Acht Modelle unter 100 EuroDas ist der beste Schlafsack im Test
Von Isabella Campanelli
Übernachten im Zelt oder unter freiem Himmel klingt nach Abenteuer, ohne den richtigen Schlafsack kann es allerdings schnell ungemütlich werden. Für den ntv Produkt-Check testen wir acht Modelle - welcher Schlafsack überzeugt am meisten?
Als Expertin steht uns Paulina Zäck zur Seite - die 30-Jährige arbeitet als Fachberaterin für Schlafsäcke, Isomatten und Zelte bei Globetrotter in Köln und ist leidenschaftliche Outdoor-Sportlerin im Trail- und Ultralauf, 2025 stellte sie auf einem 3000 Kilometer langen Fernwanderweg in Neuseeland einen Weltrekord auf. Vor allem die vom Hersteller angegebene Komforttemperatur sei bei Schlafsäcken entscheidend, sagt sie: Passt sie zum jeweiligen Einsatzgebiet und der Jahreszeit vor Ort? Darüber hinaus seien das Innenmaterial, die Form und das Packmaß zentrale Punkte bei der Auswahl, so Zäck.
So testen wir die Schlafsäcke von VAUDE, SIMOND (Decathlon), MalloMe, GRAND CANYON und Co.
Die von den Herstellern angegebenen Komforttemperaturen liegen zwischen 0 und 12 Grad, werden jedoch nicht als Bewertungskriterium herangezogen, da sie sich im Rahmen unseres Tests nicht einheitlich und verlässlich überprüfen lassen. Stattdessen testen wir die Schlafsäcke im Garten (circa 12 Grad Außentemperatur) in Kombination mit einer Isomatte auf folgende Kriterien:
Verarbeitung, Qualität, Komfort: Wie hochwertig sind die Nähte verarbeitet, welchen Eindruck macht das Material, wie leichtgängig sind die Reißverschlüsse? Wie bequem liegen wir in den Schlafsäcken, wie steht es um die Wasserfestigkeit?
Preis: Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?
Benutzerfreundlichkeit und Pflege: Wie einfach lässt sich der Schlafsack wieder im Packsack verstauen? Ist er für die Waschmaschine geeignet?
Packmaß und Gewicht: Wie gut lässt sich der Schlafsack transportieren?
Ausstattung und Features: Gibt es sinnvolle Details wie Wärmekragen, gut schließende Kapuzen, Innentaschen oder Kordelzüge?
Design und Haptik: Wie angenehm fühlt sich das Material auf der Haut an, entstehen beim Bewegen störende Raschelgeräusche?
Diese acht Schlafsäcke testen wir:
Testsieger: VAUDE Sioux 800 II Schlafsack, 3 Jahreszeiten, 220 x 80 cm, circa 95 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: NORDMUT Abisko Schlafsack, 3 Jahreszeiten, 216 x 80 cm, circa 48 Euro*
MalloMe Schlafsack, 3 Jahreszeiten, 220 x 80 cm, circa 36 Euro*
High Peak Schlafsack TR 300, 3 bis 4 Jahreszeiten, 230 x 75 cm, circa 44 Euro*
GRAND CANYON Schlafsack Fairbanks 190, 4 Jahreszeiten, 210 x 80 cm, circa 39 Euro*
CRIVIT Schlafsack, Sommerschlafsack, 225 x 76 cm, circa 10 Euro*
Forceatt Schlafsack, 3 bis 4 Jahreszeiten, 220 x 80 cm, circa 64 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Schlafsäcke im Test - das Fazit
Der Schlafsack Sioux 800 II von VAUDE* sichert sich den Testsieg: Die Verarbeitung ist hochwertig, die Ausstattung mit Wärmekragen, Fußsack, koppelbarem Zwei-Wege-Reißverschluss und Innentasche ist sehr durchdacht. Das Modell ist wasserabweisend, der Liegekomfort hoch. Der Schlafsack von NORDMUT* punktet mit einem stimmigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Er bietet angenehm weiches Material, ein kompaktes Packmaß und praktische Extras wie eine Innentasche und einen beidseitigen Reißverschluss.
