Saubere Böden ohne EimerSprühwischer im Test - welcher wischt die Konkurrenz einfach weg?
Von Isabella Campanelli
Sprühwischer sind praktisch für die schnelle Bodenreinigung zwischendurch: Einfach den Tank befüllen, sprühen, wischen. Wir haben sechs Modelle im ntv Produkt-Check getestet und zeigen, was sie können - und wo ihre Grenzen liegen.
Statt sich zu bücken und den Lappen mühsam auszuwringen, genügt bei Sprühwischern ein einfacher Griff zum Hebel: Der integrierte Tank befeuchtet den Boden automatisch. Doch wie gut kommen die Geräte gegen hartnäckigen Schmutz an - und wie meistern sie enge Ecken? So viel vorab: Für große Flächen bleiben klassische Wischsysteme mit Eimer die bessere Wahl, da man den Lappen regelmäßig ausspülen kann. Wir testen sechs Produkte - vom Budgetwischer bis zum teuren Markenprodukt.
Sprühwischer im Test - das Fazit
Den Sieg in unserem Test sichert sich der Vileda Sprühwischer*. Grund dafür sind die feine, gut dosierte Sprühfunktion und der wendige Wischkopf. Ein besonderer Pluspunkt: Das doppelseitige, waschbare Mikrofaserpad lässt sich einfach umdrehen, sobald eine Seite verschmutzt ist. Auch im Härtetest überzeugt Vileda: Öl, Haare und Krümel bekommt er mit einem Wisch weg. Der Sprühwischer von Enigma* überzeugt hingegen in Sachen Preis-Leistung. Das Set enthält viel nützliches Zubehör, darunter mehrere Wischpads, und auch mit der Reinigungsleistung sind wir zufrieden.
So läuft der Sprühwischer-Test ab
Falls bei den Modellen Reinigungsmittel mitgeliefert wird, verwenden wir dieses. Ansonsten befüllen wir den Tank mit Wasser und einem Schuss Allzweckbodenreiniger. Zusätzlich verteilen wir für den Härtetest eine Mischung aus Tomatenmark, Öl, Krümeln und Haaren auf sechs gleich große Testfelder und lassen den Dreck eine halbe Stunde einwirken. Pro Fläche zählen wir, wie viele Wischgänge nötig sind, um die Felder wieder vollständig sauber zu bekommen. Für den kompletten Test haben wir die Sprühwischer anhand folgender Kriterien bewertet:
Funktion und Leistung: Reinigungsleistung, Gleichmäßigkeit des Sprühnebels, Fassungsvermögen, Tropfverhalten und Beweglichkeit des Gelenks
Verarbeitung und Qualität: Materialqualität, Stabilität und Passgenauigkeit
Benutzerfreundlichkeit: Aufbau und Montage, Bedienlogik und Maschinenwaschbarkeit der Bezüge
Handhabung: Ergonomie, Gewicht, Griff und Gestänge
Ausstattung: Zubehör (zum Beispiel Schaber für Tierhaare, Reinigungsmittel) und Zusatzfunktionen
Design und Haptik
Preis-Leistungs-Verhältnis
Diese Wischer mit Sprühfunktion testen wir
Testsieger: Vileda Wischer mit Sprühkopf, circa 28 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: Enigma Wischer mit Sprühfunktion, circa 14 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Testsieger: Vileda Wischer mit Sprühfunktion
Kurz und knapp: Der Vileda Sprühwischer punktet mit beidseitigem Mikrofasertuch, einfachem Handling und einer guten Dosierung des Sprühnebels. Auch die Reinigungsleistung kann uns im Test überzeugen, allerdings bleiben nach dem ersten Wisch ein paar Tomatenmark-Reste zurück.
Der Sprühwischer von Vileda kommt mit einem vergleichsweise großen 650-Milliliter-Tank bei uns an und wiegt insgesamt 760 Gramm. Der Aufbau ist dank aufgedruckter Pfeile selbsterklärend: Wir stecken die Stangenteile ohne Probleme zusammen. Mitgeliefert wird zudem ein Mikrofaserbezug mit doppelseitiger Wischfläche - ein erstes Plus, denn das Wischpad lässt sich jederzeit umdrehen, sodass mit der sauberen Seite weitergewischt werden kann, sobald die andere dreckig ist.
