Berlin & BrandenburgEberswalder Wurstfabrik schließt - Protest am Grill geplant

Um fünf nach zwölf vor dem Werkstor: In Eberswalde endet eine Wurst-Tradition - wütende Beschäftigte wollen am Grill Abschied nehmen.
Britz (dpa/bb) - Wut vor dem Werkstor: Beschäftigte der Eberswalder Wurstwerke in Britz und die Gewerkschaft NGG wollen gegen die Schließung des Betriebs Ende Februar protestieren. Am 14. Februar um 12.05 Uhr soll der ostdeutsche Traditionsbetrieb verabschiedet werden, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte. Viele Beschäftigte seien wütend. Es gehe auch ein Stück Eberswalder Regionalgeschichte zu Ende, hieß es. Bei der Protestveranstaltung soll es auch Wurst vom Grill geben.
Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG teilte im Januar mit, die Produktion am Standort Britz bis zum 28. Februar 2026 einzustellen. "Leider mussten wir feststellen, dass es unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine realistische Perspektive gibt", hieß es. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten 500 Menschen am Standort. Die Gewerkschaft sprach von einem "ungehemmten Profitstreben".
Die traditionsreiche Marke "Eberswalder" soll bestehen bleiben, die Produktion verlagert werden. Die Wurstwerke in Britz gehören seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, eine Tochter des Fleischriesen Tönnies in Nordrhein-Westfalen. Der Lebensmittelkonzern gab sich den neuen Namen Premium Food Group.