Produkt-Check Technik

AirTag und Alternativen im TestDiese Smart Tracker finden jeden Schlüssel

29.04.2026, 07:57 Uhr
imageVon Johanna Heß-Szanto und Anna Kriller
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AirTag
Verloren oder nur verlegt? Smart Tracker sollen dabei helfen, wichtige Alltagsgegenstände wie Schlüssel wiederzufinden (Foto: picture alliance)

Verlegte Schlüssel oder Geldbörsen müssen kein Drama mehr sein. Für den ntv Produkt-Check testen wir fünf Bluetooth-Tracker, die Alltagsgegenstände ganz easy wiederfinden sollen. Welcher hält, was er verspricht?

Ist der Schlüssel nicht an seinem angestammten Platz, beginnt die aufreibende Suche durch die gesamte Wohnung. Smart Tracker sollen helfen, doch nicht jedes Modell erleichtert das Wiederfinden wie erwartet. Wir haben fünf Bluetooth-Tracker getestet und dabei neben verlegten Alltagsgegenständen auch die ein oder andere Zusatzfunktion entdeckt.

Diese Bluetooth-Tracker wurden getestet

Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.

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Die fünf Smart-Tracker, die wir uns für den Test genauer angeguckt haben (Foto: ntv/RTL)

Auf diese Fragen hin testen wir die Smart Tracker

  • Wie ist der erste Eindruck, wie handlich sind die Modelle?

  • Welche Extras werden mitgeliefert?

  • Ist die Einrichtung einfach und intuitiv oder doch eher kompliziert?

  • Mit welcher App lassen sich Apple AirTag und Co. steuern, auch wenn man kein iPhone besitzt?

  • Können die kleinen Helfer versteckte Geldbörsen und Co. zuverlässig orten?

  • Wie genau ist die Anzeige, die angibt, wo sich der Gegenstand befindet?

  • Reicht die Lautstärke des Signals, um den Tracker auch unter dem Sofakissen zu finden, wie lange hält die Batterie?

Smarttracker im Test - das Fazit

In unserem Test sichert sich der Apple AirTag* der ersten Generation den Testsieg, verlinkt haben wir allerdings die neuere Version - das Gadget liefert sowohl in Sachen Design wie auch bei der Leistung souverän ab. In Sachen Preis-Leistung überzeugt uns der ANNNWZZD-Tracker, der allerdings in Sachen Ortung nicht ganz an den Testsieger herankommt.

Testsieger: der Apple AirTag

Kurz und knapp: Klein, kompakt, zuverlässig und schnell eingerichtet - der Apple AirTag erfüllt seinen Zweck zuverlässig und kann sich so im Test den Spitzenplatz sichern.

Gerade einmal so groß wie eine Zwei-Euro-Münze überzeugt der Tracker nicht nur durch sein stylisches Design, er ist zudem auch noch wasser- und staubdicht. Gut zu wissen: Wer das Apple-Gerät an Schlüssel oder Fahrrad anbringen möchte, braucht zusätzliches Zubehör, eine integrierte Öse ist nicht vorhanden. Anhänger aus Leder oder Kunststoff lassen sich nachkaufen, kosten aber mindestens elf weitere Euro.

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Die Einrichtung des Apple AirTags funktioniert problemlos und blitzschnell: Man muss den Tracker lediglich in die Nähe eines iPhones bringen, schon wird der Verbindungsprozess automatisch gestartet. Manuell wird kaum etwas eingestellt, der AirTag muss lediglich benannt werden.

Im Test platzieren wir den AirTag in einer Handtasche. Um diese mit dem AirTag zu finden, geht man in die vorinstallierte iPhone-App "Wo ist?". Unter "Objekte" lässt sich der AirTag für die Handtasche auswählen und ein Ton abspielen, bis man die Tasche gefunden hat. Wird mehr Zeit für die Suche benötigt, verstärkt sich der Ton des AirTags, was die Suche vereinfacht. Ein Vorteil für empfindliche Ohren: Das Geräusch ist recht angenehm und nicht - wie bei anderen Trackern - nach 30 Sekunden extrem nervig. Reicht der Ton alleine nicht, ermöglicht die Ultra-Breitband-Technologie eine zentimetergenaue Positionsbestimmung. Mit der Funktion "In der Nähe suchen" wird per Richtungspfeil, Entfernungsanzeige und haptischem Feedback der Weg zum Ziel exakt angezeigt.

