Sachsen-AnhaltWeimer will Lösung für Cranach-Triegel-Altar

Seit Jahren wird darüber diskutiert, wo der Cranach-Triegel-Altar stehen soll. Um die Uneinigkeiten zu klären, wurde das Kunstwerk übergangsweise nach Rom gebracht. Wie es weitergeht, ist noch unklar.
Naumburg (dpa/sa) - Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat einen Kompromiss in der Frage zum richtigen Standort des Cranach-Triegel-Altars im Naumburger Dom gefordert. Ein solcher Kompromiss wäre "eine schöne Sache", sagte Weimer.
Wegen der seit Jahren anhaltenden Uneinigkeiten über den richtigen Standort des Kunstwerks war der Altar Ende Oktober 2025 von Naumburg nach Rom gebracht worden. Das Werk sei "was Großartiges und gehört hierher zurück", betonte Weimer.
Der Leipziger Maler Michael Triegel hatte den zwischen 1517 und 1519 von Lukas Cranach dem Älteren geschaffenen und später teils zerstörten Altaraufsatz vervollständigt. Das Kunstwerk stand erstmalig von Juli bis Dezember 2022 im Westchor des Naumburger Doms - zwischen den berühmten Stifterfiguren wie Uta von Naumburg.
Weltdenkmalrat forderte Entfernung des Altars aus dem Westchor
Dann wurde der Altar für etwa ein Jahr im Diözesanmuseum in Paderborn in Nordrhein-Westfalen gezeigt, bevor er zurückkehrte in den Westchor des Naumburger Doms. Die Vereinigten Domstifter sehen den Altar in der Welterbestätte im Süden Sachsen-Anhalts an seinem Ursprungsort.
Der Weltdenkmalrat Icomos ist anderer Meinung. Er sieht durch das Kunstwerk die Sicht auf die berühmten hochmittelalterlichen Stifterfiguren gestört und hatte die Entfernung des Altars aus dem Westchor gefordert.
In Rom wurde der Altar in der Kirche Santa Maria della Pietà auf dem Campo Santo Teutonico in der Nähe des Petersdoms aufgebaut. Dort soll er noch bis 2027 für Besucherinnen und Besucher zu sehen sein. Bis dahin soll dann eine einvernehmliche Lösung dazu gefunden worden sein, wo der Altar im Naumburger Dom stehen soll.