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Berlin & BrandenburgMesserangriff am Berliner Hauptbahnhof: Angeklagter gesteht

17.02.2026, 16:36 Uhr
Rund-sechs-Monate-nach-einem-Messerangriff-gegen-einen-42-jaehrigen-Bahnreisenden-hat-der-mutmassliche-Taeter-vor-dem-Berliner-Landgericht-gestanden

Ein Mann zückt auf dem Bahnsteig ein Messer und verletzt einen Fahrgast durch mehrere Stiche. Ein Zeuge greift ein und verhindert womöglich noch Schlimmeres. Nun läuft der Prozess.

Berlin (dpa/bb) - Nach einer Messerattacke gegen einen Reisenden im Berliner Hauptbahnhof steht der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht. Er soll einen 42 Jahre alten Mann auf einem Bahnsteig durch acht Stiche erheblich verletzt haben. Der Angeklagte gestand zu Prozessbeginn über seinen Verteidiger. Die Tat sei Folge einer psychischen Erkrankung, sein Mandant habe sich in Gefahr gefühlt, erklärte der Anwalt. Was geschah, tue ihm sehr leid. Er habe das Opfer nicht tödlich verletzen wollen.

Der nach seinen Angaben in Syrien geborene und staatenlose Mann hatte laut Anklage am 21. August vorigen Jahres gegen 8.45 Uhr einen Reisenden zunächst auf dessen Gepäck angesprochen. Der 42-Jährige habe sich in der Situation jedoch unwohl gefühlt und sich etwas von dem ihm unbekannten Mann entfernt. Dieser habe hinter dem Rücken des Opfers einen Angriff vorbereitet und zugestochen, heißt es weiter in der Anklage.

Bundespolizist greift ein

Ein Bundespolizist, der sich in seiner Freizeit auf dem Bahnhof aufgehalten habe, sei auf das Geschehen aufmerksam geworden. Er habe schnell eingegriffen, den Verdächtigen festgenommen und dem Verletzten Erste Hilfe geleistet, teilte die Polizei damals mit. Das Opfer, ein 42-jähriger Mann, wurde unter anderem im Unterbauch, der rechten Schulter und an beiden Beinen verletzt. Eine größere Vene wurde laut Anklage getroffen, durch eine sofortige notfallmäßige Versorgung sei der Mann gerettet worden.

Gegen den angeklagten 47-jährigen abgelehnten Asylbewerber hatte die Staatsanwaltschaft zunächst Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben. Das Berliner Landgericht gab allerdings den rechtlichen Hinweis, dass nach vorläufiger Bewertung auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags oder versuchten heimtückischen Mordes in Betracht komme.

Die Staatsanwaltschaft strebt eine unbefristete Unterbringung des 47-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstage bis zum 20. März terminiert.

Quelle: dpa

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