BayernMuseum für "Sams"-Autor Maar - Projekt kann weitergehen

Der Autor selbst hat zahlreiche Exponate zur Verfügung gestellt, die Planungen sind weit gediehen - doch das Paul-Maar-Museum in Franken war in Gefahr. Das steckt dahinter.
Hallstadt (dpa/lby) - Die Pläne und Arbeiten für ein Paul-Maar-Museum in Hallstadt bei Bamberg standen kurzzeitig auf der Kippe. Doch nun ist klar: Gegner des Projekts sind damit gescheitert, einen Bürgerentscheid durchzusetzen.
Am Mittwochabend beschäftigte sich der Stadtrat mit dem initiierten Bürgerbegehren. "Eine zuvor eingeholte rechtliche Stellungnahme einer Fachanwaltskanzlei hat das Bürgerbegehren in mehreren Punkten als unzulässig eingestuft", teilte ein Sprecher mit. So sei etwa die Formulierung des Bürgerbegehrens als unklar angesehen worden. Die Planungen zur Realisierung des Museums würden fortgesetzt.
"Sams"-Autor stellt Ausstellungsstücke zur Verfügung
Der bekannte Autor und "Sams"-Erfinder Paul Maar, der seit vielen Jahren im nahen Bamberg lebt, unterstützt die Museumspläne tatkräftig: Er hat bereits zahlreiche Bücher, Manuskripte, Fotos, Zeichnungen und persönliche Notizen aus seinem Privatbesitz zur Verfügung gestellt. Die Uni Bamberg hat einen Großteil der Stücke inventarisiert - insgesamt dokumentierten Studierende 5.000 Stücke.
Die entsprechenden Vereinbarungen und Schenkungsverträge seien bereits 2024 mit Maar geschlossen worden, erläuterte der Sprecher. "Dadurch ist die Stadt Eigentümerin und Besitzerin von mehr als 5.000 Exponaten aus seinem Leben und Schaffen geworden. Zugleich hatte sie sich verpflichtet, die geschenkten Gegenstände innerhalb von zehn Jahren öffentlich in einem Museum zugänglich zu machen."
Bücher für Kinder und Erwachsene
Der 88 Jahre alte Maar schrieb neben den berühmten "Sams"-Büchern zahlreiche weitere Kinderbücher und arbeitet zudem als Illustrator und Bühnenautor. Inzwischen gibt es auch Werke, die sich an eine erwachsene Leserschaft richten.
Dass das Museum ausgerechnet in Hallstadt entstehen soll, hat mit den familiären Wurzeln des Autors zu tun: "Was viele nicht wissen, ist, dass meine leibliche Mutter, Barbara Benker, und meine Großeltern aus Hallstadt stammen", hatte Maar bei der Vorstellung des Projekts gesagt.
Das Projekt soll etwa 7,5 Millionen Euro kosten, es gibt nach Angaben der Stadt umfangreiche Förderzusagen. Die Gegner der Museumspläne hatten unter anderem argumentiert, auf die Stadt kämen hohe Folgekosten zu, durch das Museum fielen Räumlichkeiten für Vereine weg, und die bisherigen Entscheidungen seien oftmals intransparent gewesen. Sie hatten mehr als 800 Unterschriften gesammelt.