Heimwerker aufgepasst!Zehn Werkzeugkoffer im Praxis-Check - der Testsieger rollt allen davon
Von Nikolai Henn
Wenn der Hahn tropft oder die Schranktür wackelt, muss das richtige Werkzeug her. Im ntv Produkt-Check nehmen wir zehn beliebte Werkzeugkoffer aus verschiedenen Preisklassen ganz genau unter die Lupe - welcher überzeugt?
Kleines Problem, schneller Griff, Arbeit erledigt - so kann es gehen, wenn der passende Werkzeugkoffer zur Hand ist. Deckel auf, alles liegt an seinem Platz, die wichtigsten Tools stehen bereit und funktionieren zuverlässig. Dabei sollte die Ausstattung sinnvoll sein - wenige, ausgewählte Werkzeuge helfen oft mehr als viele Teile ohne echten Nutzen. Für die fachliche Einordnung holen wir uns Unterstützung: Metallbaumeister Michael Hornsteiner checkt die Werkzeugkoffer für uns in der Praxis.
So testen wir die Werkzeugkoffer
Der Experte beginnt mit dem Koffer selbst: Er prüft Stabilität und Material des Gehäuses und sieht nach, ob die Verbindung zwischen Unterteil und Deckel aus Kunststoff oder Metall besteht. Danach bewertet er Tragegriff, Ausziehgriff und Rollen. Außerdem prüft er, ob sich der Koffer auf weitere Koffer aufspannen lässt. Anschließend nimmt er die Ausstattung in den Blick: Viele Dübel und Kabelbinder wertet der Experte als Füllteile ohne großen Nutzen.
Für die Schraubprüfung dreht Michael Hornsteiner Schrauben von Hand in weiches Holz. Er beurteilt, wie griffig der Schraubendreher in der Hand liegt und ob die Spitze sicher im Schraubenkopf sitzt. Zusätzlich testet er die Bits mit dem Akkuschrauber und hält fest, ob ein Bit-Adapter beiliegt. Bei den Zangen öffnet er große Schraubverbindungen und achtet darauf, wie sicher das Maul greift, wie die Hebelwirkung ausfällt und wie gut sich der Kopf verstellen lässt. Mit dem Hammer schlägt er Nägel in Holz und bewertet Griffigkeit, Balance und die Größe der Schlagfläche.
Die Werkzeugkoffer im Test
Testsieger: Werkzeugtrolley Meister 156-teilig, circa 200 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: Einhell E-CASE 80-teilig, circa 90 Euro*
STIER Universal-Werkzeugsortiment 144-teilig, circa 206 Euro*
Amazon Basics Haushaltswerkzeugset 142-teilig*, circa 29 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Werkzeugkoffer im Test - das Fazit
Der Testsieger von Meister* überzeugt mit sehr breiter Ausstattung, klarer Ordnung und hoher Mobilität. Rollen, Teleskopgriff und stabile Bauweise erleichtern den Einsatz. Dazu kommen griffige Schraubendreher, hochwertige Ratschen, passende Zangen und praktische Extras wie Arbeitsleuchte und Magnethalter im Hammerkopf. Der Preis-Leistungs-Sieger von Einhell* bietet eine vielseitige Basisausstattung, klare Ordnung und ein stapelbares System. Besonders praktisch sind die Ratschenschlüssel, doppelte Bits und die fein verzahnte Ratsche. Auch Schraubendreher, Zangen und Hammer überzeugen im Alltag mit guter Handhabung.
Unser Testsieger: Meister Werkzeugtrolley - 156-teilig
Kurz und knapp: Sehr breite Ausstattung, klare Ordnung und einfache Mobilität machen den Meister-Werkzeugtrolley zur stärksten Komplettlösung in unserem Test. Der Koffer richtet sich an ambitionierte Heimwerker, die viele unterschiedliche Aufgaben erledigen wollen und dafür ein sortiertes, schnell einsatzbereites Set suchen.
Das Gehäuse besteht aus Aluminium und Kunststoff, den Transport des circa 13 Kilogramm schweren Trolleys erleichtern ein Tragegriff, ein ausziehbarer, zweistufiger Griff und integrierte Rollen.