Testsieger: der Schlafsack von VAUDE Sioux 800 II
Kurz und knapp: Der Schlafsack von VAUDE überzeugt durch seine hochwertige Verarbeitung, durchdachte Details, einfache Handhabung und hohen Komfort - insbesondere in kühleren Nächten.
Der Schlafsack von VAUDE wird in einem robusten Packsack geliefert - das Packmaß fällt hier im Vergleich etwas größer aus, lässt sich aber dank zwei Kompressionsriemen reduzieren. Die Nähte sind sauber verarbeitet, das Material fühlt sich angenehm auf der Haut an. Laut Hersteller besteht der Schlafsack zu 100 Prozent aus recyceltem Polyester.
In puncto Ausstattung überzeugt das Modell mit durchdachten Details: Der Schlafsack lässt sich koppeln, eine Innentasche bietet Platz für Wertsachen, der gut sitzende Wärmekragen legt sich wie ein Schal um den Hals und lässt sich bei Bedarf per Kordel enger ziehen - perfekt für kalte Nächte. Der Reißverschluss lässt sich von oben und unten öffnen und funktioniert reibungslos. Laut Expertin Paulina Zäck ist solch ein "Zwei-Wege-Reißverschluss" besonders praktisch - etwa wenn man nachts schnell mal die Füße freilegen möchte. Auch der Komfort kommt nicht zu kurz: Die Kapuze lässt sich über zwei Kordelzüge individuell anpassen und ist im oberen Bereich zusätzlich leicht gepolstert - so kann der Schlafsack in kalten Nächten weit nach oben geschlossen werden.
Das Drehen im Schlafsack verursacht ein leichtes Rascheln, ausreichend Bewegungsfreiheit ist aber trotz körperbetonter Mumienform gegeben. Eine Wärmeleiste aus Stoff über dem Reißverschluss verhindert, dass Kälte oder Wind eindringen kann. "Gerade entlang des Reißverschlusses entsteht sonst schnell eine Kältebrücke", weiß Paulina Zäck. Mit einer angegebenen Komforttemperatur von 5 Grad eignet sich der Schlafsack vor allem für kühlere Nächte, laut Hersteller ist er für Sommer, Frühjahr und Winter geeignet. Weil dieses Modell vergleichsweise dick ist, vermuten wir, es könnte im Hochsommer etwas zu warm werden. Positiv fällt auf: Im Wassertest perlt das Wasser zuverlässig ab, ohne einzudringen. Außerdem lässt sich der Schlafsack im Schonwaschgang in der Waschmaschine reinigen. Das Verstauen des VAUDE Schlafsacks* in den Packsack gelingt innerhalb weniger Sekunden und ist damit so schnell und unkompliziert wie bei keinem anderen Modell im Test.
Temperaturbereich: T comf: 5 Grad, T lim: 0 Grad, T ext: -15 Grad (getestet nach ISO 23537)
Mumienform
Größe: 220 x 80 cm
Gewicht: 1430 Gramm
Extras: Innentasche, Wärmekragen, Kapuzenkordelzug, Fußsack, Zwei-Wege-Reißverschluss
Preis-Leistungs-Sieger: der Schlafsack Abisko von NORDMUT
Kurz und knapp: Der Schlafsack von NORDMUT besteht aus weichem Polyester, die Kapuze mit zwei Kordelzügen sitzt gut. Besonders überzeugt uns der beidseitige Reißverschluss, das Verstauen im Packsack erweist sich hingegen als etwas knifflig.
Auch dieser 3-Jahreszeiten-Schlafsack des jungen Kölner Startups NORDMUT kommt in einem Packsack (25 x 40 cm) mit Kompressionsriemen und sorgt so für eine ordentliche Platzersparnis. Der Schlafsack besteht laut Hersteller aus Polyester, das nach Ökotex-Standard geprüft ist. Beim Auspacken fällt ein ausführliches Handbuch auf, das Pflegehinweise und Tipps zur richtigen Lagerung beinhaltet.