Ist der AirTag weiter weg, kann man ihn mithilfe der App "Wo ist?" auf einem Apple-Gerät orten. Hat man den Schlüssel samt AirTag tatsächlich verloren, kann man ihn in den "Verloren"-Modus schalten: Hier werden wichtige Kontaktinformationen hinterlegt, die ein Finder im Fall einfach auslesen kann. Mit dem NFC-Leser des Geräts können die Kontaktinformationen des AirTag abgerufen werden, der Finder kann den Eigentümer kontaktieren. NFC - Near Field Communication - ist eine Technologie für die drahtlose Datenübertragung über kurze Distanzen, dabei kann es sich auch nur um wenige Zentimeter handeln. Laut dem Hersteller erfolgt die Verbindung zum "Wo ist?"-Netzwerk vollständig anonym und verschlüsselt.

Die Energieversorgung erfolgt über eine Knopfzellenbatterie des Typs CR2032, die laut Hersteller eine Laufzeit von etwa einem Jahr besitzt. Einziger Nachteil neben der vergleichsweise niedrigen Kratzfestigkeit: Der Apple AirTag* hilft nicht dabei, das eigene iPhone zu orten.

Preis-Leistungs-Sieger: der ANNNWZZD-Bluetooth-Tracker

Kurz und knapp: Wer nicht zum Original von Apple greifen möchte, bekommt mit dem ANNNWZZD-Tracker eine interessante Alternative. Voll kompatibel mit der "Wo ist?"-App nutzt er das Apple-Netzwerk zur Standortübermittlung - anonym, sicher und erstaunlich effektiv.

Der farbenfrohe Tracker ist zwar etwas klobiger als das Modell von Apple, wird dafür aber mit einer wasserdichten Silikon-Halterung geliefert. Ähnlich wie bei Apple funktioniert die Einrichtung unkompliziert über die vorinstallierte "Wo ist?"-iPhone App. Auch die Bedienung innerhalb der App ist so intuitiv, sodass auch Tech-Neulinge keine Probleme haben sollten. Vorsicht ist allerdings beim Aktivieren des Trackers geboten: Hier sollte man nicht zu stark am weißen Schutzpapier ziehen, da es sonst passieren kann, dass das Gerät auseinanderfällt. Die Bluetooth-Reichweite beträgt laut Herstellerangaben bis zu 100 m - wie wir im Test feststellen, hängt die entsprechende Leistung jedoch stark von der Umgebung ab.

Auch wenn der Smart Tracker nicht in Reichweite des eigenen iPhones ist, helfen andere Apple-Geräte bei der Ortung - ein großer Pluspunkt. Im Test überzeugt der ANNNWZZD-Tracker mit einer soliden Bluetooth-Ortung und einem zuverlässigen Signalton, der allerdings in lauter Umgebung schnell untergeht. Die Batterie hält laut Hersteller 365 Tage.

Zwei kleine Minuspunkte können wir im Test feststellen: Die Ortungsgenauigkeit reicht nicht ganz an das Original von Apple heran., zudem kommt es vereinzelt zu Signalstörungen. Gut zu wissen: Android-Nutzer schauen beim ANNNWZZD-Tracker* in die Röhre, da dieser ausschließlich mit iOS funktioniert.

Musegear Schlüsselfinder - Tracker mit Foto-Funktion

Kurz und knapp: Der Musegear-Tracker überzeugt durch Design, Bedienfreundlichkeit und die breite Kompatibilität mit iOS und Android. Im Vergleich erreicht er zwar nicht die Reichweite und Präzision der anderen Geräte im Test, erfüllt aber zuverlässig seinen Zweck im Alltag.

Den musegear Finder* bekommen Kunden inklusive zweier Schlaufen sowie einer Klebemöglichkeit geliefert. In unserem Test platzieren wir den Tracker in einem Rucksack. Für die Einrichtung des Gadgets müssen Nutzer die Musegear 2 App herunterladen und mit dem Tracker verbinden. Die Anwendung ist übersichtlich gestaltet und kann bis zu fünf Tracker zeitgleich im Blick behalten. Die App verzichtet auf eine Registrierung, bietet aber einen Sprachassistenten, der im Test leider nur mäßig funktioniert.

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Nette Nebenfunktion: Der Schlüsselfinder lässt sich über die Foto-Funktion der App als Fernauslöser für die Kamera des Smartphones verwenden, liefert aber bestenfalls Schnappschüsse. Die Batterie muss dem Hersteller zufolge nach zwölf Monaten ausgetauscht werden, die Reichweite beträgt 90 Meter bei Sichtlinie.

Die App kommuniziert zuverlässig mit dem Schlüsselfinder: Sie zeigt die letzte bekannte Position auf der Karte an und sendet einen Alarm, wenn der Tracker verloren geht. Ein Plus gibt es für den maximalen Datenschutz des deutschen Produktes: Musegear legt hohen Wert auf Sicherheit und speichert keine unnötigen Nutzerdaten. Zur Wasserdichtigkeit macht der Hersteller keine Angaben.