Zur Ausstattung zählen verschiedene Schraubendreher, ein Bit-Satz, Stecknüsse mit zwei Ratschen, Schlüssel für Muttern, mehrere Zangen, ein verstellbarer Schraubenschlüssel und ein Satz Innensechskantschlüssel. Ergänzt wird das Set durch Spannungsprüfer, Zündkerzennüsse, Bit-Adapter sowie Hammer, Arbeitsleuchte, Maßband, Cutter-Messer, Handsäge, Feile und Wasserwaage. So deckt der Koffer Arbeiten rund ums Haus, in der Garage und in der Werkstatt ab. Im Koffer sind die Plätze der Werkzeuge in Originalgröße markiert. Die aufgedruckten Umrisse zeigen Form und Länge jedes Werkzeugs. Beim Öffnen ist sofort erkennbar, ob etwas fehlt, und nach der Arbeit findet jedes Teil leicht an seine markierte Stelle zurück. Klett- und Gummibänder fixieren die Werkzeuge, die Einlage verhindert Klappern beim Ziehen des Trolleys.
Metallbaumeister Michael Hornsteiner bewertet Gehäuse und Mobilität positiv: "Der Koffer ist sehr stabil, gut verarbeitet und hat einen Kantenschutz aus Metall an den Ecken. Sehr angenehm ist auch, dass der Koffer Rollen hat und gezogen werden kann."
In Sachen Ausstattung sieht der Experte hier die vielseitigste Zusammenstellung aller getesteten Werkzeugkoffer. "Sehr schön ist auch die Arbeitsleuchte", so Hornsteiner. Sie werde im Alltag eines Handwerkers oft benötigt und sei in vielen anderen Werkzeugkoffern im Test nicht zu finden. Die kleine und die große Ratsche erscheinen qualitativ hochwertig, mit feiner Verzahnung und allen benötigten Stecknüssen.
Zum Schrauben sind alle gängigen Schraubendreher vorhanden und liegen griffig in der Hand. Das Bit-Set im separaten Kästchen bewertet er als praktisch, weil sich Einsätze so mitnehmen lassen, ohne dass lose Teile in der Hosentasche verloren gehen. Häufig genutzte Bit-Größen liegen sogar doppelt bei, was das Arbeiten erleichtert.
Beim Hammer verweist Hornsteiner auf eine stimmige Balance. Er liegt angenehm in der Hand, ist nicht zu schwer und hat eine passende Größe. Außerdem hebt der Experte hervor: "Sehr gut ist der Magnethalter im Hammerkopf für Nägel, zum Ansetzen der Nägel im Holz."
Auch von den Zangen des Meister Werkzeugtrolleys* zeigt sich der Experte überzeugt - sie böten eine passende Länge und liegen sicher in der Hand, sodass sich auch größere Schrauben kontrolliert greifen und drehen lassen.
Preis-Leistungs-Sieger: Einhell E-CASE - 80-teilig
Kurz und knapp: Der Einhell E-CASE liefert eine vielfältige Basisausstattung, klare Ordnung und ein stapelbares System. Ratschenschlüssel und doppelte Bits sind im Alltag hilfreich. Der fehlende Bit-Adapter bleibt ein Minuspunkt. Unterm Strich zeigt der Koffer ein stimmiges Verhältnis aus Umfang, Handhabung und Preis.
Das Set wiegt rund sieben Kilogramm und hat zwei einklappbare Griffe. Das Gehäuse lässt sich mit weiteren E-CASE-Koffern verbinden, ist also um die passenden Maschinen-Sets erweiterbar. Zur Grundausstattung zählen Hammer, Zangen, mehrere Schraubendreher, Innensechskantschlüssel, ein Bit-Satz, Stecknüsse mit Umschaltknarre, Ring-Ratschenschlüssel und Gabel-Ringschlüssel. Dazu kommen Spannungsprüfer, Rollbandmaß, Cutter-Messer mit Ersatzklingen, Zündkerzeneinsatz, mehrere Adapter und ein Gleitstück für die Verlängerung.
