Kleine Gadgets, große WirkungDiese elektronischen Parkscheiben bieten Schutz vor Knöllchen
Von Nikolai Henn
Anhalten, schnell etwas erledigen - schon klemmt ein Strafzettel unterm Wischer, weil man vergessen hat, die Parkscheibe einzustellen. Mit elektronischen Parkscheiben lassen sich lästige Knöllchen oft vermeiden. Für den ntv Produkt-Check testen wir fünf beliebte Modelle.
Elektronische Parkscheiben können Autofahrern das Leben erleichtern: Sie werden fest an der Windschutzscheibe montiert und übernehmen das, was sonst schnell vergessen wird: die Ankunftszeit korrekt einstellen, sobald das Auto abgestellt ist. Erlaubt sind nur Geräte mit amtlicher Typgenehmigung, erkennbar an einem Genehmigungszeichen mit Nummer (zum Beispiel E1). Entsprechende Scheiben müssen das Parkzeichen (blaues Quadrat mit weißem P) aufweisen, die Ankunftszeit und eine 24-Stunden-Anzeige auf dem Display bieten, mindestens zwei Zentimeter hohe Ziffern haben und auf die nächste halbe Stunde aufrunden. Wir testen für den ntv Produkt-Check nur digitale Parkscheiben, die diese Kriterien erfüllen.
So läuft der Elektronische-Parkscheiben-Test ab
Beim Auspacken zählen Verarbeitung und Zubehör. Danach folgt der Blick auf Pflichtangaben am Gehäuse. Montiert wird jede Scheibe an einer vergleichbaren Stelle an der Windschutzscheibe. Die Anzeige muss aus typischem Kontrollabstand gut lesbar sein und sollte nicht komplett verschwinden, wenn man schräg auf die Scheibe blickt. Nebenbei wollen wir wissen, ob die Modelle durch Größe oder Farbe im Innenraum besonders auffallen.
Ein weiteres Kriterium ist die Zuverlässigkeit der Automatik: Wie schnell wechselt das Gerät nach dem Losfahren in den Fahrmodus, und wie lange dauert es, bis nach dem Stillstand die Ankunftszeit feststeht? Außerdem nehmen wir in den Blick, wie sicher die Halterung sitzt. Abschließend interessiert uns, welche Extras die Parkscheiben zu bieten haben und prüfen die Bedienung: Uhrzeit, Sommer- und Winterzeit und der 30-Minuten-Takt sollten sich mühelos einstellen lassen.
Diese digitalen Parkscheiben testen wir
Unser Testsieger: Needit ParkOne (2026)
Der Kunststoffkörper der Needit fühlt sich solide an, der magnetische Ring wirkt wertig. Die Parkscheibe fällt im Auto wenig auf - zum einen durch ihr schwarzes Design, zum anderen weil sie mit einem Durchmesser von 6,2 Zentimetern das kleinste Modell im Test ist. Im Alltag punktet die ParkOne vor allem dank ihrer Anzeige: Gerade bei Sonneneinstrahlung hilft, dass die Ziffern dunkel und satt bleiben, statt grau zu werden. Sie sind auch dann gut erkennbar, wenn der Blick nicht frontal auf die Scheibe fällt. Während einige Modelle im Test wenig bis gar keinen Kontrast liefern, bleibt die ParkOne aus einem seitlichem Blickwinkel am längsten lesbar.
Eine zweite Stärke ist die Montage. Das System mit geklebtem Ring und magnetischem Rahmen macht die Bedienung angenehm, bei Bedarf kann die Scheibe kurz abgenommen werden. Gleichzeitig hält der Magnet stabil genug, so dass nichts klappert oder sich verdreht.
Mit zwei Tasten werden Uhrzeit und Datum eingestellt, dazu Sommer- und Winterzeit und die Vorgabe für die Rundung auf halbe Stunden. Die Automatik setzt die Ankunftszeit selbst, lässt sich aber auch bei Bedarf manuell einstellen. Ein Minuspunkt stellt das Batteriefach dar, der Öffnungsmechanismus ist sehr klein und wirkt unnötig fummelig. Der Trost: Es handelt sich dabei um einen Handgriff, der im Alltag selten ansteht. Nach dem Losrollen wechselt die Anzeige bei unseren Testläufen im Schnitt nach 14 Sekunden in den Fahrmodus, dann wird die Uhrzeit ausgeblendet. Damit liegt die ParkOne im Mittelfeld: schneller als die VENTON V2 (22 Sekunden), aber langsamer als die OOONO P-DISC NO3 (11 Sekunden). Beim Parken braucht die ParkOne in unserem Test im Schnitt 21 Sekunden, bis sie die Parkzeit einblendet, und liegt damit ebenfalls im Mittelfeld. Im Inneren der Needit arbeitet eine Knopfzellenbatterie. Der Temperaturbereich liegt laut Hersteller bei -20 °C bis +75 °C.
