Baden-WürttembergCannstatter Wasen: Weniger Besucher - doch positive Bilanz

Nach rund zweieinhalb Wochen geht der Cannstatter Wasen zu Ende. Die Veranstalter des Volksfestes zeigen sich zufrieden.
Stuttgart (dpa/lsw) - Deutlich weniger Gäste als im Vorjahr und trotzdem eine positive Bilanz: Zum Ende des diesjährigen Cannstatter Wasen melden die Veranstalter rund 2,5 Millionen Besucher. Im Vorjahr waren es noch rund 4,2 Millionen. Die Veranstalter sind nach eigenen Angaben dennoch zufrieden mit der 179. Ausgabe des Volksfestes. "Die 17 Festtage waren schön und intensiv", hieß es vom Geschäftsführer der Veranstaltungsgesellschaft "in.Stuttgart", Guido von Vacano.
Weil parallel das Landwirtschaftliche Hauptfest stattfand, bot sich den Veranstaltern zufolge ein etwas anderes Bild als sonst: Viele Volksfestgäste besuchten auch die Landwirtschaftsmesse, umgekehrt nutzten Messegäste das gastronomische Angebot des Festes.
Überwiegend gutes Wetter in diesem Jahr
Schausteller und Festwirte zogen demnach ein positives Fazit. Bei überwiegend gutem Wetter waren Fahrgeschäfte, Festzelte sowie Krämermarkt-, Essens- und Getränkestände gut besucht. Schaustellerverbands-Chef Mark Roschmann lobte die Neuheiten, etwa die "Wilde Maus XXL" und das Riesenrad, die sich positiv auf den ganzen Platz ausgewirkt hätten. Auf dem Krämermarkt gebe es aber eine Kaufzurückhaltung.
Wirte-Sprecher Marcel Benz berichtete von deutlich mehr Firmen-Events und einem guten Mittagsgeschäft durch das Hauptfest. Beim Bier gehe der Konsum aber weiter zurück. Vor allem in der zweiten Woche seien die Zelte sehr gut ausgelastet gewesen. "Wir sind alle froh, dass das Fest ohne große Zwischenfälle verlaufen ist", sagte Benz.
Straftaten zahlenmäßig auf Vorjahresniveau
Die Polizei registrierte rund 500 Straftaten, etwa so viele wie im Vorjahr. Schwere Delikte gab es demnach nicht. Das Sicherheitskonzept habe sich bewährt, sagte Kai Strobelt von der Polizei Bad Cannstatt. Besonders am stark besuchten 3. Oktober sei die Zusammenarbeit der Behörden sehr gut gewesen.
Rund 220 Besucherinnen suchten den Angaben nach Hilfe im Schutzraum "Wasenboje" - etwa ein Drittel davon in kritischen Situationen, etwa wegen hohen Alkoholkonsums, sexualisierter Gewalt, körperlicher Übergriffe oder des Verdachts auf K.-o.-Tropfen. Insgesamt gab es demnach etwas weniger Fälle als beim vorigen Volksfest, aber mehr kritische. Projektleiterin Franziska Haase-Flaig vermutet einen Zusammenhang mit den seit diesem Jahr eingesetzten mobilen Teams, die schneller zur Stelle seien.
Geschäftsführer von Vacano gab außerdem einen Ausblick auf das kommende Jahr: "Wir haben schon viele Pläne für das 180. Cannstatter Volksfest, darunter den Baden-Württemberg-Tag am 30. September, an dem wir auch das 75. Jubiläum unseres Bundeslandes feiern." Details wurden nicht genannt.