proWIN, Vileda und Co. Mikrofasertücher im Test - eins bekommt wirklich alles sauber
Von Isabella Campanelli
Aus vielen Haushalten sind Mikrofasertücher als Allzweckwaffe kaum noch wegzudenken. Aber muss es hier das teure Markenprodukt sein, oder putzen günstige No-Name-Tücher am Ende genauso gut? Der ntv Produkt-Check macht den Test.
Ob zum Fenster putzen, Auto waschen oder Staub wischen - Mikrofasertücher sind besonders saugfähig und reinigen oft gründlicher als herkömmliche Lappen. Entsprechende Tücher bestehen aus einem Polyester- und Polyamid (Nylon)-Gemisch, was sie leicht und weich macht. In unserem Test schauen wir genau hin und checken, wie sich fünf Produkte aus unterschiedlichen Preisklassen in Küche, Bad und auf dem Esstisch bewähren.
So testen wir die Mikrofasertücher von Vileda, proWIN, MR. SIGA, WEAWE und Amazon Basics
Zuerst nehmen wir die verschiedenen Tücher optisch unter die Lupe: Woher kommen sie, wie sind sie verpackt, welchen Eindruck machen Nähte und Material? Fusseln die Tücher, wie gut liegen sie in der Hand? Dann prüfen wir die Saugkraft: Auf einem Holztisch präparieren wir eine kleine Wasserpfütze, die Tücher sollen das Wasser mit einem Wisch aufnehmen. Anschließend testen wir die Reinigungsleistung ohne zusätzliche Putzmittel: Auf einer Küchenarbeitsfläche sollen die Tücher Mehl sowie eine Mischung aus Fett und Gewürzen aufnehmen. Danach müssen sich die Produkte bei Wasserflecken am Spiegelschrank im Bad beweisen. Abschließend interessiert uns, was vom Putz-Talent übrigbleibt, wenn die Tücher einmal gewaschen wurden.
Diese fünf Mikrofasertücher testen wir
Testsieger: MR. SIGA Mikrofaser Reinigungstuch, 12 Stück, circa 22 Euro*
Preis-Leistungssieger: Amazon Basics, 24 Stück, circa 14 Euro*
Vileda Mikrofaser Allzwecktücher Colors, 14 Stück, circa 15 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Mikrofasertücher im Test - das Fazit
In unserem Produkt-Check zeigt sich: Ein hoher Preis garantiert nicht die beste Leistung - MR. SIGA* setzt sich als Testsieger durch, weil die Tücher in allen Kriterien überzeugen. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis liegt Amazon Basics* vorn - trotz des dünneren Materials und leichter Fusselneigung. Vileda* und WEAWE* landen in unserem Test etwa im Mittelfeld: Beide Sets trocknen schnell und liefern im Alltag auf jeden Fall solide Ergebnisse. Das Tuch von proWIN* zeigt zwar eine starke Saugkraft und fusselt nicht - allerdings trocknet es am langsamsten und liefert im Mehl- und Spiegeltest nicht komplett überzeugend ab.
Testsieger: MR. SIGA Mikrofaser Reinigungstuch zeigt sich als echter Alleskönner
Kurz und knapp: Die Mikrofasertücher von MR. SIGA liefern eine sehr starke Gesamtleistung. Sie sind hochwertig verarbeitet, extrem saugfähig, reinigen selbst hartnäckigen Schmutz zuverlässig und trocknen schnell.
Im Set von MR. SIGA stecken zwölf Tücher (32 x 32 cm), die gesammelt in einem Pappkarton geliefert werden. Das Produkt besteht den Herstellerangaben zufolge aus 87 Prozent Polyester und 13 Prozent Nylon und wird in China produziert. Die Tücher sind vergleichsweise dick, fusseln nicht, die Nähte sind sauber verarbeitet. Beim Saugfähigkeits-Test liefert MR. SIGA souverän ab und trocknet den Tisch sofort. In der Küche zeigt sich ein weiterer Pluspunkt: Beim Mehl auf der Arbeitsplatte ist MR. SIGA das einzige Tuch im Testfeld, das fast die komplette Menge aufnimmt, auch der Fett-Fleck ist für das Tuch kein Problem. Am Spiegelschrank im Bad entfernt MR. SIGA* alle Wasserflecken ohne sichtbare Schlieren, nach dem Waschen schneiden die Tücher genauso gut ab wie davor. Besonders positiv fällt uns die kurze Trocknungszeit auf. Ein kleiner Nachteil bleibt jedoch: Die Tücher werden einfarbig geliefert, so dass man nicht für Küche, Bad und Co. jeweils eine passende Farbe wählen kann.