Positiv fällt auch auf, dass keine Batterien nötig sind und sich der Tank beliebig mit einer eigenen Reinigungsflüssigkeit befüllen lässt. Das Mikrofasertuch ist waschbar, lässt sich leicht einspannen und rutscht nicht weg. Es fühlt sich weich an, hat allerdings eine vergleichsweise kleine Wischfläche. Der Wischkopf selbst ist aus einfachem Kunststoff gefertigt und wirkt dadurch nicht besonders hochwertig, erfüllt aber seinen Zweck.
Im Praxistest überzeugt der Sprühwischer: Auf dem Parkett gleitet er ohne zu blockieren, auch auf den Fliesen klappt das Wischen einwandfrei. Praktisch ist außerdem, dass wir nicht umgreifen müssen, um den Sprühhebel zu betätigen. Ein Sprühstoß reicht für rund drei Wischgänge, und auch die Dosierung überzeugt: Der Boden wird nicht zu nass, was besonders bei empfindlichem Parkett wichtig ist. Mit Ecken oder Kanten hat der Wischer von Vileda keine Probleme, er lässt sich leicht justieren und ist sehr wendig. Im Härtetest mit Tomatenmark, Öl, Haaren und Krümeln schlägt sich Vileda* gut: Nur ein paar kleine Tomatenmark-Reste bleiben zurück. Hier benötigen wir zwei Wischgänge. Den Rest nimmt er mit einem einzigen Wisch zuverlässig auf.
Preis-Leistungs-Sieger: Enigma Sprühwischer
Kurz und knapp: Der Enigma Wischer kommt mit jeder Menge Zubehör daher und lässt sich im Test mühelos steuern - der Boden trocknet dank des feinen Sprühnebels zügig. Im Härtetest entfernt er den Großteil des Schmutzes bereits beim ersten Wisch. Für das Tomatenmark benötigen wir vier Wischgänge.
Der Wischer von Enigma ist 1,37 Meter hoch und besitzt einen 530-Milliliter-Tank. Ein Pluspunkt: Es liegen gleich drei Wischpads bei. Außerdem ist ein Reinigungsmittel enthalten, das wir mit Wasser in den Tank füllen. Auch hier stecken wir die Stangenteile einfach ineinander, das Pad wird per Klett festgeklemmt und sitzt gut. Der Wischer liegt angenehm in der Hand und um den Sprühhebel zu betätigen, müssen wir nicht umgreifen. Der Wischkopf lässt sich um 360 Grad drehen und ist dadurch besonders wendig.
Die Handhabung überzeugt uns genauso wie die gleichmäßige Dosierung des Sprühnebels: Wir müssen nicht ständig nachsprühen, trotzdem trocknet der Boden zügig. Die Form des Wischkopfs eignet sich sehr gut, um auch in Ecken oder an Fußleisten heranzukommen. Besonders gefällt uns außerdem, wie sanft das Pad über Parkett und Fliesen gleitet. An der Stange gibt es zudem einen Schutz aus Schaumstoff, der das Anlehnen sicher macht - so kann der Wischer nicht umfallen.
Im Härtetest liefert der Enigma-Wischer solide Ergebnisse: Den Großteil des Schmutzes entfernt er bereits beim ersten Wisch. Ein paar Tomatenmark-Reste bleiben zurück, sind aber spätestens nach dem vierten Wisch ebenfalls verschwunden. Auch Krümel und Haare bleiben zuverlässig am Tuch hängen. Das Wischpad des Sprühwischers von Enigma* lässt sich einfach in der Waschmaschine reinigen und laut Hersteller bis zu 500 Mal waschen.
