Berlin & BrandenburgCottbus: Straftaten im videoüberwachten Bereich sinken

In Cottbus sollen künftig mehr Kameras installiert werden, um Straftaten vorzubeugen. Doch hilft das wirklich oder verlagert sich die Kriminalität nur? Das Innenministerium legt dazu nun Zahlen vor.
Cottbus (dpa/bb) - Die Zahl der Straftaten im videoüberwachten Bereich der Cottbuser Innenstadt ist im vergangenen Jahr gesunken. Das geht aus Zahlen des Brandenburger Innenministeriums hervor.
Demnach wurden auf dem Vorplatz der Stadthalle im Jahr 2025 im videoüberwachten Bereich 203 Straftaten registriert. Im Jahr davor waren es noch 234 gewesen und im Jahr 2023 sogar 263 Straftaten.
Straftaten im Rest der Stadt angestiegen
Demgegenüber steht ein Anstieg der Straftaten im angrenzenden Bereich und im gesamten restlichen Stadtgebiet. Insgesamt wurden in Cottbus 2025 rund 10.800 Straftaten registriert, im Jahr davor waren es etwa 300 Straftaten weniger gewesen. Im an die Stadthalle angrenzenden Bereich stieg die Zahl der Straftaten um 90 auf 528. "Der Anstieg im angrenzenden und sonstigen Bereich deutet möglicherweise auf einen Verdrängungseffekt hin", hieß es im Ministeriumsbericht.
"Angesichts der aktuellen Fallzahlen wird bei der Videoüberwachung am Vorplatz der Stadthalle Cottbus weiterhin von einer bewährten Maßnahme ausgegangen, die beibehalten werden sollte", so die Empfehlung in dem Bericht.
Ende April hatte Innenminister Jan Redmann (CDU) angekündigt, mit mehr Polizeischutz, einer neuen Ermittlungsgruppe und Videokameras auf eine Serie rechter Straftaten in Cottbus zu reagieren. Er sprach von einem Signal der Abschreckung und warnte zugleich vor einer Radikalisierung junger Menschen über das Internet.
Im April waren ein antisemitischer Schriftzug und ein schwarzes Hakenkreuz an die Synagoge in der Fußgängerzone der Stadt geschmiert worden. Zudem warfen noch unbekannte Täter eine Leuchtfackel in den Flur eines alternativen Wohnprojekts. Es gab auch Drohungen unter anderem an der Wohnung eines Studentenpfarrers, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert.
Mehr Kameras geplant - Gesetzesänderung nötig
Redmanns Vorgänger René Wilke (SPD) hatte nach einer Sicherheitskonferenz Anfang des Jahres gesagt, es gehe nicht darum, eine ganze Stadt mit Kameras zuzupflastern. "Aber es gibt Orte in sehr vielen Städten, nicht nur in unserem Bundesland, sondern anderen auch, wo Menschen sich unsicher fühlen." Wilke sagte damals, mit diesem Zustand könne man sich nicht abfinden. Videoüberwachung könne ein Teil der Lösung sein.
Konkret soll das Ordnungsbehördengesetz geändert werden, unter anderem, um moderne Technik für mehr Sicherheit an besonders gefährdeten Orten zu verankern. Der Datenschutz soll dabei aber sichergestellt werden.