Sowohl das Ober- als auch das Innenmaterial fühlen sich weich an, die Verarbeitung wirkt hochwertig. An der Kapuze gibt es zwei Kordelzüge, mit denen sich der Abschluss am Kopf gut anpassen lässt. Die Kapuze bietet außerdem Platz für ein kleines Kissen. Laut Hersteller liegt die Komforttemperatur bei 6 Grad - eine Angabe, ob der Schlafsack nach der ISO-Norm geprüft wurde, können wir jedoch nicht finden.
Besonders punkten kann der abgedichtete Reißverschluss: Er läuft nicht nur problemlos, sondern ist sowohl links als auch rechts angebracht: Links verläuft er im Zwei-Wege-Prinzip bis in den Fußbereich, rechts etwa bis zur Taille - so kann man bei Bedarf auf beiden Seiten unkompliziert die Arme herausstrecken. Der Schlafsack besitzt eine Innentasche, einen Wärmekragen gibt es nicht. Im Inneren können wir uns gut bewegen, das Material bleibt dabei nahezu geräuschlos. Im Wassertest hält der Schlafsack von NORDMUT* dicht. Der Schlafsack kann im Schonwaschgang bei maximal 30 Grad gereinigt werden. Ein Manko: Das Verstauen in den Packsack erweist sich als kleine Herausforderung - wir benötigen drei Anläufe, mit etwas Übung sollte das Einpacken jedoch leichter von der Hand gehen. Insgesamt überzeugt uns hier vor allem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.
Temperaturbereich: T comf: 6 Grad, T lim: 0 Grad, T ext: -4 Grad
Mumienform
Größe: 216 x 80 cm
Gewicht: 1500 Gramm
Extras: Innentasche, Kapuzenkordelzug, Zwei-Wege-Reißverschluss (rechts und links), Fußsack
MalloMe Deckenschlafsack - perfekt für den Sommer
Kurz und knapp: Der Schlafsack von MalloMe bietet viel Bewegungsfreiheit und ist für milde bis warme Sommernächte ausgelegt. Er punktet mit leicht bedienbarem Reißverschluss, großer Kapuze und einem günstigen Preis. Auf raffinierte Extras muss man allerdings verzichten.
Der Schlafsack von MalloMe sticht heraus: Er ist der einzige Deckenschlafsack im Testfeld, lässt sich also komplett aufklappen und bietet so besonders viel Bewegungsfreiheit. Laut unserer Expertin eignet sich ein Deckenschlafsack vor allem für all jene, die sich schnell eingeengt fühlen. Ein entsprechendes Modell isoliere allerdings schlechter, weshalb es sich eher für den Sommer eigne - auch die von MalloMe angegebene Komforttemperatur von 10 bis 25 Grad spricht eher für milde bis warme Sommernächte. Angaben zu Limit- oder Extremtemperatur sowie zu einer möglichen ISO-Norm-Prüfung fehlen.
Der Schlafsack wird vakuumiert in Plastik geliefert, was das Transportmaß reduziert. Der Packsack lässt sich zusätzlich per Kompressionsriemen um 25 Prozent verkleinern - sinnvoll, da Deckenschlafsäcke aufgrund des größeren Materialeinsatzes generell mehr Volumen benötigen. Mit 1300 Gramm ist der MalloMe Schlafsack* dennoch relativ leicht, die Verarbeitung ist einwandfrei. Das Material raschelt beim Bewegen, was den ein oder anderen beim Schlafen stören könnte. Über dem Reißverschluss sorgt ein Klettverschluss dafür, dass er in Position bleibt. Er lässt sich von oben und unten bedienen und läuft, ohne zu haken. Die Kapuze ist mit einem Kordelzug ausgestattet und fällt eher großzügig aus, sodass problemlos ein großes Kissen Platz finden kann. Der Schlafsack ist maschinenwaschbar und wasserfest, das Verstauen im Packsack gelingt im Test deutlich unkomplizierter als beim Modell von NORDMUT.
