Mähroboter im DauertestEufy E15 im Test: Lohnt sich ein Mähroboter für 1.000 Euro?

Einfach laufen lassen und fertig? Der Eufy E15 mäht seit einem Jahr selbstständig unseren Rasen – so schneidet er im Test ab.
Über ein Jahr hinweg testen wir den Eufy 15 im Alltag – und das ganz ohne Draht im Rasen. Im Praxistest zeigt sich, wie zuverlässig die Kameranavigation arbeitet, wo der Mähroboter ohne Begrenzungskabel an seine Grenzen stößt und für wen sich der Umstieg vom klassischen Rasenmäher lohnt.
Zusammenfassung zum Eufy E15
Unser Test zeigt: Dank kinderleichter Installation, automatischer Kartierung und Navigation ohne Begrenzungskabel ist der Eufy E15 der fast perfekte smarte Gartenhelfer. Kleiner Wermutstropfen: Da das Modell nicht über einen integrierten Kantenschneider verfügt, bleibt an den Rasenkanten noch etwas Handarbeit erforderlich.
ntv-Testnote: Gut
Vorteile:
Einfache Installation und Steuerung per App
Kein Begrenzungskabel, Navigation via Kamera
Stetige Firmware-Updates
Betrieb für mehrere Rasenflächen geeignet
Nachteile:
Rasenkanten werden oft nicht gemäht
Kein Betrieb bei Dunkelheit
Keine Sprachsteuerung
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Der größte Unterschied zum klassischen Mähroboter besteht nicht im Mähen selbst, sondern im Komfort davor: kein Begrenzungskabel verlegen, keine nachträglichen Reparaturen im Gartenboden und deutlich weniger Aufwand beim Einrichten – diese typischen Probleme klassischer Mähroboter will der Eufy 15 angehen. Statt auf Draht setzt das Gerät aus dem Hause Anker vollständig auf Kameras und KI-gestützte Navigation.
Über zwölf Monate hinweg muss sich der Mähroboter deshalb bei wechselndem Wetter, unebenen und mehreren Rasenflächen, spontanen Gartenaktionen und typischen Familienalltagssituationen beweisen. Die zentrale Frage: Können Mähroboter ohne Begrenzungskabel klassische Hand- oder Akkurasenmäher wirklich ersetzen?
Einstecken und losfahren
Die Einrichtung des Eufy E15 ist überraschend unkompliziert – und dürfte selbst für Technikmuffel kein Problem darstellen. Die mitgelieferte Garage ist innerhalb weniger Minuten aufgebaut und lässt sich mit den beiliegenden Schrauben sicher im Rasen verankern. Anschließend musste der Mähroboter lediglich an die Ladestation angedockt und über die Eufy-App eingerichtet werden.
Besonders praktisch: Ein Begrenzungskabel muss nicht verlegt werden, stattdessen startet der Eufy E15 direkt mit der automatischen Kartierung des Gartens. Im Test funktioniert das auf Anhieb, allerdings erkennt der Mähroboter im Vorgarten zunächst nur die erste Rasenfläche. Da beide Bereiche durch eine Auffahrt getrennt sind, muss in der App ein virtueller Pfad angelegt werden. Danach wechselt der Eufy zuverlässig zwischen beiden Rasenflächen mit zusammen rund 250 Quadratmetern.
Eufy E15 im Dauereinsatz
Damit Unkraut keine Chance hat, sollte die Rasenfläche möglichst dicht bleiben. Für unseren Test lassen wir den Eufy E15 in den Monaten Mai bis September dreimal täglich mähen. Die Schnitthöhe lässt sich per App und direkt im Betrieb einstellen und reicht von 25 bis 75 Millimetern.
Der Hersteller empfiehlt einen Messerwechsel nach 240 Betriebsstunden. Die drei Klingen lassen sich einfach austauschen und sind beispielsweise bei Amazon für unter zehn Euro erhältlich.
Praktisch: Wer Vor- und Hintergarten gemäht haben möchte, benötigt keinen zweiten Roboter. Mit einer zusätzlichen Garage und einer zweiten Ladestation dreht der Eufy auch dort seine Runden. Der Nachteil: Das Gerät muss zwischen den Flächen getragen werden.
Per Kameranavigation fast in alle Ecken
Der Langzeit-Test zeigt: Das Schnittbild des Rasens verbessert sich durch den Einsatz des Eufy kontinuierlich. Im Wechsel fährt das Gerät seine Bahnen längs und quer und weicht dank seiner drei Kameras, die ein dreidimensionales Bild erzeugen, geschickt Hindernissen aus. Einziges Manko: Trotz korrigierter Grenzen fährt der Eufy E15 die Ränder nur unzureichend ab.
An den Kanten bleiben Grashalme stehen, sodass mit einem Rasenkantentrimmer nachgeholfen werden muss. Bei Löchern auf der Fläche und gleichzeitig nassem Untergrund fährt sich der Roboter anfangs gelegentlich fest. Dieses Problem kann allerdings ein Firmware-Update beheben: Durch angepasste Manövrierfähigkeit befreit sich der Eufy inzwischen selbstständig aus solchen Situationen.
Alternative: Ecovacs Goat A1600 Lidar Pro
Wer sich nach Alternativen zum Eufy E15 umsieht, stößt schnell auf den Ecovacs Goat A1600 Lidar Pro. Der kabellose Mähroboter setzt ebenfalls auf moderne Navigation ohne Begrenzungskabel, bietet im Gegensatz zum Eufy jedoch ein besonderes Extra: einen integrierten Rasentrimmer.
Dadurch soll der Roboter näher an Rasenkanten, Mauern oder Beeteinfassungen arbeiten können, sodass weniger Nacharbeit mit dem klassischen Trimmer nötig wird. Gerade für Gartenbesitzer, die möglichst wenig Aufwand bei der Rasenpflege möchten, könnte das ein interessanter Ansatz sein.
Test-Fazit: Eufy E15
Der Eufy E15 liefert im Test souverän ab und eignet sich vor allem für all jene, die ohne Begrenzungskabel starten möchten und bei der Rasenpflege möglichst wenig einrichten wollen. Installation, App-Steuerung, automatische Kartierung und mehrere Rasenflächen können im Alltag überzeugen.
Nicht perfekt ist der Eufy an Rasenkanten und bei Einsätzen in der Dunkelheit. Wer makellos getrimmte Ränder erwartet, muss weiterhin selbst nacharbeiten oder sollte besser zu einem Modell mit integriertem Kantentrimmer greifen.
So testet ntv.de Mähroboter
Mähleistung: Entscheidend sind Schnittbild, Flächenabdeckung, Fahrlogik und der Umgang mit Engstellen, Steigungen und getrennten Rasenbereichen.
Bedienung: Einrichtung, App-Steuerung, Kartenverwaltung, Zeitpläne und Wartung müssen auch ohne Technikfrust verständlich bleiben.
Ausstattung und Sicherheit: Sensoren, Diebstahlschutz, Regenverhalten, Ersatzteile und die Arbeit an Rasenkanten fließen in die Gesamtbewertung ein.
Für den ntv.de-Produkt-Check zählen nicht nur technische Daten, sondern vor allem der Alltag im Garten. Die Redaktion bewertet nach dem ntv.de-Testverfahren für Gartengeräte, wie zuverlässig ein Mähroboter Flächen erkennt, Hindernisse umfährt und auch bei wechselnden Bedingungen ein gleichmäßiges Schnittbild liefert.