Metallbaumeister Michael Hornsteiner spricht von einem stabilen Koffer mit angenehmem Griff und lobt, dass man mehrere E-CASE-Koffer "aufeinanderspannen" könne, um sie leichter zu transportieren. Weiterer Pluspunkt: Der fest montierte Schaumstoff im Deckel kann nicht herausfallen.
Besonders positiv fällt dem Experten auf, dass Ratschenschlüssel enthalten sind. "Wenn man eine Mutter anzieht, muss man nicht immer wieder absetzen." Häufig genutzte Bit-Größen sind auch hier doppelt vorhanden. Einziges Manko: Ein separater Bit-Adapter für den Akkuschrauber fehlt, Bits müssen direkt eingespannt werden.
Die Schraubendreher liegen laut Hornsteiner griffig in der Hand, die Griffe dürften aus seiner Sicht etwas länger sein. Trotzdem ermöglichten sie einen soliden Krafteinsatz. Die kleine Ratsche beschreibt er als "fein verzahnt". Bei den Zangen überzeugt ihn die Kombination aus Länge, Kraftübertragung und Maulform. Beim Hammer des Einhell* stimme die Griffigkeit, der Griff biete "guten Grip" - auch wenn die Schlagfläche "ein bisschen größer" sein könnte.
STIER Universal-Werkzeugsortiment 144-teilig - vielseitig und schwer
Kurz und knapp: Für ambitionierte Hobby-Handwerker ist der größte Pluspunkt das extrem breite Sortiment inklusive Spezialwerkzeugen, der größte Haken ist das hohe Gewicht ohne Rollen.
Mit 12,6 Kilogramm ist der STIER-Koffer ähnlich schwer wie der Meister Werkzeugtrolley. Hornsteiner ordnet ihn als stabil und gut verarbeitet ein. Er lobt den Eck- und Kantenschutz aus Metall sowie die Metallverbindungen zwischen Ober- und Unterteil - gerade bei einem schweren Koffer sei das wichtig, der Tragegriff ermögliche einen "guten Grip". Die Metallverschlüsse machen einen stabilen Eindruck, sind aber nicht abschließbar. Praktisch findet der Experte die Öffnungsarretierung, damit der Deckel nicht unkontrolliert wegkippt. Eine kleine Schwäche bleibt: Eine Halterung sei "nicht optimal" und falle immer wieder in den Koffer.
Zur Ausstattung zählen Zangen, Schlosserhammer, Schraubendreher und ein großer Bit-Satz, dazu Ratschen mit Stecknüssen, Schlüssel und Verlängerungen samt Zündkerzen-Nüssen. Ergänzt wird das Set durch Spannungsprüfer, Säge und Cuttermesser sowie Messschieber und Bandmaß. Besonders praktisch sind die beiliegende Taschenlampe und der Teleskopmagnet, um magnetische Teile aus schwer erreichbaren Ecken zu fassen. Beim Messschieber erkennt Hornsteiner eine Genauigkeit von 0,02 Millimeter, was präziseres Messen bei Metall- oder Montagearbeiten ermögliche. Auch eine Seegeringzange ist enthalten, mit der sich Sicherungsringe an Wellen oder in Bohrungen lösen und wieder einsetzen lassen. Insgesamt gibt es eine große Auswahl an Schraubendrehern und Bits, die in einer praktischen Box stecken. Positiv bewertet der Experte außerdem die Gabelringschlüssel, andere Koffer lieferten oft nur Gabelschlüssel.
Beim Schraubtest spricht der Experte von einem "makellosen Sitz" der Spitzen im Schraubenkopf. Die Bits funktionieren im Akkuschrauber "sehr gut", ein Bit-Adapter ist vorhanden. Bei den Zangen seien auch große Schraubverbindungen möglich, das Maul wirke griffig und komme "der Profiausführung sehr nahe". Die Verstellung findet er zwar eher einfach und ungenau, würde aber dennoch anständig funktionieren. Beim Hammer des Koffers von Stier* betont er die sehr gute Einarbeitung des Kopfes in den Stiel - und dass der Hammer im Verhältnis von Länge und Gewicht gut ausbalanciert sei.
