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Berlin & BrandenburgÜberfall auf Ex-Partner beauftragt? 32-Jährige vor Gericht

02.02.2026, 14:09 Uhr
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Eine Frau vermutet intime Fotos auf dem Mobiltelefon ihres Ex-Partners. Kurz nach der Trennung wird der Mann attackiert, durch Schläge mit einem Stein verletzt und beraubt. War es eine Auftragstat?

Berlin (dpa/bb) - Weil sie einen Überfall auf ihren ehemaligen Lebensgefährten in Auftrag gegeben haben soll, steht eine 32-jährige Frau vor dem Landgericht Berlin. Mitangeklagt ist ein 30-Jähriger. Er soll einer von drei Männern gewesen sein, die das 40-jährige Opfer angegriffen und verletzt haben sollen. Es sei ihnen darum gegangen, das Handy des Attackierten zu erbeuten. Die Frau soll intime Fotos auf seinem Mobiltelefon vermutet haben. Die Anklage lautet auf besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung beziehungsweise Anstiftung dazu.

Die 32-Jährige wies die Vorwürfe zu Prozessbeginn über ihren Verteidiger zurück. Sie und der 40-Jährige hätten nach islamischem Recht geheiratet, sich allerdings nach wenigen Wochen wieder scheiden lassen, sagte der Anwalt. Der Ex-Partner sei im Besitz von Nacktaufnahmen gewesen und habe gedroht, diese der Familie der Frau zu schicken. Sie habe das als eine Erpressung empfunden und einem Bekannten davon berichtet. Dieser Mann habe helfen wollen. Gewalt aber habe sie "weder gebilligt noch in Auftrag gegeben".

Anklage: Opfer in Todesangst

Der 40-Jährige war laut Anklage am 14. Februar 2025 in seiner Wohnung in Berlin-Gesundbrunnen überfallen und ausgeraubt worden. Einer der Angreifer habe ihn in den "Schwitzkasten" genommen, ihm eine Hand auf den Mund gedrückt und ihn zu Boden gebracht. Das Opfer sei dann mit einem Stein und einem metallischen Gegenstand geschlagen worden. Die Angreifer hätten ihm das Handy aus der Hand genommen und seien geflohen. Der 40-Jährige hatte Todesangst, so die Anklage. Er erlitt unter anderem ein Schädelhirntrauma und zwei Kopfplatzwunden.

Für den 30-jährigen Angeklagten verlas seine Verteidigerin eine Erklärung. Er bedauere das Geschehen, hieß es darin. Er habe der 32-Jährigen helfen wollen. Gewalt aber sei nicht verabredet gewesen. Als einer seiner beiden Begleiter mit einem Stein zuschlug, sei er überrascht gewesen. "Ich nahm das Handy, rannte aus der Wohnung und wollte die Situation beenden."

Der 30-Jährige wurde Ende August vorigen Jahres festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang drei weitere Verhandlungstage bis zum 19. Februar vorgesehen.

Quelle: dpa

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