in Balkenform sowie die physische, gut drückbare On-/Offtaste.
Was uns dagegen nicht gefällt, ist die Passform. Das Gerät ist von allen Modellen im Test am kleinsten und füllt dadurch nicht alle Partien im Bereich der Stirn aus. Außerdem drückt es uns unangenehm auf die Nase. Besonders sanft empfinden wir die Massage der Schläfen, auch die Vibrationsfunktion überzeugt. Laut Hersteller soll sich das Gerät bis 40 Grad aufheizen. Nach unserem Empfinden ist die Temperatur allerdings etwas zu heiß, und es gibt leider keine Möglichkeit, die Temperatur individuell zu regulieren.
Auch bei den Funktionen fällt das Modell eher minimalistisch aus. Es gibt nur vier voreingestellte Programme, individuelle Anpassungen sind nicht möglich. Statt Sprachansagen gibt das Gerät nur Pieptöne von sich, was etwas schade ist. Die Klangqualität beim Musikhören über Bluetooth überzeugt uns nicht ganz. Positiv: Das Verbinden mit Bluetooth klappt schnell und unkompliziert und dank Klappfunktion lässt sich das Lifepro Oculax Augenmassagegerät* leicht transportieren. Auch mit der Materialqualität sind wir insgesamt zufrieden.
Lieferumfang: Aufbewahrungstasche, Ladekabel, zwei Einweg-Augenschützer
Gewicht: 285 Gramm
Maße: 19,3 x 10,4 x 6,6 cm
Material Augenbinde: keine Angabe
Ausstattung: Faltbar, 4 Programme, 10- bis 20-Minuten-Abschaltautomatik, Bluetooth-Funktion
Sind Augenmassagegeräte für jeden geeignet?
Hersteller raten dazu, dass Personen mit Augenerkrankungen wie Glaukom, Katarakt, Netzhauterkrankungen oder nach einer Augen-OP vor der Nutzung unbedingt ihren Augenarzt konsultieren sollten. Für gesunde, aber durch Bildschirmarbeit belastete Augen können die Geräte eine wohltuende Ergänzung sein. Wichtig ist zu beachten: Vor der Anwendung sollten Brille, Kontaktlinsen, falsche Wimpern und Make-up entfernt werden - das schont die Augen und hält zugleich das Gerät sauber.
Was sollte man nach der Anwendung beachten?
Direkt nach der Massage kann der Blick für einige Minuten verschwommen sein. Das ist laut Herstellern normal und gibt sich von selbst, wenn man die Augen noch für einen Moment geschlossen hält. Die Hersteller empfehlen eine Anwendungsdauer von maximal 15 bis 20 Minuten pro Sitzung.
Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.