Scheppach TB200 141-teilig - stabil, Haltesystem mit Schwächen
Kurz und knapp: Der Scheppach-Koffer richtet sich an alle, die ein breit aufgestelltes Set für typische Arbeiten in Haushalt, Garage und Werkstatt suchen und Wert auf einen robusten Koffer legen - das Klett-Haltesystem wirkt im Alltag umständlich und der fehlende Bit-Adapter stört beim Einsatz mit dem Akkuschrauber.
Im Praxistest macht der 9,5 Kilogramm schwere TB200 einen stabilen Eindruck. Der Experte hebt den Eck- und Kantenschutz aus Stahl und Aluminium hervor, ebenso die Metallverbindung zwischen Ober- und Unterteil sowie die Öffnungsarretierung. Auch die Verschlüsse wirken robust und sind abschließbar. Den Tragegriff findet Hornsteiner angenehm, merkt aber an, dass er zwar nach Metall aussehe, tatsächlich aber aus Kunststoff sei.
Zur Ausstattung zählen Schraubendreher in verschiedenen Ausführungen, darunter isolierte Varianten und Präzisionsschraubendreher, außerdem Gabel-Ringschlüssel, Innensechskant-Schlüssel und ein umfangreiches Bit-Sortiment. Dazu kommen zwei Umschaltknarren mit Stecknüssen, Kardangelenken und Verlängerungen sowie Zündkerzeneinsätze. Ergänzt wird das Set durch Hammer, Wasserwaage, Stahllineal, Feile, Maßband, Cuttermesser mit Ersatzklingen, Metall-Bügelsäge mit Ersatzblättern, LED-Taschenlampe, Teleskopmagnetheber und vier Klemmzwingen.
Hornsteiner lobt die breite Auswahl für unterschiedliche Arbeiten - von Metall über Elektro bis Feinmechanik. Es gebe beispielsweise eine kleine und eine große Ratsche mit vielen Stecknüssen und Verlängerungen, auch für Zündkerzen. Als hilfreich hebt er die kleine Taschenlampe und den Teleskop-Magnethalter sowie die vier Spannzangen zum Fixieren von Bauteilen hervor. Den verstellbaren Gabelschlüssel, den Meterstab und fünf Bleistifte hält er hingegen für überflüssig und qualitativ schwach. Im Alltag stört ihn vor allem das Haltesystem - die Klettverschlüsse seien "minderwertig" und hielten das Werkzeug nicht zuverlässig am Platz. Außerdem fällt auf, dass trotz vieler Bits der entsprechende Adapter für den Akkuschrauber fehlt.
Im Schraubtest überzeugen Hornsteiner die Bits durch eine "passgenaue Fertigung". Die Griffigkeit der Handschraubendreher könnte besser sein, der Sitz der Spitzen im Schraubenkopf sei aber sehr gut. Bei den Zangen seien große Schraubverbindungen eher nicht möglich, die Verstellung des Zangenkopfes bezeichnet der Experte als "sehr schwergängig" - die Hebelwirkung der Zange sei durch die angemessene Länge aber trotzdem gut. Beim Hammer des Koffers von Scheppach* überzeugt die ausreichend große Schlagfläche, der griffige Stiel und ein ausgewogenes Verhältnis von Länge und Gewicht.
WORKPRO Werkzeugkoffer 119-teilig - viele Tools, Zange greift schlecht
Kurz und knapp: Für Haus- und Garagenarbeiten bietet der WORKPRO-Koffer eine umfangreiche Ausstattung mit praktischer Bit-Box und abschließbaren Verschlüssen. Schwachpunkte sind der fehlende Bit-Adapter und die große Zange.
Der WORKPRO-Koffer bringt rund 8,9 Kilogramm auf die Waage und wirkt laut Michael Hornsteiner optisch stabil, Ecken und Kantenschutz seien aber eher minderwertig verarbeitet. Die Verbindung zwischen Ober- und Unterteil besteht zwar aus Metall, wirke aber nicht so langlebig, weil die Befestigung instabil sei. Praktisch ist die Öffnungsarretierung, damit der Deckel offen bleibt. Pluspunkt unterwegs: Die Metallverschlüsse sind abschließbar. Einen Teleskopgriff, Rollen oder eine Koppelung mit anderen Koffern gibt es nicht.
