Berlin & BrandenburgSynagoge in Cottbus mit großem Hakenkreuz beschmiert

Erneut ist die Synagoge in Cottbus Ziel rechtsextremer Schmierereien geworden. Die Polizei prüft, wie sie das jüdische Gotteshaus besser schützen kann.
Cottbus (dpa/bb) - Nach einem volksverhetzenden Schriftzug an der Synagoge in Cottbus ist das jüdische Gotteshaus binnen kurzer Zeit wieder mit einem rechtsextremistischen Symbol beschmiert worden. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, entdeckte eine Streife am Morgen gegen 3.30 Uhr ein schwarzes Hakenkreuz an der Synagoge, die mitten in den Cottbuser Fußgängerzone steht. Die verbotene Schmiererei sei 1 Meter mal 1,50 Meter groß.
Der Staatsschutz, der für politische motivierte Straftaten zuständig ist, ermittelt. Es werde auch geprüft, ob es künftig häufigere Kontrollen durch Polizeistreifen gebe, sagte der Sprecher der Polizei. Erst am Freitag hinterließen Unbekannte an der Fassade der Synagoge in Cottbus einen antisemitischen Schriftzug.
Die Feuerwehr wollte die erneute Schmiererei am Morgen mit Wasser entfernen. Da das nicht geklappt habe, klebten Beamten das verbotene Symbol zunächst mit blickdichter Folie ab, wie die Polizei-Sprecher sagte. Eine Entfernung sei aber veranlasst.
Die Synagoge in Cottbus, die sich in der ehemaligen evangelischen Schlosskirche befindet, wurde 2015 eingeweiht - als erstes jüdisches Gotteshaus in Brandenburg seit dem Holocaust. 1938 hatten die Nazis die damalige Synagoge in Cottbus niedergebrannt.