Roborock, Dreame und Co.Akku-Wischsauger im Test - einer zischt mit Volldampf zum Sieg
Von Maren Mangold
Kabellose Saugwischer sparen Zeit und Aufwand, indem sie zwei Reinigungsschritte in einem erledigen. Der ntv Produkt-Check testet vier der Nass-/Trockensauger an Laminat, Fliesen und Steinboden.
Akku-Wischsauger befreien Hartböden von losem Schmutz und wischen direkt einmal feucht durch. Dafür gibt das Gerät Wasser aus dem Frischwassertank auf eine rotierende Walze. Diese löst Schmutz und nimmt Krümel, Haare sowie Flüssigkeiten auf. Das verschmutzte Wasser wird direkt abgesaugt und landet in einem separaten Tank. Einzelne Geräte arbeiten zusätzlich mit heißem Wasser oder Dampf. Viele Modelle der neuen Generation unterstützen die Bewegung durch einen Motor, flitzen also wie von selbst los.
Der beste Akku-Wischsauger im Test - das Fazit
Die Wischsauger in unserem Test überzeugen alle mit leichtgängiger Lenkung und einem Antrieb, der sie wie ferngesteuert über Laminat und Fliesen fahren lässt. Unterschiede gibt es vor allem bei der Reinigungsleistung und den Selbstreinigungsprogrammen. Der Roborock F25 LT* schlägt die Konkurrenz deutlich: Er entfernt als einziges Gerät selbst den stark eingetrockneten Haferbrei-Fleck und punktet mit einer starken Akkuleistung.
So testen wir die kabellosen Wischsauger
Reinigungsleistung: Wie sauber werden Fliesen, Laminat und Steinfußboden?
Löst sich der 24 Stunden lang eingetrocknete Haferbrei-Fleck?
Kantenreinigung: Wie nah kommt das Gerät vorne und seitlich an Kanten?
Handhabung: Wie ist die Manövrierfähigkeit? Wie gut passt der Wischsauger unter Möbel?
Akkuleistung: Wie lange hält der Akku im stärksten Modus?
Ausstattung: Wie ist die Programmvielfalt? Gibt es ein LED-Licht?
Selbstreinigungsprogramm: Wie sauber und trocken sind anschließend Rolle und Schmutzwassertank?
Diese Akku-Wischsauger von Roborock, Dreame und Co. testen wir
Wir testen Bestseller und beliebte Marken im gleichen Preissegment:
Testsieger: roborock F25 LT Nass-/Trockensauger, circa 220 Euro*
dreame H12 Pro FlexReach Nass-/Trockensauger, circa 200 Euro*
Tineco Floor One Stretch S6 Nass-/Trockensauger, circa 200 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Testsieger: Roborock F25 LT Nass-/Trockensauger
Kurz und knapp: Der Wischsauger von Roborock überzeugt durch exzellente Reinigungsleistung auf allen Böden. Außerdem hat er die stärkste Akkuleistung aller Geräte im Test.
Der Roborock zeigt sich wendig und lässt sich problemlos mit einer Hand steuern: Die motorisierte, sich drehende Bürstenwalze erzeugt einen starken Vortrieb. Heißt: Nach vorne bewegt sich das Gerät wie von alleine, zurück und seitlich müssen wir etwas Kraft einsetzen. Die Balance zwischen Antrieb, Gewicht und Steuerung ist stimmig. Bei der Reinigungsleistung ist der Roborock top - mit seinem starken Dampf- und Schwammmodus entfernt er sogar den über Nacht eingetrockneten Haferbrei-Fleck.
Auch unter dem Badezimmerregal saugt er anstandslos im 180-Grad-Flachmodus weiter. Der Wischkopf bleibt dabei fest am Boden ohne abzuheben. Im Hausflur testen wir mit einer Mehlspur, wie dicht der Wischsauger mit der vorderen Kante und der Seite an den Rand gelangt. Hier glänzt der Roborock mit 0 Zentimeter seitlichem Abstand. Nach vorne schafft er es nicht so nah heran: Es bleiben 2,8 Zentimeter Lücke zur Kante.