Swiffer WetJet - Starke Reinigung auf Knopfdruck
Kurz und knapp: Der batteriebetriebene Swiffer WetJet setzt auf Einmal-Wischtücher, liefert dafür im Härtetest mit nur einem Wisch die besten Ergebnisse. Insgesamt kann er uns bei der Handhabung auf Fliesen mehr überzeugen als auf Parkettboden.
Der Swiffer WetJet unterscheidet sich im Test deutlich von den anderen Modellen: Er ist batteriebetrieben und sprüht per Knopfdruck eine mitgelieferte Reinigungsmischung. Die Batterien sind im Set enthalten, ebenso zwei Wischtücher. Diese sind allerdings für den Einmalgebrauch gedacht und müssen immer wieder nachgekauft werden - in puncto Kosten und Nachhaltigkeit also ein echter Minuspunkt. Der Zusammenbau gelingt relativ leicht, dennoch müssen wir immer mal wieder einen Blick in die Anleitung werfen. Der Flüssigkeitstank lässt sich einfach auf den Wischkopf stecken, die Wischpads werden ähnlich wie bei einem Klettverschluss aufgesetzt und müssen nicht eingeklemmt werden.
Im Praxistest kann uns der Swiffer auf dem Parkettboden nicht ganz überzeugen: Immer wieder blockiert er und gleitet nicht besonders sanft über die Fläche. Auf Fliesen sieht das anders aus, hier klappt das Wischen problemlos. Die Stange lässt sich gut handhaben, und der Sprühkopf ist gut erreichbar. Etwa alle vier bis fünf Wischgänge muss nachgesprüht werden, das Reinigungsmittel trocknet recht schnell und riecht sehr intensiv. Um Stuhl- und Tischbeine herum kommt der Wischer gut zurecht, der Sprühradius liegt bei etwa 20 Zentimetern nach vorne. Praktisch ist außerdem der Griff mit Anti-Rutsch-Noppen.
Im Härtetest liefert der Swiffer WetJet* die überzeugendsten Ergebnisse im gesamten Vergleich: Mit nur einem Wisch entfernt er Haare, Krümel, Öl und selbst hartnäckiges Tomatenmark. Allerdings ist er auch das teuerste Produkt im Test und bleibt auch langfristig kostspielig, da Wischtücher, Batterien und Reinigungsmittel immer wieder nachgekauft werden müssen.
Sprühwischer von MEXERRIS - reinigt stark auf Fliesen
Kurz und knapp: Der MEXERRIS Sprühwischer punktet mit umfangreichem Zubehör wie Tierhaar-Schaber und drei Wischpads. Beim Handling liefert er vor allem auf Fliesen ab. Im Härtetest schafft er es jedoch nicht, das ganze Tomatenmark aufzunehmen.
Auch der MEXERRIS Sprühwischer kommt in mehreren Aluminium-Stangenteilen verpackt bei uns an, die zunächst zusammengesteckt werden müssen. Im Set enthalten sind außerdem drei waschbare Wischpads und ein 410-Milliliter-Tank. Der Wischer eignet sich sowohl für die Trocken- als auch für die Nassreinigung. Als zusätzliches Zubehör gibt es einen Tierhaar-Schaber, der sich einfach an der Stange festklemmen lässt und mit dem sich hartnäckige Rückstände und Haare vom Bezug abkratzen lassen. Die Bezüge lassen sich leicht aufsetzen und sitzen fest auf dem Wischkopf, ohne zu verrutschen. Bei genauerem Blick auf die Verarbeitung fällt allerdings auf, dass die Stangen stellenweise etwas verkratzt sind.
Beim Handling liefert der Wischer ab: Er ist wendig und lässt sich besonders leicht über Fliesen steuern, auf Parkett klappt das etwas weniger gut. Laut Hersteller eignet er sich zudem für Vinyl- und Laminatböden. Der Sprühhebel ist gut erreichbar, und auch der ergonomische Griff überzeugt uns. Der Sprühnebel kommt bereits ohne viel Druck in ausreichender Menge und wir müssen alle vier Wischgänge nachsprühen. Im Härtetest saugt der MEXERRIS Sprühwischer* fast den gesamten Schmutz auf, lediglich ein paar Tomatenmark-Reste bleiben zurück.