Temperaturbereich: T comf: 10 bis 25 Grad
Deckenform
Größe: 220 x 80 cm
Gewicht: 1300 Gramm
Extras: Kapuzenkordelzug, Zwei-Wege-Reißverschluss
High Peak Schlafsack TR 300 - viele Extras, Schwächen bei der Verarbeitung
Kurz und knapp: Der Schlafsack von High Peak bietet für einen eher niedrigen Preis eine gute Ausstattung. Dank extra breiter Mumienform liegt man bequem, der Schlafsack lässt sich leicht verstauen.
Der Schlafsack von High Peak wird in einem Packsack ohne Kompressionsriemen geliefert, das Packmaß fällt damit vergleichsweise groß aus. Beim Auspacken fallen uns kleine Mängel in Sachen Verarbeitung auf: An mehreren Stellen hängen Fäden heraus, einige Nähte wirken unsauber.
Punkten kann das Modell dafür mit dem Zwei-Wege-Reißverschluss, der bis zum Fußende verläuft und sich mit einem anderen Schlafsack koppeln lässt - ideal für Paare. Hinzu kommen sinnvolle Details wie eine Innentasche, eine Kordel an der Kapuze, ein doppelter Wärmekragen mit Kordelzug sowie eine Abdeckleiste, die Kältebrücken am Reißverschluss reduziert. Der Schlafsack besteht zu 100 Prozent aus Polyester, das sich innen eher glatt als weich anfühlt.
Dank extra breiter Mumienform bietet das Modell Bewegungsfreiheit, auch bei Drehbewegungen verrutscht nichts. Wir liegen insgesamt bequem und ohne Engegefühl. Im Test bestätigt sich zudem, dass das Material wasserabweisend ist. Kunstfaserschlafsäcke eignen sich laut Paulina Zäck generell besonders für Touren mit viel Nässe, da sie unempfindlich und sehr pflegeleicht sind. Laut Hersteller liegt die Komforttemperatur des High Peak Schlafsacks* bei 5 Grad, geprüft nach EN 13537 - einer Norm, die inzwischen durch die internationale ISO 23537 ersetzt wurde. Positiv fällt außerdem auf, dass sich der Schlafsack unkompliziert zusammenrollen und im Packsack verstauen lässt. Das Modell kann in der Waschmaschine gewaschen werden.
Temperaturbereich: T comf: 5 Grad, T lim: 0 Grad, T ext: -15 Grad (getestet nach EN 13537)
Mumienform
Größe: 230 x 85 cm
Gewicht: 1500 Gramm
Extras: Kapuzenkordelzug, Zwei-Wege-Reißverschluss, Wärmekragen, Innentasche
GRAND CANYON Fairbanks 190 - warm, aber schwer und wenig kompakt
Kurz und knapp: Ein dicker Schlafsack, ausgelegt auf eine Komforttemperatur von 2 Grad und damit vor allem für kalte Nächte geeignet. Besonders positiv fallen uns Verarbeitung, Reißverschluss und Wärmekragen auf.
Das Packmaß des Fairbanks Schlafsack von GRAND CANYON* fällt mit 27 x 42 cm nicht gerade handlich aus, außerdem bringt er stolze 1850 Gramm auf die Waage - für lange Wanderungen oder Bikepacking könnte dieses Modell also eher ungeeignet sein. Dafür ist der Schlafsack sehr dick und laut Hersteller auf eine Komforttemperatur von 2 Grad ausgelegt - damit eignet er sich für kalte Nächte im Frühjahr oder Herbst, im Sommer könnte er schnell zu warm werden. Ob die Temperaturbereiche nach der ISO-Norm geprüft werden, können wir anhand der Herstellerangaben nicht überprüfen. Die Verarbeitung der Nähte ist sauber, insgesamt macht der Schlafsack einen hochwertigen Eindruck.