Preis-Leistungs-Sieger: Amazon Basics überzeugt im Test mit starker Reinigungsleistung
Kurz und knapp: Die Mikrofasertücher von Amazon Basics bieten viel für wenig Geld, saugen Flüssigkeiten zuverlässig auf und entfernen eingetrockneten Schmutz. Sie trocknen besonders schnell, was vermutlich auch daran liegt, dass die Tücher sehr dünn sind.
Das Set von Amazon Basics enthält insgesamt 24 Tücher in den Farben Weiß, Gelb und Blau. Die Tücher (30,5 x 40,5 cm) kommen ebenfalls aus China und wirken auf den ersten Blick ordentlich verarbeitet. Sie lassen sich gut falten, fallen allerdings auch durch ihr eher dünnes Material auf - dennoch saugen sie den vorbereiteten Wasserfleck im Test mit nur einem Wisch zuverlässig auf. Im Mehl-Test schwächeln die Tücher zwar, den Fett-Fleck beseitigen sie aber mit nur einem Wisch. Auch die Wasserflecken am Spiegelschrank sind kein Problem. Einziges Manko hier: Wenn man genau hinschaut, hinterlässt das Tuch kleine Fusseln und Wasserschlieren. Beim Trocknungstest hingegen haben die Tücher von Amazon Basics* die Nase vorn: Sie sind von allen Produkten im Test am schnellsten wieder trocken und erneut einsatzbereit.
Vileda Mikrofaser Allzwecktücher - bunte Allrounder mit Schwächen bei der Putzpower
Kurz und knapp: Die Mikrofasertücher von Vileda* punkten mit vielen Farben und schneller Trocknung, zeigen aber Schwächen bei Saugkraft und Staubaufnahme. Für streifenfreie Spiegel sind sie top, für hartnäckigen Schmutz gibt es in unserem Test allerdings Produkte, die deutlich besser abschneiden.
Die 14 Mikrofasertücher von Vileda (30 x 30 cm) kommen aus China und sind in Plastik verpackt. Sie kommen in vielen Farben und können bei 60 Grad gewaschen werden, laut Hersteller bestehen sie aus 80 Prozent Polyester und 20 Prozent Polyamid. Beim Testen der Saugfähigkeit zeigt sich jedoch gleich die erste Schwäche: Zwar nimmt das Tuch die Wasserpfütze auf, die Tischoberfläche bleibt danach aber noch leicht feucht. Auch beim Mehl- und Schmutztest kann Vileda nicht voll überzeugen - erst nach mehreren Wischbewegungen ist die Fläche wirklich sauber. Am Spiegelschrank punktet Vileda dagegen: Nach zweimal Wischen sind alle Wasserflecken ganz ohne Schlieren verschwunden. Positiv fällt die kurze Trocknungszeit auf, allerdings fängt auch dieses Tuch nach dem Waschen leicht an zu fusseln.
WEAWE Mikrofasertücher - gute Saugkraft, aber Schwächen im Detail
Kurz und knapp: Die Mikrofasertücher von WEAWE überzeugen mit starker Saugfähigkeit, ordentlicher Staubaufnahme und kurzer Trocknungszeit. Allerdings leisten sie sich Schwächen bei der Verarbeitung, hinterlassen teils Schlieren und es fehlen wichtige Hinweise zum Waschen.
Die 24 Tücher von WEAWE (33 x 33 cm) kommen verpackt in einer Plastik- und Papiertüte, zum Herkunftsland finden wir keine Angaben. Die Bestandteile werden mit 85 Prozent Polyester und 15 Prozent Polyamid angegeben. Einen Punkt Abzug gibt es auch hier dafür, dass die Tücher alle in derselben Farbe gehalten sind. Was beim Auspacken ebenfalls direkt auffällt: Die Nähte sind teils unsauber verarbeitet, die Tücher fühlen sich dünn an. Im Gegensatz zu den anderen Produkten im Test fehlen außerdem Waschhinweise auf dem Etikett. Punkten können die WEAWE Mikrofasertücher* dann aber beim Saugfähigkeits-Test, auch das Mehl auf der Arbeitsplatte kann das Tuch nach nur zwei Wischbewegungen fast vollständig entfernen. Beim eingetrockneten Schmutz zeigen sich allerdings Schwächen, am Spiegelschrank bleiben nach dem Wischen Schlieren zurück. Positiv zu bewerten ist wiederum die kurze Trocknungszeit nach dem Waschen, wobei die Reinigungsleistung im erneuten Test gleich bleibt.
proWin - Mikrofasertuch zum Luxuspreis
Kurz und knapp: Das proWin Simpy Dry-Tuch* punktet mit extrem starker Saugkraft und fusselfreier Reinigung, zeigt aber Schwächen beim Mehl- und Spiegeltest und bei der Trocknungszeit. Für den hohen Preis finden wir die Gesamtleistung nicht überzeugend.