MANGOTIME Sprühwischer - gutes Handling, schwacher Sprühnebel
Kurz und knapp: Der Sprühwischer von MANGOTIME ist leicht und wendig. Allerdings fällt die Sprühfunktion schwach und unregelmäßig aus. Im Härtetest kann er den Großteil des Schmutzes entfernen.
Der MANGOTIME Sprühwischer bringt gleich vier Wischpads mit und verfügt über einen um 360 Grad drehbaren Wischkopf. Auch er eignet sich sowohl für die Trocken- als auch für die Nassreinigung und ähnelt optisch dem MEXERRIS - nur das Wischpad fällt etwas kleiner aus. Der Aufbau läuft ansonsten ähnlich ab. Alle Teile passen gut ineinander. Die Tücher lassen sich leicht aufsetzen: Einfach auflegen und schon halten sie per Klett. Sie fühlen sich allerdings nicht so weich an wie bei den anderen Modellen.
Beim Handling überzeugt der Sprühwischer: Er ist leicht, wendig und gleitet gut über den Boden - sowohl auf Fliesen als auch auf Parkett. Der Griff hat eine angenehm matte Oberfläche, der Sprühhebel ist gut erreichbar. Auch hier sorgt ein Schaumstoffteil an der Stange dafür, dass sich der Wischer sicher anlehnen lässt. Ein großer Kritikpunkt bleibt allerdings die Sprühfunktion: Der Sprühnebel ist insgesamt eher schwach und kommt nicht immer gleichmäßig - manchmal müssen wir mehrmals hintereinander drücken, bis überhaupt Flüssigkeit kommt. Daher müssen wir auch vergleichsweise häufig nachsprühen. Im Härtetest bekommt der Wischer von MANGOTIME* bei der zweiten Bewegung über die Fläche fast alles weg, scheitert am Ende aber an den Tomatenmark-Resten, die wir schließlich mit einem Küchentuch aufnehmen müssen.
LEIFHEIT Sprühwischer XL - große Wischfläche mit kleinen Abstrichen
Kurz und knapp: Der Sprühwischer von LEIFHEIT punktet als einziges Modell ohne Zusammenbau und mit einer extra großen Wischfläche - dafür kommt man schlechter in schmale Ecken und muss zum Sprühen umgreifen.
Anders als die anderen Modelle im Test liefert LEIFHEIT den Sprühwischer als durchgehende Stange - ein Zusammenstecken ist daher nicht nötig. Das mitgelieferte Wischpad lässt sich per praktischem Klick-System montieren. Dazu gehört ein extra breiter, 42 Zentimeter großer Mikrofaserbezug, der sich besonders weich anfühlt, bei 60 Grad waschbar ist und sich dank 360-Grad-Drehgelenk geschmeidig über den Boden führen lässt. Wir befüllen den 650-Milliliter-Tank mit Wasser und etwas Allzweckbodenreiniger.
Positiv fällt uns im Test vor allem die große Wischfläche auf, mit der sich ordentlich Zeit sparen lässt - dafür kommen wir in schmale Ecken und Ritzen etwas schlechter. Der Sprühnebel reicht rund zehn Zentimeter nach vorne, ist fein dosiert und daher auch für empfindliche Böden geeignet. Dadurch muss aber auch häufiger nachgesprüht werden, etwa alle zwei bis drei Wischgänge. Etwas mühselig gestaltet sich die Bedienung des Sprühgriffs, da wir zum Betätigen immer wieder umgreifen müssen. Hinzu kommt ein Quietschgeräusch beim Bewegen, und im Härtetest schafft es LEIFHEIT* am Ende nicht, den gesamten Schmutz aufzuwischen. Haare und Öl sind zwar kein Problem, doch es bleiben Krümel und Tomatenmarkreste übrig. In Sachen Verarbeitung und Qualität hinterlässt LEIFHEIT insgesamt aber einen sehr guten Eindruck.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.




