Baden-WürttembergKönigin Silvia am Bodensee: Mit Glanz und einem Patzer

Auftritt mit viel Glanz, Winken und royalen Momenten: Königin Silvia hat den Bodensee besucht. Bei einer Preisverleihung läuft aber nicht alles nach Plan.
Konstanz/Mainau (dpa/lsw) - Zwei Tage, zwei Stationen und ein kleiner royaler Patzer: Königin Silvia von Schweden (82) sorgte am Bodensee für Begeisterung. Anlässlich des zehnten Geburtstags einer Stiftung für Jugendliche besuchte die Monarchin Konstanz und die Insel Mainau. Auch einen Preis durfte die Königin an eine bekannte Unternehmerin überreichen - ganz glatt lief die Verleihung allerdings nicht.
Bei der Preisverleihung wurde es kurz schmerzhaft für Preisträgerin Monika Brandt vom Zwieback-Imperium Brandt. Als die Monarchin gemeinsam mit Stiftungsvorstand Bettina Gräfin Bernadotte den ersten Zukunftspreis der Mentor-Stiftung Deutschland enthüllen wollte, fiel die Trophäe vom Podest und landete ausgerechnet auf dem Zeh der Preisträgerin.
Die Holzstatue stand auf einem Sockel und war mit einem Tuch bedeckt. Beim Anheben des Tuchs geriet der Preis ins Rutschen, fiel auf den Boden und erwischte dabei Brandts Fuß. "Die ist schwer", sagte sie mit verzogenem Gesicht. Den Preis nahm sie dann nach dem Patzer entgegen.
Königin Silvia war die Situation sichtlich unangenehm, auch sie musste darüber lachen. Auf der Bühne stand zudem Moritz Ritter, Co-Geschäftsführer von Ritter Sport. Er hielt die Laudatio auf Brandt.
Königin zeigt sich volksnah
Der Preis war Teil der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung, die sich für Jugendliche einsetzt. Sie wurde 2016 auf Initiative von Bettina Gräfin Bernadotte auf der Mainau gegründet. Das Ziel ist Jugendliche zu stärken und ihnen zu helfen, eigene Fähigkeiten zu entdecken. Monika Brandt engagiert sich seit Jahren für die Organisation.
Auf der Mainau zeigte sich die Königin volksnah. Sie winkte den Schaulustigen zu, nahm kleine Geschenke entgegen und traf eine Gruppe Kindergartenkinder: Zwischendurch trug sie sich in das Goldene Buch der Stadt Konstanz ein. Sie freue sich sehr, auf der Insel Mainau zu sein. "Herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft", sagte sie auf dem Festakt der Mentor-Stiftung.
"Wahnsinnig offene, interessierte Monarchin"
Bereits am Mittwochabend war Königin Silvia in Konstanz empfangen worden. Unter Applaus kam die gebürtige Heidelbergerin am Bodenseeforum an und besuchte dort die Premiere des Bühnenprojekts "wir_jetzt_hier". Schauspieler und Mentor-Botschafter Oliver Wnuk (50, "Nord Nord Mord") hatte das Projekt mit Jugendlichen entwickelt. Im Mittelpunkt standen deren Lebenswelt, Themen und Werte sowie die Frage, was eine Gesellschaft heute noch zusammenhält.
Wnuk kennt die Königin von mehreren Veranstaltungen. Er beschrieb sie als "wahnsinnig offene, interessierte Monarchin". Trotz ihres "unglaublichen Zeitplans" vermittle sie einem immer das Gefühl, "dass sie sehr präsent ist und sehr im Jetzt und hier".
Königin Silvia ist seit Jahrzehnten mit der Mentor-Bewegung verbunden. 1994 gründete sie gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die internationale Mentor-Föderation. Für die schwedische Königin war es nicht der erste Besuch auf der Mainau. Zuletzt war sie im Oktober 2023 auf der Blumeninsel, damals nahm sie an einer Rosentaufe zugunsten der Akademie der Mentor-Stiftung Deutschland teil.
Die Königin wurde am 23. Dezember 1943 in Heidelberg als Silvia Renate Sommerlath geboren. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München lernte sie den damaligen Kronprinzen Carl XVI. Gustaf kennen. Die beiden heirateten 1976 und haben drei Kinder und mehrere Enkel. Im Juni feierte das Königspaar seine Goldhochzeit. Gemeinsam werden sie an diesem Freitag in Düsseldorf erwartet. Auch dort steht eine Preisübergabe auf dem Programm.