Kurzfazit: Für alle, die eine unauffällige und gut lesbare Parkscheibe suchen, die man leicht anbringen und wieder abnehmen kann, stellt die ParkOne* eine runde Lösung dar. Kleine Punktabzüge gibt es für den fummeligen Batteriezugang und die eher gemütliche Parkmodus-Umschaltung.
Unser Preis-Leistungs-Sieger: Gooofly Chrono Pro
Die Chrono Pro ist das günstigste Modell im Test. Die Parkscheibe kommt mit einem schlichten Kunststoffgehäuse und ist mit 7,5 Zentimetern kleiner und unauffälliger als das Modell von Venton, ist aber nicht ganz so kompakt wie das Modell von Needit. Zwei längliche Klebestellen sorgen für eine Montage, die einen stabilen Eindruck macht, aber eben auch auf Dauer so bleibt - einmal geklebt, bleibt die Scheibe an Ort und Stelle. Die Bedienung ist schnell erledigt: Uhrzeit, Datum und Sommer- und Winterzeit werden über zwei Tasten eingestellt. Ein kleines zweites Display auf der Fahrerseite hilft beim Kontrollblick von innen, dort wird die Uhrzeit angezeigt. Die Ziffern wirken satt, allerdings setzt sich der Hintergrund nicht ganz so klar ab wie bei den kontraststärksten Displays im Test, etwa beim Modell von Needit. Schräg zur Scheibe lässt die Erkennbarkeit deutlich nach.
Im Test zeigt die Gooofly eine ordentliche Automatik: Der Wechsel in den Fahrmodus gelingt im Schnitt nach 20 Sekunden, in den Parkmodus geht es im Schnitt nach 10 Sekunden. Auch die Gooofly wird mit einer Knopfzellenbatterie betrieben.
Kurzfazit: Für preisbewusste Käufer, die eine solide elektronische Parkscheibe suchen, die sicher sitzt und zuverlässig ihren Dienst verrichtet, ist die Gooofly* ein naheliegender Kandidat - größte Haken sind die schwächere Lesbarkeit von der Seite und die unflexible Klebemontage.
OOONO P-DISC NO3 - schnell im Parkmodus, schwach im Winkel
Die P-DISC NO3 wirkt auf den ersten Blick edel: dunkle Optik, schlichtes Design, ein Display, das hochwertiger aussieht als bei vielen günstigen Rundscheiben. Gleichzeitig ist sie mit acht Zentimetern Durchmesser deutlich größer als die Needit und damit im Innenraum präsenter, auch wenn die Farbgebung das etwas kaschiert. Das Gehäuse wirkt insgesamt sauber verarbeitet, die Einrichtung ist unkompliziert: Uhrzeit und Datum lassen sich schnell mit zwei Tasten einstellen.
In Sachen Umschalttempo liegt die P-DISC NO3 im Test vorn. Nach dem Anhalten schaltet die P-DISC NO3 zügig in den Parkmodus und setzt die Zeit im Schnitt nach 5 Sekunden. Auch nach dem Losrollen ist sie schnell wieder im Fahrmodus, im Schnitt nach 11 Sekunden.
Von vorne lässt sich die Parkzeit gut ablesen, schräg zur Scheibe ist allerdings kaum noch etwas zu erkennen - im Testfeld zeigt die ist P-DISC NO3 die schwächste Leistung beim Seitenblick.
Negativ fällt im Test auch die Stabilität auf: Die Lösung über zwei Magnete, die an der Scheibe verklebt werden, ist grundsätzlich praktisch, weil sich das Gerät zum Einstellen einfach abnehmen lässt. Der Haken: Einer der Klebepunkte löst sich nach einigen Tagen in unserem Test, danach sitzt das Gerät nicht mehr so sicher, wie es bei den anderen Modellen der Fall ist. Die P-DISC NO3 arbeitet als einziges Modell im Test mit zwei Knopfzellen. Nach Angeben des Herstellers sind bis zu fünf Jahre Batterielaufzeit möglich.
Kurzfazit: Für Fahrer mit vielen kurzen Parkstopps ist die OOONO* attraktiv, weil sie besonders schnell an- und umschaltet. Minuspunkte gibt es für die schwache Ablesbarkeit aus dem Winkel und die in unserem Test instabile Klebe-Halterung.
VENTON V2 - groß, auffällig und mit gutem Kontrast
Die VENTON V2 setzt als einziges Modell im Test auf ein rechteckiges Format, wobei die Verarbeitung eher einfach wirkt. Mit einer Breite von 10 Zentimetern und einer Höhe von 8 Zentimetern fällt das blaue Kunststoffgehäuse deutlich stärker ins Auge als bei den runden Kandidaten.
Die Anleitung sollte gründlich gelesen werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Knopfzelle beim Einbau direkt ins Gehäuse rutscht, dort festsitzt und das Gerät unbrauchbar wird - genau das ist uns in unserem Test passiert. Verhindern lässt sich das, indem die Knopfzelle zuerst in die vorgesehene Halterung gelegt wird. Positiv fällt auf, dass sich im Set eine Ersatzbatterie befindet. Die Befestigung über vier Klebepunkte funktioniert im Test zuverlässig und stabil. Der Nachteil: Ist die Scheibe einmal fixiert, lässt sie sich nicht abnehmen, um Einstellungen zu ändern oder gereinigt zu werden.
