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Berlin & BrandenburgAbteilungen schließen: Minister verteidigt Klinik-Pläne

24.07.2026, 11:22 Uhr
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Die Schließung mehrerer Abteilungen in Potsdamer Kliniken sorgt für Proteste. Was Gesundheitsminister Wilke zu den Reformplänen und den Auswirkungen auf Patienten sagt.

Potsdam (dpa/bb) - Die wirtschaftliche Belastung der Krankenhäuser in Brandenburg steigt. "Die Drucksituation, die jetzt auf den Krankenhäusern lastet, nimmt sozusagen täglich zu", sagte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, Michael Jacob, der Deutschen Presse-Agentur. Zur Krankenhausreform komme das Sparpaket bei der gesetzlichen Krankenversicherung hinzu - und dies vor dem Hintergrund sinkender Geburten und einer steigenden Zahl älterer Menschen. "Da stecken wir jetzt im Moment am Anfang."

Der Gesundheitsausschuss des Landtags beriet in einer Sondersitzung über die Schließung von Angeboten der zwei großen Potsdamer Krankenhäuser, die Leistungen bündeln wollen. Das Klinikum Ernst von Bergmann bietet Orthopädie und Gefäßchirurgie ab August nicht mehr an. Die Orthopädie wechselt zur Oberlinklinik in Potsdam-Babelsberg, die Gefäßchirurgie zum Alexianer St. Josefs-Krankenhaus.

Im St. Josefs schließen Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die das Bergmann-Klinikum übernimmt. Weil Personal fehlte, stellte die Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus bereits die Arbeit ein. Beide Häuser nennen die Krankenhausreform als Grund. Mehrere Hundert Menschen hatten gegen die Pläne protestiert.

Gesundheitsminister verteidigt Pläne

Während die AfD-Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen eine schlechtere Versorgung für Patientinnen und Patienten befürchtet, weist Gesundheitsminister René Wilke (SPD) Bedenken zurück. "Potsdam etwa wird dadurch eine qualitativ sicherere und bessere Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie und Geburtsstation haben als bisher", sagte Wilke der "Märkischen Allgemeinen".

In der Sondersitzung unterstrich Wilke diese Haltung. "In Potsdam wurde die Versorgungssicherheit und -qualität in den Mittelpunkt gerückt", sagte er. Die jeweiligen Häuser hätten sichergestellt, dass Kapazitäten bestmöglich genutzt würden. "Es werden alle Leistungen fortgeführt. Es geht nichts verloren", betonte der Minister.

Die Krankenhausreform sei keine Entwicklung, die die Dinge erleichtere, räumte Wilke ein. Ziel sei es, die Orte der regionalen Gesundheitsversorgung zu sichern. Dennoch werde es Veränderungen geben. Es gehe letztlich darum, dass Menschen die bestmöglichen Behandlungen bekämen. Aber es gebe einen Unterschied zwischen komplexen und planbaren Eingriffen und der Notfallversorgung. Diese werde natürlich aufrechterhalten. Potenzielle sinnvolle Synergien müssten aber genutzt werden.

Wilke: Lösung für Babyklappe

Auch für das Thema Babyklappe, deren Betrieb eingestellt wurde, werde es eine Lösung geben, kündigte Wilke an. Für die Zukunft der Hebammen liefen derzeit zudem Gespräche. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft sagte der dpa, es gehe in Potsdam um einen abgestimmten Leistungstausch. Eine Geburtshilfe könne es künftig nur noch mit Kinderarzt geben, der fehle aber bisher im St. Josefs-Krankenhaus.

Daniela Oeynhausen von der AfD-Fraktion bezeichnete den Umgang mit den Mitarbeitern als "Katastrophe". Viele von ihnen - Ärzte und Krankenschwestern - würden nun arbeitslos. "Offensichtlich sollten hier unter dem Radar im Sommerloch unpopuläre Entscheidungen durchgedrückt werden", sagte Oeynhausen. Das Ernst von Bergmann Klinikum hatte mit Blick auf Orthopädie und Gefäßchirurgie angekündigt, dass zwölf ärztliche Stellen betroffen seien. Sofern es keine "alternativen Einsatzmöglichkeiten" gebe, komme es zu Entlassungen.

Am St. Josefs-Krankenhaus sind rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Angaben eines Sprechers betroffen. Für Ärzte und Hebammen - sie machten etwa zwei Drittel der Betroffenen aus - gebe es derzeit keine Perspektive für eine weitere Beschäftigung, hieß es Anfang Juli. Für Pflege- und Funktionspersonal würden Möglichkeiten in Partnerkliniken ausgelotet.

Aus für Kinderklinik Ludwigsfelde und Geburtshilfe Strausberg

Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Auch anderswo sollen Angebote schließen: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow hatte angekündigt, Ende Juli zuzumachen. Die Versorgung soll in der Region Potsdam aufgefangen werden. Das Krankenhaus Strausberg im Landkreis Märkisch-Oderland verlagerte die Geburtshilfe nach Rüdersdorf.

Quelle: dpa

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