Zum Koffer gehören mehrere Handschraubendreher, ein Spannungsprüfer und verschiedene Zangen. Dazu kommen Gabelschlüssel, Innensechskantschlüssel sowie eine Ratsche mit Stecknüssen, Verlängerung und Zündkerzennüssen. Ergänzt wird das Set durch einen Bit-Satz in einer Transportbox, einen Hammer, Maßband, Cuttermesser, eine Bügelsäge und eine Feile.
Im WORKPRO-Koffer stecken dicke Trennlagen aus Schaumstoff, allerdings nur im oberen Teil - unten wäre das aus Expertensicht ebenfalls sinnvoll. Positiv fällt die große Auswahl an Handschraubendrehern und Zangen auf. Bits sind ausreichend vorhanden und in einer praktischen Box verstaut, die sich an Gürtel oder Tasche hängen lässt. Die Qualität bei den Schlüsseln überzeugt den Experten nicht, außerdem gebe es keinen Gabelringschlüssel. Die Ratsche macht auf ihn wegen der "feinen Zahnteilung" im Getriebe einen soliden Eindruck: Sie greift in kleinen Schritten, sodass sich Schrauben auch bei wenig Platz drehen lassen, ohne ständig neu ansetzen zu müssen. Zudem lobt er die Zündkerzen-Stecknüsse. Überflüssig ist für ihn ein zweites Cuttermesser. Das Haltesystem im Deckel wirkt umständlich und ist wegen der Klettverschlüsse mutmaßlich wenig langlebig.
Im Holz-Schraubtest funktionieren die Schraubendreher zuverlässig, die Spitzen sitzen sauber. Auch die Bits liefern im Akkuschrauber eine gute Leistung, trotzdem fehlt der "sehr wichtige Bit Adapter". Die Qualität der Bits macht einen guten Eindruck. Bei den Zangen ist das Bild für Hornsteiner gemischt: Spitzzange und Kombizange wirken ordentlich verarbeitet, die große Zange fällt dagegen ab. Das Maul greife schlecht, schließe nicht sauber, die Verstellung sei "sehr primitiv" und schwierig - für größere Schraubverbindungen reiche das aus Expertensicht nicht. Der Hammer des Koffers von WORKPRO* schlägt Nägel in weiches Holz, der Holzgriff fühlt sich aber weniger griffig an als Kunststoffgriffe. Die Balance des Hammers sei gut, der Kopf sitze fest und sei gut in den Stiel eingearbeitet.
kwb Werkzeugkoffer 42-teilig - handlich, aber ohne Bit-Adapter
Kurz und knapp: Für Gelegenheitsheimwerker ist der kwb-Koffer angenehm leicht und ordentlich bestückt, zu den Schwächen gehören der anfällige Aufklappmechanismus und der fehlende Bit-Adapter.
Mit rund 3,6 Kilogramm ist der kwb-Koffer vergleichsweise leicht. Hornsteiner beschreibt ihn als stabil und handlich. Der Griff sei ergonomisch geformt, die Verschlüsse seien aus Metall. Kritisch sieht der Experte den Aufklappmechanismus: Er bestehe nur aus dünnem Kunststoff und könne leicht abreißen. Innen liegt eine Schaumstoff-Zwischenlage, mit weiteren Koffern koppeln lässt sich das Set nicht.
Zum kwb gehören mehrere Schraubendreher mit passenden Bits, ein Satz Gabelschlüssel, mehrere Zangen und ein Hammer. Dazu kommen Innensechskantschlüssel, ein Cuttermesser, ein Maßband, zwei Feinmechanik-Schraubendreher und ein Spannungsprüfer. Positiv hebt Hornsteiner den Schraubendreher für Feinmechanik hervor.