Mit knapp unter 32 Euro ist das proWIN-Tuch der mit Abstand teuerste Kandidat in unserem Test, mit 40 x 40 cm aber auch das größte. Es kommt in einer Plastikverpackung daher und sieht dank schwarzer Nähte schick aus. Das Material besteht den Angaben zufolge zu 80 Prozent aus Polyester, zu 20 Prozent aus Polyamid. Beworben wird das Tuch als „extrem saugfähig“ - tatsächlich schaffen des die proWIN-Tücher problemlos, den Wasserfleck auf dem Holztisch zu entfernen. Auch den Fett-Fleck saugt das Tuch nahezu vollständig auf. Rückstände bleiben dagegen beim Mehl-Test, und am Spiegelschrank hinterlässt proWIN Schlieren. Hinzu kommt: Wegen seiner großen Fläche und des dicken Materials wirkt das Tuch für uns im Alltag unhandlich und lässt sich nur schwer auswringen - es weist die längste Trockenzeit im Testfeld auf. Positiv stellen wir fest: Es fusselt weder vor noch nach dem Waschen.
Was sind Mikrofasertücher und woraus bestehen sie?
Ein Mikrofasertuch ist ein Reinigungstuch, das aus extrem feinen Kunstfasern besteht. Die Fasern sind so winzig, dass sie noch dünner sind als ein menschliches Haar - das macht das Mikrofasertuch nicht nur besonders leicht, sondern auch luftdurchlässig und feuchtigkeitsregulierend. Polyester ist dabei der Hauptbestandteil und sorgt für die Festigkeit und Haltbarkeit des Tuchs. Polyamid hingegen macht es weicher und erhöht die Saugkraft. Es gilt also: Je höher der Polyamid-Anteil, desto saugfähiger. Auf Grund der vielen winzigen Fasern entsteht eine große Oberfläche, auf der Schmutz, Staub und Flüssigkeiten gut haften und festgehalten werden können, ohne dass immer Putzmittel notwendig sind.
Wofür können Mikrofasertücher genutzt werden?
Das Praktische an Mikrofasertüchern: Sie sind so vielseitig, dass sie in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden können. Viele Verbraucher nutzen sie gerne zum Abwischen von Küchenarbeitsflächen oder anderen glatten Oberflächen, das geht sowohl trocken als auch nass. Auch beim Auto sind sie praktisch, etwa für die Reinigung des Armaturenbretts, des Lenkrads oder der Scheiben. Vorsichtig sollte man dagegen beim Autolack sein: Hier können die Tücher feine Mikrokratzer hinterlassen.
Welche Typen von Mikrofasertüchern gibt es?
Grob lassen sich drei Typen von Mikrofasertüchern unterscheiden: klassische Mikrofasertücher für die Reinigung von Flächen, Mikrofasertücher als Hand- und Duschtücher und Mikrofasertücher für Brillen und Displays. In unserem Test fokussieren wir uns auf die Reinigungstücher.
Wie reinigt man Mikrofasertücher richtig?
Die meisten Mikrofasertücher sind besonders langlebig und können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Wichtig ist: Beim Waschen keinen Weichspüler verwenden und nicht in den Trockner geben, sonst könnten die Fasern verkleben, das Tuch verliert an Form und Saugkraft. Tipp: Nach dem Waschen sollte das Tuch gut trocknen, damit sich keine Gerüche bilden.
Wofür sollte ich Mikrofasertücher auf keinen Fall verwenden?
Auf sehr empfindlichen Lacken oder speziellen Beschichtungen können Mikrofasertücher - vor allem wenn sie nicht ganz sauber sind - feine Kratzer hinterlassen. Vorsicht ist auch bei empfindlichen Natursteinen wie Marmor oder manchen Granitoberflächen geboten.
*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.