Der rechts sitzende Zwei-Wege-Reißverschluss ist mit einer Abdeckleiste versehen, sodass keine Kälte von außen eindringen kann. Er lässt sich ohne Probleme öffnen und schließen und bleibt an Ort und Stelle. Positiv fallen der integrierte Wärmekragen mit Faserfüllung und zweifacher Kordel sowie die Fußbox auf, die für ausreichend Bewegungsfreiheit und warme Füße sorgt. Insgesamt liegen wir bequem, das Polyester fühlt sich auf der Haut weich an und raschelt nicht. Die sehr dicke Kapuze sitzt jedoch etwas eng, Platz für ein Kissen könnte schwierig werden. Im Wassertest kann das Modell nicht überzeugen: Auf der Oberfläche des Schlafsacks perlt das Wasser nicht ab, sodass der Schlafsack innen schnell durchnässt. Das Verstauen im Packsack gelingt hingegen ohne Probleme, außerdem ist das Modell maschinenwaschbar.
Temperaturbereich: T comf: 2 Grad, T lim: -4 Grad, T ext: -21 Grad
Mumienform
Größe: 210 x 80 cm
Gewicht: 1850 Gramm
Extras: Kapuzenkordelzug, Zwei-Wege-Reißverschluss, Wärmekragen, Fußsack
Schlafsack von CRIVIT (Lidl) - günstig und leicht
Kurz und knapp: Ein solider, leichter Sommerschlafsack zu sehr kleinem Preis, der sich für gelegentliches und einfaches Campen eignet.
Der Schlafsack von Lidl ist mit rund zehn Euro das mit Abstand günstigste Modell im Test und setzt auf eine einfache, reduzierte Ausstattung. Der Packsack kommt ohne Kompressionsriemen aus, was in diesem Fall aber kein Nachteil ist: Mit etwa 1000 Gramm ist der Schlafsack der leichteste im Test und hat zugleich das kleinste Packmaß - ideal für unterwegs. Ein Zwei-Wege-Reißverschluss, der sich ohne Haken bedienen lässt, sowie ein (etwas verbeulter) Klettverschluss zum Fixieren sind mit dabei. Außerdem gibt es einen Kordelzug an der Kapuze, Extras wie Innentasche oder Fußbox fehlen jedoch. Das Material aus 100 Prozent Polyester fühlt sich nicht besonders hochwertig an, die Nähte sind zum Teil nicht ganz sauber verarbeitet.
Der Schlafsack ist eher dünn und laut Hersteller auf eine Komforttemperatur von 12 Grad ausgelegt - für unsere Expertin Paulina Zäck ein typischer Kandidat für sommerliches Campen oder Festivals. "Natürlich kann man einen 12-Grad-Schlafsack auch in die Berge mitnehmen, aber nur wenn die Nächte nicht unter 12 Grad sind - die Bedingungen müssen eben immer zu den angegebenen Temperaturen passen", betont die 30-Jährige. Der Schlafsack ist bei 30 Grad in der Maschine waschbar und lässt sich unkompliziert im Packsack verstauen. Im Wassertest zeigt sich aber: Dicht ist er nicht. Neben der Mumienform ist der Schlafsack von Lidl* zudem als Deckenform erhältlich.
Temperaturbereich: T comf: 12 Grad, T lim: 8 Grad, T ext: -4 Grad (getestet nach ISO 23537)
Mumienform
Größe: 225 x 76 cm
Gewicht: 1000 Gramm
Extras: Kapuzenkordelzug, Zwei-Wege-Reißverschluss
Schlafsack von Forceatt - weich, aber schwer
Kurz und knapp: Ein dicker Schlafsack für eher kalte Nächte, ausgestattet mit weichem Innenmaterial aus Baumwolle. Wichtige Extras wie Wärmekragen und Abdeckleiste am Reißverschluss fehlen.
Der Schlafsack von Forceatt erreicht uns vakuumverpackt in Plastik. Der Packsack besitzt keine Kompressionsriemen, mit 2000 Gramm ist das Modell der schwerste Schlafsack im Test - beim Auspacken fällt sofort das dicke Material auf. Die Kapuze sitzt eng und lässt sich komplett zuziehen, sodass man sich gut darin einkuscheln kann. Die Bewegungsfreiheit ist dagegen etwas eingeschränkt, Drehbewegungen erweisen sich als etwas mühsam. Positiv hervorzuheben ist der integrierte Fußsack.