Im Schraubtest greifen die Handschraubendreher laut Hornsteiner sauber, die Spitze sitzt sicher im Schraubenkopf. Die Bits wirken wertig und passen auch bei anderen Schraubentypen ordentlich. Beim Akkuschrauber wird es umständlicher, weil ein Bit-Adapter fehlt. Bei den Zangen gefällt die große Zange: genug Länge für Kraft und ein Maul mit gutem Grip. Die Verstellung sei "sehr einfach gehalten", andere Modelle im Test verfügen über feinere Ausführungen. Der Hammer des Koffers von kwb* schlägt Nägel zuverlässig ins Holz, ist gut ausbalanciert, der Kopf sitzt fest. Ein Magnethalter für einhändiges Arbeiten fehlt.
Makita E-08458 Werkzeug-Set 87-teilig - viele Bits, kein Hammer
Kurz und knapp: Der Makita E-08458 überzeugt mit vielen Bits, zwei Bit-Adaptern und einer cleveren Ratschenlösung, lässt aber Hammer und große Zange vermissen.
Der Makita E-08458 hat ein Gewicht von 5,6 Kilogramm und wirkt laut Michael Hornsteiner kompakt und stabil, der Haltegriff liegt angenehm in der Hand. Kritisch bewertet der Experte die seitlich zu öffnenden Kunststoffverschlüsse, die zeitnah "locker werden oder abbrechen könnten". Eine Schaumstoff-Zwischenlage ist vorhanden, Rollen oder einen Teleskopgriff gibt es nicht.
Zum Koffer gehören Ringmaulschlüssel, ein Innensechskant-Schlüssel-Set, Bits samt Magnet- und Schnellwechselhalter, Stecknüsse und drei Zündkerzen-Stecknüsse, mehrere Ratschen. Außerdem stecken Ratschenschraubendreher, Rollgabelschlüssel, Kombizange und mehrere Schraubendreher im Set.
Hornsteiner gefällt, dass im Koffer keine überflüssigen Füllteile vorhanden sind. Besonders positiv bewertet er die zwei Bit-Adapter: einer mit Magnethalterung, einer als Quick-Change mit Verriegelung. Eine "schöne Idee" sei die kleine Ratsche mit zwei Aufnahmen samt Adapter, weil damit unterschiedliche Nüsse genutzt werden können. Die gängigen Gabelringschlüssel wirken qualitativ hochwertig. Die Ratschen seien "einigermaßen fein verzahnt", was in engen Bereichen helfe. Klarer Minuspunkt: "Leider ist kein Hammer vorhanden." Außerdem ist Hornsteiner nicht von der Qualität des verstellbaren Gabelschlüssels überzeugt - stattdessen wäre eine große Zange sinnvoller.
Im Test dreht der Handschraubendreher sauber in Holz, die Spitzen sitzen sicher. Bits laufen im Akkuschrauber "sehr gut" und halten im Adapter zuverlässig. Praktisch findet Hornsteiner den Magnethalter, weil das Ansetzen der Schraube erleichtert wird. Der Zangentest ist nur eingeschränkt machbar: Eine große Zange fehlt, es gibt nur eine kleine Kombizange, was die Möglichkeiten bei größeren Schraubverbindungen begrenzt. Die kleine Zange des Koffers von Makita* liegt dafür angenehm in der Hand, wirkt sauber verarbeitet und lässt sich zudem als Seitenschneider nutzen.
Brüder Mannesmann Green Line 87-teilig - griffige Schraubendreher, kein Cuttermesser
Kurz und knapp: Stabile Bauweise, gute Grundausstattung und griffige Schraubendreher sprechen für den Green Line-Koffer. Zange und Hammer zeigen solide Testergebnisse. Abzüge gibt es für das fehlende Cuttermesser.
Der Green Line-Werkzeugsatz wiegt etwa vier Kilogramm und ist in Größe und Ausstattung mit dem Bosch Advanced Werkzeugkoffer vergleichbar. Abgedeckt sind damit die üblichen Hausarbeiten: schrauben, greifen, schneiden, messen, ausrichten. Zum Set gehören Schraubendreher, ein Bit-Satz mit Adapter, Stecknüsse mit Umschaltknarre und Verlängerung, Innensechskantschlüssel und Torx-Schlüssel. Dazu kommen Zangen, ein Hammer, ein Bandmaß und eine kleine Wasserwaage.
