Berlin & BrandenburgIHK-Studie: Mangelnder Wohnraum ist Ausbildungshindernis

Fast 30 Prozent der Betriebe berichten in einer Umfrage: Azubis sagen ihren Job ab, weil sie keine Wohnung finden. Der Senat hat das Problem auf dem Schirm.
Berlin (dpa/bb) - Mangelnder Wohnraum ist laut einer Untersuchung der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) ein zunehmendes Hindernis für die Ausbildung in der Hauptstadt. Bei einer Unternehmensanfrage gaben fast 30 Prozent der befragten Betriebe an, dass es bereits vorgekommen sei, dass angehende Auszubildende ihre Stelle aufgrund einer fehlenden Unterkunft nicht angetreten hätten, wie die IHK mitteilte. Bei mehr als 15 Prozent der Unternehmen hätten die Azubis aus diesem Grund gekündigt.
Knapp zwei Drittel aller Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger seien demnach auf der Suche nach einem eigenen Wohnraum. "Bis zum Jahr 2040 werden jährlich allein rund 3.400 zusätzliche Wohnplätze für Azubis benötigt, die von außerhalb nach Berlin ziehen", teilte die IHK weiter mit. Befragt wurden demnach jeweils rund 400 Auszubildende sowie Betriebe.
Die Berliner Senatsverwaltung für Soziales hat das Problem vor einigen Wochen selbst angesprochen und eine Machbarkeitsstudie für ein Azubiwerk vorgestellt, das bei der Vermittlung von Wohnungen für Ausbildende helfen soll. Kürzlich eröffnete ein erstes Berliner Azubiwohnheim mit rund 150 Plätzen.
In Berlin haben Ende Juli noch knapp 10.650 junge Menschen einen Ausbildungsplatz gesucht, wie die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit vor wenigen Tagen mitteilte. Das waren demnach fast 900 Suchende mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte.
Doch das Angebot reicht längst nicht aus, um alle Interessierten zu versorgen. Mit rund 5.560 offenen Stellen gab es im Juli den Angaben zufolge lediglich knapp halb so viele unbesetzte Ausbildungsplätze wie Bewerberinnen und Bewerber.