Als sehr angenehm empfinden wir das Innenmaterial aus Baumwolle, das sich weich auf der Haut anfühlt. Wenig nachvollziehbar ist dagegen, dass weder Wärmekragen noch eine Abdeckleiste über dem Reißverschluss vorhanden sind - und das gerade bei einem Schlafsack, der laut Hersteller für kalte Nächte ausgelegt ist. Ob die Temperaturangaben nach ISO-Norm geprüft wurden, bleibt offen. Laut Etikett darf der Schlafsack nur per Hand gewaschen werden. Das Verstauen im Packsack klappt nicht ganz reibungslos, gelingt schließlich aber mit etwas Mühe. Den Wassertest besteht der Forceatt Schlafsack* problemlos, von außen eindringende Nässe hält das Modell zuverlässig ab.
Temperaturbereich: T comf: 0-5 Grad, T lim: 5-15 Grad, T ext: -10-0 Grad
Mumienform
Größe: 220 x 80 cm
Gewicht: 2000 Gramm
Extras: Zwei-Wege-Reißverschluss, Fußsack, Kordelzug
SIMOND Schlafsack MT500 (Decathlon) - kleines Packmaß, knifflig zu verstauen
Kurz und knapp: Der SIMOND-Schlafsack ist leicht und kompakt. Der hakelige Reißverschluss erweist sich als Manko, zudem erschwert das glatte Material das Einpacken.
Der wattierte Schlafsack von SIMOND punktet mit geringem Gewicht und kleinem Packmaß. Mithilfe von zwei Kompressionsriemen lässt sich der Packsack deutlich verkleinern - ideal für Trekking- oder Bikepacking-Touren. Die Kapuze kann per Kordelzug und Kordelstopper individuell angepasst werden.
Trotz des kompakten Packmaßes ist der Schlafsack besonders bauschig, laut Hersteller liegt die Komforttemperatur bei 0 Grad, die Limittemperatur bei -5 Grad. Eine Extremtemperatur wird nicht angegeben. Das synthetische Außenmaterial fühlt sich glatt an und raschelt beim Bewegen, wodurch der Schlafsack insgesamt rutschig wirkt - die Beine aufzustellen, ist beispielweise kaum möglich, weil man immer wieder weggleitet. Positiv fallen dagegen die Innentasche, der integrierte Wärmekragen und der Fußsack auf, zudem ist der Reißverschluss innen mit Stoff abgedeckt. Der Reißverschluss selbst entpuppt sich jedoch als größtes Manko: Er klemmt und verhakt sich und lässt sich nur schwergängig bedienen.
Im Wassertest überzeugt der Schlafsack, außerdem lässt er sich in der Maschine reinigen. Beim Einpacken rutscht der Schlafsack von SIMOND* wegen seines glatten Materials immer wieder weg, sodass das Verstauen zu einem kleinen Kraftakt wird.
Temperaturbereich: T comf: 0 Grad, T lim: -5 Grad (getestet nach ISO 23537)
Mumienform
Größe: M
Gewicht: 1270 Gramm
Extras: Innentasche, Wärmekragen, Kordelzug, Fußsack, Zwei-Wege-Reißverschluss
Die ISO-Norm - so werden Schlafsäcke im Labor auf den Prüfstand gestellt
Ein Schlafsack gehört zu den wichtigsten Ausrüstungsstücken beim Campen, Trekking oder Bikepacking. Um herauszufinden, welches Modell sich für welchen Einsatzbereich eignet, geben die Hersteller Temperaturangaben an. Weil diese Hinweise oft verwirrend und wenig transparent sind, gibt es die ISO-Norm 23537 - eine maßgebliche Angabe zur Standardisierung von Temperaturangaben bei Schlafsäcken für Erwachsene. "Dadurch wird eine Vergleichbarkeit der Schlafsäcke hergestellt", erklärt Expertin Paulina Zäck. Grundlage dafür ist ein Messverfahren mit einer beheizten Puppe: Diese liegt leicht bekleidet auf einer genormten Isomatte, gemessen werden dann die Wärmeverluste in der jeweiligen Umgebungstemperatur. Das Ergebnis wird anschließend in folgende Temperaturbereiche eingeteilt:
Komforttemperatur (T comf): Temperaturbereich, in dem eine "Standard-Frau" (25 Jahre, 60 kg, 160cm) in entspannter Rückenlage komfortabel schlafen kann, ohne zu frieren
Limittemperatur (T lim): Temperaturbereich, in dem ein "Standard-Mann" (25 Jahre, 70 kg, 173 cm) in zusammengerollter Körperhaltung gerade noch durchschlafen kann, ohne auszukühlen
Extremtemperatur (T ext): Grenzbereich, der sich eher als Überlebensbewertung versteht, eine "Standard-Frau" kann hier für einige Stunden ohne Lebensgefahr ausharren, Erfrierungen sind aber nicht ausgeschlossen - dieser Wert ist entsprechend keine realistische Empfehlung für den Praxiseinsatz.