Der Frischwassertank hält 17 Minuten durch, ehe das Gerät per Sprachbefehl zum Nachfüllen auffordert. Vorne sitzende LED-Leuchten verbessern die Sicht auf Krümel und Flecken. Mit einer Laufzeit von rund 32 Minuten zeigt der Roborock* die stärkste Akkuleistung im Test - für die etwa 90 Quadratmeter große Testwohnung ausreichend. Das Selbstreinigungsprogramm läuft in wenigen Minuten heiß durch und föhnt anschließend die Reinigungswalze völlig trocken.
Frischwassertank: 870 ml
Schmutzwassertank: 720 ml
Gewicht: 4,2 Kilogramm
Modi: Auto, Eco, Steam, Sponge
Selbstreinigung: 90 Grad mit Heißluft
Stark im Liegen: Dreame H12 Pro FlexReach Nass- und Trockensauger
Kurz und knapp: Das schwerste Gerät im Test liefert eine überzeugende Reinigungsleistung bei etwas mehr Krafteinsatz.
Der Wischsauger von Dreame zeigt eine insgesamt starke Reinigungsleistung und scheitert nur am eingetrockneten Haferbrei. Er entfernt Flecken auf Laminat, Fliesen und dem Steinboden im Hausflur anstandslos und flitzt dabei - dank des Elektromotors an der Walze - mühelos nach vorne. Dabei lässt er sich ebenso wie der Testsieger von leichter Hand steuern - erfordert allerdings mehr Kraftaufwand beim Zurückziehen, da er ein höheres Grundgewicht hat. Der Frischwassertank - obwohl mit 780 ml nicht klein - muss im Turbomodus während des Akkuladetests dreimal nachgefüllt werden. Mit 27 Minuten auf stärkster Stufe ist der Akku fünf Minuten früher leer als der des Testsiegers Roborock.
Ein praktisches LED-Licht an der Saugeinheit glänzt auch beim Dreame und erleichtert das gezielte Saugwischen. Im "lay-flat"-180-Grad-Modus arbeitet er mühelos unter dem Badregal. Mit 14 Zentimetern Höhe schafft es der Wischkopf aber nicht unter die flachere Toilette oder das Sofa. Nach dem abschließenden Selbstreinigungsprogramm punktet der Dreame* mit einer sauberen, weichen und komplett trockenen Bürstenwalze.
Frischwassertank: 780 ml
Schmutzwassertank: 700 ml
Gewicht: 5,1 Kilogramm
Modi: Smart, Turbo, Quiet, Suction (trocken)
Selbstreinigung: 90-Grad-Heißwäsche
Nah am Rand: Tineco Floor One Stretch S6 Nass-/Trockensauger
Kurz und knapp: Der Wischsauger von Tineco reinigt solide, aber mit weniger Features als die Geräte auf den vorderen Plätzen.
Beim Reinigen der Hartböden schneidet der Wischsauger von Tineco im Test nur wenig schlechter als der Dreame ab. Er lässt sich mühelos lenken und rollt mit deutlichem Eigenantrieb über Laminat, Fliesen und Steinboden. Im 180-Grad-Flachmodus saugt er problemlos und kraftvoll weiter. Kleinere Einbußen sehen wir am Putzergebnis auf den Fliesen: Hier zeichnen sich nasse Schlieren der Rolle ab. Beim Kantentest im Hausflur merken wir außerdem einen deutlichen Linksdrall. Die Ränder erreicht er hier aber im Durchschnitt am nächsten: Vorne 1,4 und seitlich 0,4 cm ergeben im Mittel den besten Wert.
Ein LED-Licht an der Saug-Wischeinheit lässt der Tineco vermissen. Komfortabel ist hingegen das Display oberhalb des Hauptgehäuses. Es zeigt die Akkuladung in Prozent an und erkennt Verschmutzungen - allerdings nicht immer zuverlässig: Auf dem frisch gereinigten Laminat meldet es "starke Verschmutzung". Das Selbstreinigungsprogramm des Tineco* läuft - wie bei den anderen Geräten auch - erst mit ausreichendem Ladezustand. Es reinigt schnell und mit heißem Wasser, die Bürstenwalze ist anschließend allerdings noch leicht nass.