Laut Michael Hornsteiner wirkt der Korpus stabil - Unter- und Oberteil seien durch einen Stahlstift verbunden, was für eine lange Haltbarkeit spreche. Die Grundausstattung bezeichnet er als "gut". Der Green Line ist allerdings der einzige Koffer im Test ohne Cutter-Messer.
Bei den Schraubendrehern hebt Hornsteiner die Passung und die Griffigkeit hervor. Die Spitzen säßen sauber im Schraubenkopf, die Griffe böten Grip und eine "schöne Größe", weder zu lang noch zu kurz. Die Zange liegt angenehm in der Hand, die Kontur im Maul hält einen Sechskantkopf sicher fest. Beim Hammer wünscht sich der Experte eine etwas größere Schlagfläche, weil Laien Nägel damit leichter treffen. Den Holzgriff des Koffers von Brüder Mannesmann* bewertet er aber positiv.
Bosch Advanced Werkzeugkoffer 52-teilig - hochwertig, Zubehör ausbaufähig
Kurz und knapp: Kompaktes, qualitativ hochwertiges und sauber sortiertes Basisset mit fein verzahnter Ratsche und einer Wasserrohrzange mit Schnellverstellung. Schwachpunkte: kein Bit-Adapter für den Akkuschrauber, wenige Torx-Bits, nur ein Universalschraubendreher.
Der kompakte Bosch Advanced Werkzeugkoffer wiegt rund 4,4 Kilogramm und beinhaltet mehrere Zangen, darunter eine Wasserpumpenzange, eine Ratsche mit Stecknüssen und Verlängerung, einen Universalschraubendreher mit Bits und Aufnahme, einen verstellbaren Schraubenschlüssel, Hammer, Cutter-Messer, Maßband, eine kurze Wasserwaage, Innensechskantschlüssel sowie Ahle und Tieflochmarker.
Metallbaumeister Michael Hornsteiner spricht von "guter Qualität" - der Koffer wirkt kompakt und stabil, die Anordnung der Werkzeuge ist platzsparend gelöst.
Bei der Ausstattung gibt es aber Luft nach oben: So fehle ein separater Bit-Adapter für den Akkuschrauber. Ohne diesen Adapter müsse man Bits direkt einspannen, das schränke im Arbeitsalltag ein. Zudem wünscht sich Hornsteiner neben dem Universalschraubendreher einzelne Schraubendreher für gängige Größen und bemängelt "ein bisschen zu wenig Torx-Bits".
Die Passform des Universalschraubendrehers erscheint solide. Die Ratsche beschreibt der Experte als fein verzahnt - das helfe in engen Bereichen und sorge für kontrolliertes Arbeiten. Besonders positiv fällt die Wasserrohrzange auf, die eine Schnellverstellung besitzt. Diese sei "schon fast profimäßig", der Verstellbereich lasse sich so sehr fein einstellen. Weiteres Plus: Die Zange werde ab Werk geölt und sei demnach leichter anzuwenden.
Den Hammer des Koffers von Bosch* beschreibt Hornsteiner als hochwertig und ausgewogen. Er liege gut in der Hand, sei nicht kopflastig und biete eine passende Schlagfläche.
Amazon Basics Haushaltswerkzeugset 142-teilig - günstiges Einsteigermodell
Kurz und knapp: Als preiswertes Einstiegsset liefert der Amazon Basics eine gute Ordnung und eine ordentliche Grundausstattung. Grenzen zeigen sich am Scharnier des Koffers sowie bei Zange und Hammer: Sie liegen nicht so optimal in der Hand und bieten weniger Hebel.