Tile by Life360 Slim - Tracker mit SOS-Funktion

Kurz und knapp: Insgesamt zeigt sich der Tile Slim als kompakter Bluetooth-Tracker, der sich leicht verstauen lässt. Er nutzt Bluetooth und das Tile-Netzwerk, um den Standort zu ermitteln, aber das Fehlen von Echtzeit-Standortdaten und Richtungshilfen bei der Suche lässt ihn hinter der Konkurrenz zurückfallen.

Der Tile by Life360 Slim-Tracker* ist perfekt für den Geldbeutel geeignet - sein Design in Kreditkartengröße ist schlicht, aber funktional. Das Gerät ist wasserdicht und sowohl mit iOS als auch Android kompatibel, laut Hersteller soll die Batterie ganze drei Jahre halten. Um den Tracker zu aktivieren, muss man die Life360 App herunterladen und sich entsprechend registrieren. Die Installation hält etwas auf, in der Folge ist die App aber intuitiv zu bedienen.

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Verlegte Gegenstände sollen sich über eine Bluetooth-Reichweite von bis zu 106 m finden lassen, im Praxistest funktioniert das allerdings teilweise schon bei viel geringeren Distanzen nicht. Ist dies der Fall, empfiehlt die App, sich in Richtung des Signals zu bewegen, um eine bessere Verbindung herzustellen. Sobald der Status "In der Nähe" angezeigt wird, kann man dann den Klingelton des Trackers aktivieren. In einem ruhigen Raum ist das Finden von Geldbörse und Co. dank des zwitschernden Trackertons kein Problem, außerhalb der Bluetooth-Reichweite wird das Auffinden aber schwieriger: Im Gegensatz zum Apple AirTag bedeutet das Fehlen der Ultrabreitbandtechnik, dass einem der Tile Slim über die App nur eine ungefähre Vorstellung davon liefert, wo sich etwas befindet - finden muss man den Gegenstand dann über das Geräusch.

Außerdem ist für manche Funktionen eine kostenpflichtige Pro-Version der Life360-App erforderlich. Einen Pluspunkt gibt es aber: Die App bietet eine SOS-Funktion, mit der man einen Alarm an ausgewählte Personen inklusive Standort senden kann.

Galaxy Samsung SmartTag2 - lange Batterielaufzeit

Kurz und knapp: Der Galaxy-Smartracker ist robust, aber immer noch handlich. Die Einrichtung ist unkompliziert, Nutzern neuer Samsung-Smartphones bietet das Gadget viele gute Extras.

Durch eine Öse lässt sich der Tracker problemlos am Schlüsselbund befestigen, Zubehör wird nicht benötigt. Laut Hersteller ist der Tracker wasserdicht und hat eine Batterielaufzeit von 500 Tagen.

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Die Einrichtung ist unkompliziert. Was auffällt: Zur Einrichtung wird der Tracker einfach in die Nähe des Smartphones gehalten, wobei es sich dabei um ein aktuelles Samsung-Smartphone mit installierter SmartThings-App handeln muss - dann zeigt die App beim Suchen nicht nur die Entfernung zum Tracker an, sondern gibt in unmittelbarer Nähe auch die genaue Richtung vor. Präziser wird die Ortung im Nahbereich - beispielsweise ein Schlüssel in der Sofaritze - wenn man ein Samsung-Handy besitzt, dass Ultrawideband (UWB) unterstützt - eine Funktion, die jedoch nur die Plus- und Ultra-Modelle der Galaxy-Smartphones bieten. Besitzt man ein anderes Modell, muss man sich auf das akustische Signal des Trackers verlassen. Einen Pluspunkt gibt es für die Kompassansicht.

Im Praxistest dauert es manchmal ein wenig, bis der Tracker am Schlüsselbund geortet werden kann. Ähnlich wie beim Apple AirTag gibt es auch hier einen Lost-Mode, der eine Nachricht an jeden sendet, der den SmartTag2 per NFC scannt.

Wichtige Tipps zum Tracker-Kauf

Wichtig ist vor dem Kauf die Frage danach, mit welchen Smartphones (iOS oder Android) der Tracker kompatibel sein sollte. Wie wichtig ist die Genauigkeit der Ortung? Außerdem sollten sich Nutzer vorab mit dem Thema Datenschutz vertraut machen.

*Wir kaufen die Produkte für den ntv Produkt-Check auf eigene Kosten und testen und vergleichen sie unabhängig und nach objektiven Kriterien. Wird ein Produkt über einen Link im Artikel gekauft, erhalten wir eine kleine Provision. Auf den Kaufpreis hat das keinen Einfluss.

Dieser Artikel erschien erstmalig am 7. Juli 2025 und wurde danach redaktionell bearbeitet.

Quelle: ntv.de

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