Wichtig: Der Test mit der Wärmepuppe bildet nicht das individuelle Schlafverhalten ab, da jeder Mensch Temperaturen unterschiedlich empfindet. Besonders für Frostbeulen empfiehlt Paulina Zäck daher, bei der Komforttemperatur lieber einen Puffer von drei bis vier Grad einzuplanen. Außerdem ist die Anwendung von Normen grundsätzlich freiwillig, somit können die Hersteller in der EU auch Schlafsäcke verkaufen, die nicht der Norm entsprechen.
Innenmaterial lieber aus Daune oder Kunstfaser?
Kunstfaserschlafsäcke sind in der Regel deutlich günstiger als Modelle mit Daunenfüllung und gelten als pflegeleichter sowie unempfindlicher gegenüber Nässe, erklärt Paulina Zäck: "Sie isolieren auch im feuchten oder nassen Zustand - ein großer Vorteil, wenn man in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit unterwegs ist oder bei Regenwetter campt."
Daunenschlafsäcke reagieren empfindlicher auf Feuchtigkeit: Dringt zu viel Nässe ein, können die Daunen verklumpen, was die Isolationsleistung deutlich mindert. Dafür punkten sie mit einem geringen Eigengewicht, einem kompakten Packmaß und einer hervorragenden Wärmeleistung.
Für jede Temperatur gerüstet - Sommer, Winter- oder 3-Jahreszeitenschlafsack?
Sommerschlafsack: geeignet bei Komforttemperaturen ab etwa 8 bis 10 Grad, ideal für wärmere Regionen und Jahreszeiten sowie für Übernachtungen auf Hütten
Winterschlafsack: ausgelegt auf Komforttemperaturen unter oder rund um den Gefrierpunkt, die richtige Wahl für kalte Regionen und Touren im späten Herbst/Winter
3-Jahreszeiten-Schlafsack: deckt meist Komforttemperaturen vom Gefrierpunkt bis etwa 10 Grad ab und ist damit flexibel von Frühjahr über Sommer bis in den Herbst einsetzbar
Besser schlafen beim Camping, Trekking und Co. - die besten Tipps im Überblick:
Größe: Der Schlafsack sollte etwa 20 bis 30 cm länger sein als man selbst, genug Bewegungsfreiheit bieten und gleichzeitig möglichst wenig "Lufträume" lassen
Pflege: Den Schlafsack so selten wie möglich waschen (wenn dann im Schonprogramm oder per Hand) und nach feuchten Einsätzen immer gut auslüften, bzw. aufhängen.
Lagerung: Schlafsäcke sollten sauber, trocken und locker an einem dunklen Ort gelagert werden, Daunenmodelle gehören unkomprimiert in einen atmungsaktiven Beutel oder hängend in den Schrank, Kunstfaserschlafsäcke können in einem größeren Packsack verstaut werden.
Isomatte: Eine gute Isomatte mit einem hohen R-Wert ist genauso wichtig wie der Schlafsack selbst (Der R-Wert gibt an, wie gut die Matte die Kälte vom Boden isoliert)
Vor dem Schlafengehen: Ein kleiner Snack kurbelt die Energieproduktion im Körper an und hilft so, warm zu bleiben - außerdem nur in trockener Kleidung und mit wenigen, atmungsaktiven Schichten in den Schlafsack schlüpfen
*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.





