Berlin & BrandenburgSteinkeller aus Mittelalter mitten in Berlin entdeckt

Überraschung für die Archäologen: Am Molkenmarkt entdecken sie die Überreste eines repräsentativen mittelalterlichen Bauwerks. Der Fund gilt als ungewöhnlich.
Berlin (dpa/bb) - In Berlins historischer Mitte haben Archäologen die Überreste eines bislang unbekannten mittelalterlichen Bauwerks entdeckt. Bei Ausgrabungen am Molkenmarkt wurde ein großer Steinkeller aus dem 14. oder frühen 15. Jahrhundert freigelegt, wie das Landesdenkmalamt mitteilte.
"Der Steinkeller diente möglicherweise als Kauf- und Handelskeller und gehörte zu einem bislang unbekannten, großen und repräsentativen Bauwerk des späten Mittelalters", erklärte der wissenschaftliche Projektleiter Eberhard Völker vom Landesdenkmalamt Berlin bei einem Presserundgang.
Der Fund gilt als ungewöhnlich, weil der Keller für die damalige Zeit vergleichsweise groß ist und über Jahrhunderte erhalten blieb. Er misst mindestens 8,50 Meter in der Länge und fast 7,50 Meter in der Breite. Entdeckt wurden unter anderem Mauerreste, Nischen sowie Licht- und Lüftungsöffnungen.
Keller blieb über Jahrhunderte erhalten
Trotz mehrerer Um- und Ausbauten blieb der Keller demnach in seinen Grundzügen über Jahrhunderte erhalten. Erst durch Kriegseinwirkungen wurde das Bauwerk zerstört. Die Verfüllung und Versiegelung des Geländes nach 1945 trugen dem Landesdenkmalamt zufolge dazu bei, dass die Überreste noch ungewöhnlich gut erhalten sind.
Seit 2019 wird am Molkenmarkt gegraben. Die Arbeiten sollen noch bis 2027 dauern. Laut Bausenator Christian Gaebler (SPD) gehört das Projekt zu den größten stadtarchäologischen Untersuchungen Deutschlands. In den kommenden Tagen soll der freigelegte Keller zunächst wieder verfüllt werden, um ihn vor Umwelteinflüssen zu schützen.