Frischwassertank: 800 ml
Schmutzwassertank: 720 ml
Gewicht: 4,5 Kilogramm
Modi: Auto, Max, Suction
Selbstreinigung: 70 Grad
Leichtgewicht: Kabelloser Saugwischer Shark HydroVac
Kurz und knapp: Der leichte Shark HydroVac zeigt bei der Reinigung der Böden eine ähnliche Leistung wie die anderen Modelle im Test. Unter Möbeln saugen kann er aber nicht, außerdem gibt es deutliche Abstriche beim Selbstreinigungsprogramm.
Auf den drei Hartböden reinigt der Shark HydroVac gut, besteht den Härtetest mit dem Haferbreifleck aber nicht. Als leichtestes Gerät im Test lässt er sich einfach bewegen, obwohl er keinen Eigenantrieb mit Elektromotor hat. Der eher kleine Frischwassertank hält die komplette Wohnungsreinigung über durch. Die beigemischte Reinigungsflüssigkeit hinterlässt dabei einen intensiven Putzmittelgeruch. Fürs Reinigen unter Möbeln ist der flache Saugwischer nicht geeignet - die Wischeinheit hebt nach oben ab, sobald wir das Gerät kippen.
Mit einem seitlichen Abstand zum Rand von einem Zentimeter liegt der Shark HydroVac mit dem Dreame gleichauf. Zur vorderen Kante messen wir aber eine große Lücke von 3,4 Zentimetern. Auch beim Selbstreinigungsprogramm fällt der Shark im Testfeld zurück. Er reinigt zwar den Schmutzwassertank und die Reinigungswalze, eine Trockenfunktion gibt es aber nicht. Wir müssen die Rolle rausnehmen und im Freien trocknen. Die nach Herstellerangaben antimikrobielle Bürstenrolle des Shark Wischsaugers* soll von selbst Gerüche verhindern. Tatsächlich riecht die immer noch feuchte Reinigungswalze am nächsten Tag seifig-frisch.
Frischwassertank: 500 ml
Schmutzwassertank: 360 ml
Gewicht: 3,95 Kilogramm
Modi: Reinigen, Auffrischen
Selbstreinigung: Ohne Temperaturangabe, keine Selbstrocknungsfunktion
Wenn der Wischsauger stinkt
Wischsauger entwickeln oft unangenehme Gerüche, weil sich in Rolle und Schmutztank feuchte Rückstände, Haare und organische Verschmutzungen ansammeln. Die stehende Feuchtigkeit fördert Bakterien- und Schimmelwachstum, wodurch muffige oder leicht faulige Gerüche entstehen. Die gut konzipierten Selbstreinigungsfunktionen der Testgeräte spülen und trocknen Bürstenrolle, Wassertank und Schlauch. Im Ergebnis gibt es hier weniger Geruchsbildung, einen geringeren Reinigungsaufwand und eine hygienischere Putzleistung.
Fliesen, Parkett und Co. - für welche Böden sind Saugwischer geeignet?
Saugwischer sind ideal für glatte Böden wie Fliesen, Stein, Vinyl und Laminat sowie für versiegeltes Parkett geeignet. Bei empfindlichem oder unbehandeltem Parkett ist ein Schonmodus mit weniger Feuchtigkeit besser, damit kein Wasser ins Holz zieht. Viele Geräte sind nicht für Teppiche gedacht, einige Modelle erkennen sie aber automatisch und passen sich an. Teppiche mit langen Fasern, sehr empfindliche Teppiche sowie Läufer sind eher ungeeignet - hier ist die Teppichreinigung mit Staubsauger oder Polsterreiniger die bessere Wahl.
Wischsauger oder Industriesauger?
Ein Wischsauger ist ideal für Alltagsschmutz: Staub, Tierhaare, Krümel und kleinere Flüssigkeitslachen. Sobald es sich um groben Schmutz (Kies, größere Steinchen), starke Verschlammung, Baustellendreck oder mehrere Liter Flüssigkeit handelt, ist ein Wischsauger überfordert. Hierfür sind Industriesauger mit stärkeren Motoren und mehr Volumen besser geeignet.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.