Der Amazon Basics ist der günstigste Werkzeugkoffer im Test. Enthalten sind ein Hammer, eine Zange, ein verstellbarer Schraubenschlüssel und verschiedene Schraubendreher. Viele Aufsätze für unterschiedliche Schraubenköpfe und Stecknüsse für Muttern erweitern den Einsatzbereich. Ein Maßband, eine kleine Wasserwaage, eine Schere und ein Universalmesser unterstützen beim Anzeichnen und Zuschneiden. Die Zahl von 142 Teilen wirkt groß, setzt sich jedoch vor allem durch viele Kleinteile und Aufsätze zusammen, dazu zählen Schrauben und Dübel. Die eigentlichen Handwerkzeuge stellen den kleineren Anteil - so erklärt sich der niedrige Gesamtpreis trotz hoher Teilezahl.
Metallbaumeister Michael Hornsteiner ordnet das Set als Einsteigerlösung ein. Kritisch sieht er die Verbindung von Unter- und Oberteil aus Kunststoff, die aus seiner Sicht eine Schwachstelle darstellt: "Das ist wahrscheinlich das Erste, was kaputtgehen wird. Das ist hier nicht gut gelöst", sagt er. Die Ordnung bewertet er positiv, der Koffer halte die Teile beim Öffnen und Schließen zuverlässig an ihrem Platz.
Zum Test mit dem einfachen Schraubendreher sagt Hornsteiner: "Es hat funktioniert. Für Heimwerker ist das völlig okay." Auch die Einsätze für den Akkuschrauber greifen im Test und "funktionieren solide". Beim Hammer fällt die Balance negativ auf - der Griff liege nicht ideal in der Hand, der Kopf wirke kopflastig. Bei der Zange des Koffers von Amazon Basics* weist der Metallbaumeister auf die geringe Größe und die damit verbundene kleine Hebelwirkung hin. Dadurch habe man "sehr wenig Kraft", so Hornsteiner. Zudem drohe durch den kurzen Griff und die Form des Griffs Klemmgefahr für die Finger.
Begriffe kurz erklärt
Schraubendreher: Umgangssprachlich als Schraubenzieher bezeichnet. Dreht Schrauben über die Kerbe im Schraubenkopf. Typen sind Kreuz, Schlitz oder Torx. Beispiel: Holzschraube mit Kreuz im Kopf.
Schraubenschlüssel: Greift außen an Muttern oder Sechskant-Schraubenköpfen. Varianten sind Maulschlüssel, Ringschlüssel, verstellbarer Schlüssel. Beispiel: Mutter an einer Fahrradachse.
Ratsche/Umschaltknarre: Hebelgriff mit Sperrmechanik für schnelles Drehen ohne Absetzen.
Bits: Kleine Aufsätze für verschiedene Schraubenköpfe, zum Beispiel Kreuz, Schlitz, Torx.
Stecknüsse: Aufsätze für Muttern und Sechskantschrauben, werden mit Ratsche genutzt.
Innensechskantschlüssel: L-förmige Schlüssel für Innensechskant-Schrauben, häufig bei Möbeln.
Tieflochmarker: Stift mit langer Spitze für Markierungen in Bohrlöchern und an engen Stellen.
Ahle: Spitze Nadel zum Vorstechen in Materialien.
Ring-Ratschenschlüssel: Ringschlüssel mit integrierter Ratsche für enge Stellen.
Phasenprüfer/Spannungsprüfer: Einfacher Prüfer, ob Spannung anliegt.
Zündkerzennuss: Langer Aufsatz für Zündkerzen - wird mit einer Ratsche genutzt.
Torx: Sternförmiges Schraubprofil mit sicherem Sitz.
Sicherungsringzange: Zange zum Ein- und Ausbauen von Sicherungsringen (kleine Metallringe), die Teile auf einer Welle oder in einer Bohrung festhalten.
Gabelringschlüssel: Schlüssel mit Maul und Ring für Muttern, Ringseite greift rundum.
Körner: Ein spitzer Metallstift. Damit wird ein kleiner Punkt ins Material gedrückt oder geschlagen, damit der Bohrer beim Start nicht wegrutscht.
Magnet-Teleskopstange: Ausziehbarer Magnetstab zum Aufheben kleiner Metallteile aus engen Stellen.
Messschieber: Präzises Messwerkzeug für Innen-, Außen- und Tiefenmaße.
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