Das Einstellen von Datum und Uhrzeit ist etwas umständlich. Neben zwei gut erreichbaren Tasten gibt es einen dritten Knopf, der nur mit einem spitzen Gegenstand zu bedienen ist. Positiv: Ein kleines zweites Display auf der Rückseite hilft beim Blick vom Fahrerplatz, dort sind Uhrzeit, Datum und der Batteriestatus zu sehen. Für die Dunkelheit bietet die Venton eine Displaybeleuchtung. Genau wie die Needit lässt sich die Ankunftszeit auch hier bei Bedarf manuell einstellen, wobei sich die schwarzen Ziffern gut vom helleren Hintergrund abheben. Gleichzeitig bleibt um die Ziffern herum sichtbar Platz ungenutzt - das Display wirkt deutlich größer, als es für die eigentliche Information nötig wäre. Schräg zur Scheibe bleibt die VENTON gut erkennbar und landet hinter der Needit auf Platz 2. Die Fahrmodus-Erkennung liegt im Schnitt bei 22 Sekunden, in den Parkmodus geht es im Mittel nach 30 Sekunden - deutlich langsamer als bei den schnellsten Kandidaten.
Kurzfazit: Für alle, die eine gut ablesbare Parkscheibe mit Displaybeleuchtung wollen, ist die VENTON V2* eine Option - größte Haken sind das auffällige Gehäuse, die hakelige Bedienung und die eher langsame Umschaltung.
Lese-Tipp: Was ist Vehicle-to-Grid und welche Autos können das?
Warmfay P1 Pro - solide Automatik, Schwächen beim Seitenblick
Die Warmfay P1 Pro erinnert in Sachen Bedienung, Optik und Größe an das Modell von Gooofly, ist aber etwas teurer. Zwei längliche Klebestreifen halten das Modell im Test sicher an der Scheibe. Der Nachteil: Die Position ist danach praktisch gesetzt, zum Umkleben ist das System nicht gedacht. Einstellen lässt sich die Scheibe unkompliziert über zwei Tasten, für Uhrzeit, Datum und Sommer- und Winterzeit. Praktisch ist das kleine zweite Display auf der Fahrerseite, dort lässt sich die Uhrzeit von innen ablesen. Die schwarzen Ziffern wirken satt, beim Kontrast bleibt die Warmfay aber hinter den besten Anzeigen zurück - bei einem Blick schräg zur Scheibe nimmt die Lesbarkeit deutlich ab. Der Wechsel in den Fahrmodus liegt im Schnitt bei 15 Sekunden, in den Parkmodus geht es im Schnitt nach 14 Sekunden - ein Tempo, das im Alltag in den meisten Situationen ausreicht.
Kurzfazit: Für Nutzer, die eine runde Klebe-Scheibe ohne Schnickschnack wollen, kann die Warmfay* passen - größter Pluspunkt ist die solide Automatik, größter Haken sind die schwächere Lesbarkeit beim Seitenblick und die feste Klebemontage.
Fazit zum Test der elektronischen Parkscheiben
Unterm Strich sichert sich die Needit ParkOne (2026)* im ntv Produkt-Check den Gesamtsieg: Sie ist am unauffälligsten, bleibt von außen am klarsten lesbar - sogar beim Seitenblick - und lässt sich dank Magnetlösung einfach abnehmen. Als Preis-Leistungs-Sieger setzt sich die Gooofly Chrono Pro* durch: Sie ist am günstigsten, sitzt stabil an der Scheibe und schaltet im Alltag zuverlässig zwischen Fahr- und Parkmodus um.
Elektronische Parkscheiben - wichtig zu wissen
E-Nummer - was heißt das? Die E-Kennzeichnung zeigt an, welches Land die Typgenehmigung erteilt hat. Das ist kein Urteil über besser oder schlechter, sondern nur die ausstellende Stelle - entscheidend ist, dass die Genehmigungskennzeichnung am Gerät sichtbar ist.
Im Ausland lieber die klassische Parkscheibe als Backup: Die Regeln sind nicht einheitlich - in Österreich und Belgien sind elektronische Parkscheiben laut ADAC verboten, in Dänemark sind sie grundsätzlich erlaubt. Zusätzlich kann es sein, dass im Ausland andere Modelle zugelassen sind, deshalb ist eine herkömmliche, manuelle Parkscheibe als Reise-Backup sinnvoll.
Wo muss die elektronische Parkscheibe hin? Elektronische Parkscheiben werden an der Windschutzscheibe befestigt. Der genaue Platz ist nicht vorgeschrieben, aber das Gerät darf das Sichtfeld des Fahrers nicht beeinträchtigen - eine typische Position ist aus Sicht des Fahrers rechts unten, solange die Anzeige von außen gut lesbar bleibt.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.




