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Berlin & BrandenburgBrandenburg meldet Rekord bei Unternehmensinvestitionen

26.03.2026, 13:38 Uhr
Die-neue-Wirtschaftsministerin-Martina-Klement-CSU-will-zuversichtlich-auf-die-Unternehmensentwicklung-2026-in-Brandenburg-schauen-auch-wenn-die-Stimmung-in-der-Wirtschaft-insgesamt-stark-belastet-ist

Ein Mega-Rechenzentrum und mehr Neuansiedlungen: Brandenburg erlebte laut Wirtschaftsförderung mit einem Investitionsschub ein Rekordjahr. Die Ministerin bleibt trotz turbulenter Zeiten optimistisch.

Potsdam (dpa/bb) - Die Stimmung in der Wirtschaft ist getrübt - doch zugleich hat Brandenburg 2025 nach Angaben der Wirtschaftsförderung ein Rekordjahr bei der Summe der Unternehmensinvestitionen erlebt. Dies geht unter anderem auf Neuansiedlungen im IT-Bereich und der Automobilbranche zurück.

Die Brandenburger Wirtschaft stehe trotz der weltpolitischen Herausforderungen nach wie vor gut da, sagte die neue Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) in Potsdam. Enormes Potenzial sieht sie künftig auch im Bereich der Rüstungsindustrie. Sie boomt derzeit.

Investitionssumme von fast 3,2 Milliarden Euro so hoch wie nie

Die Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburgs (WFBB) teilte in ihrer Jahresbilanz für 2025 mit, dass Unternehmensprojekte und Neuansiedlungen für Rekordinvestitionen in Höhe von fast 3,2 Milliarden Euro gesorgt haben. Dadurch entstehen 3.059 neue Arbeitsplätze - 443 mehr als 2024 ausgewiesen wurden.

"Die Pipeline der neuen Projekte ist noch einmal nach oben gegangen", sagte Geschäftsführer Steffen Kammradt. Es ging 2025 insgesamt um 310 Unternehmensprojekte (2024: 178). Zum Vergleich: 2024 lag die Summe der Investitionen von Unternehmen in Brandenburg mit über eine Milliarde Euro weit niedriger als 2025.

Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe als Riesen-Investition

Im vergangenen Jahr gingen laut Wirtschaftsförderung allein rund 1,8 Milliarden Euro - gerechnet für den ersten Bauabschnitt - auf das große Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe in Lübbenau im Spreewald zurück. Die Digitalsparte der Muttergesellschaft von Lidl und Kaufland will insgesamt etwa elf Milliarden Euro aufbringen.

Zudem habe sich das Unternehmen Brabus Automotive in Ludwigsfelde angesiedelt, das dort im Caravan-Ausbau aktiv sei, so Kammradt. Er verwies zudem auf die Ansiedlung der OutNature GmbH in Schwedt, die aus Agrarerzeugnissen wie Stroh Papierfasern herstellt und mit dem Papierhersteller Leipa kooperiert.

Die Wirtschaftsförderung Brandenburg unterstützt Investoren, ansässige Unternehmen und Start-ups. Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzubringen.

Ministerin: "Nicht schwarzmalen"

Zum Ausblick auf die Entwicklung in diesem Jahr sagte Wirtschaftsministerin Klement: "Wir dürfen da nicht schwarzmalen." Wichtig sei, dass die Energiepreise bezahlbar blieben und es zu weiteren Erleichterungen für die Wirtschaft komme.

Landesregierung will Rüstungspläne unterstützen

Die rot-schwarze Landesregierung hat vereinbart, die Ansiedlung von Unternehmen der Verteidigungsindustrie aktiv zu begleiten. Projekte gibt es bereits: So will das Rüstungsunternehmen Diehl Defence im Spreewerk Lübben Bauteile für militärische Explosivstoffe - also Zünder - produzieren. Das Unternehmen sehe sich im Nordosten Brandenburg einen zweiten Standort an, wie Kammradt sagte. Hier gehe es um Tempo. Zudem wird der Luftwaffenstützpunkt Schönewalde/Holzdorf an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Brandenburg ausgebaut.

Zentral für weitere Unternehmensansiedlungen sind auch neue Gewerbeflächen in den Kommunen. "Goldstaub Nummer eins sind Flächen. Wir brauchen zusätzliche Gewerbeflächen für die nächsten Jahre, damit die Erfolgsgeschichte weitergehen kann", sagte Kammradt.

Teils gibt es dagegen auch Protest aus der Bevölkerung - zuletzt unter anderem gegen einen Industriestandort bei Fürstenwalde/Spree im Osten Brandenburgs. "Wir werden auch Veränderungen in Kauf nehmen müssen, wir müssen da auch Überzeugungsarbeit leisten", sagte Wirtschaftsministerin Klement.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März wegen des Iran-Kriegs deutlich verschlechtert. Öl- und Gaspreise sind deutlich gestiegen. Das schürt Sorgen, dass die Inflation anzieht und der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich geringer ausfällt.

Quelle: dpa

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